Sternfeld Ruth

Ruth Sternfeld

*10.2.1922 in Lauenburg; ✡ 26.1.1990 in Willowbrook, DuPage, Illinois

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Ephraim Sternfeld *15.10.1877 in Panzerlauken; ✡ 3.3.1943 in Auschwitz

Mutter Henriette Lapidas *30.4.1879 Tauroggen, ; ✡ 3.3.1943 in Auschwitz

Die Eltern mit den Töchtern Edith und Ruth

Geschwister

Dora Sternfeld *7.3.1903 in Groß Kryszahnen; ✡ 4.12.1991 in Riverwoods; oo Joachim Sindermann

Hildegard Sternfeld *2.9.1904 in Mehlsack, Braunsberg; ✡ 6.12.1973 Manhattan; oo Leo Lapidas/Stein

Edith Sternfeld *20.6.1906 in Mehlsack; ✡ 30.9.1942 Auschwitz

Elfriede Sternfeld *22.9.1908 in Rügenwalde; ✡ 11.12.1982 in Sao Rogue, Brasilien; oo Heinz Joseph

Martin Sternfeld *8.3.1911 in Rügenwalde; ✡ 16.9.1941 in Mauthausen

Karlotte Sternfeld *1914; ✡ 1916 (Down-Syndrom; Pneumonie)

Beruf Praktikantin

Adressen Lauenburg; Uhlandstraße 40/41; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat ?

Kinder ?

Weiterer Lebensweg

Vater Ephraim war Kantor und Lehrer in Lauenburg

10.2.1937 Bruder Martin von Berlin nach Amsterdam

Gut Winkel

9.5.1938 Ruth Sternfeld aus Berlin, Mitglied im Makkabi Hazair zur Hachschara als Praktikantin ins Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

31.3.1937  auf der Liste der neu ins Gut Winkel aufgenommenen Angestellten

10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel

30.6.1938 Ruth Sternfeld auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;

Alija

17.1.1939 Passausstellung in Berlin

21.3.1939 Ruth Sternfeld nach Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

mit Arbeiterzertifikaten des Hechaluz der Kategorie C/LS

23.7.1942 Einbürgerung von Ruth Sternfeld in Palästina

Zweite große Razzia in Amsterdam

14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam auf der Bernard-Zweerskade ist Anlass für Verhaftungswelle

Juni 1941 Zweite große Razzia in Amsterdam; der SD geht bei dieser Razzia anders vor als bei der ersten Razzia im Februar 1941, bei der Juden wahllos auf der Straße aufgegriffen und festgenommen wurden; bei der zweiten Razzia nutzen die Deutschen Adresslisten und gehen gezielt zu den Häusern von dem sie wissen, dass dort Juden leben.

11.6.1941 SS-Obersturmführer Klaus Barbie von der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam“ erschleicht sich durch Täuschung die Adresslisten der „Werkdorper“

11.6.1941 „Vergeltungsmaßnahme“ 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ zunächst im Hauptqurtier des SD in der Euterpestraat eingesperrt, dann ins Durchgangslager Schoorl verbracht; von ihnen werden vier, die keine vier jüdischen Großeltern haben, freigelassen.

Bruder Martin Sternfeld bei dieser Vergeltungsrazzia verhaftet.

Von Dezember 1940 bis August 1941 war SS-Untersturmführer Hans Stöver Kommandant des Camp Schoorl

22.6.1941 Deportation der 296 in Schoorl Inhaftierten zur „Sonderbehandlung“ in das KL Mauthausen; dort werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch und oftmals tödliche medizinische Experimente ermordet; keiner überlebt das Jahr 1941

16.9.1941 Martin Sternfeld erschossen, offiziell „auf der Flucht“

Nachkriegszeit

1953 Auswanderung von Israel nach Rio de Janeiro zur Schwester Elfriede, da sie zunächst kein Visum für die USA erhält. Dies gelingt dann später

Eimigration nach Chicago

Arbeit im Lion’s Camp

Gedenken

Quellen

Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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