Georg Eugen Wittkowski
*28.1.1918 in Breslau; ✡ in Auschwitz
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Julius Witkowski *5.2.1871 in Witkowo; ✡ 1.10.1942 in Auschwitz
Mutter Martha Wrzesinski *16.1.1876 in Hohensalza✡ 1.10.1942 in Auschwitz
Geschwister
Eleonora Witkowski *5.5.1904
Leo Witkowski *2.7.1908 in Breslau; oo Lieselotte Blumenthal * 20.11.1909; Überlebender
Paula Witkowski *1.2.1916 in Breslau; Grüssau, Sammellager-> Theresienstadt; oo Hans Prager *1914
Beruf –
Adressen Breslau, Viktoriastraße 61; Paderborn, Grüner Weg 86
Heirat
Kinder
Weiterer Lebensweg
17.5.1939 in Falkenberg, Klein Schnellendorf bei Minderheiten-Volkszählung
Jessen Mühle
Das Hachschara-Lehrgut Jessen Mühle bei Sorau in der Niederlausitz bestand in der Zeit von 1932 – 1943; Träger war die Jüdische Jugendhilfe. Hier wurden für jeweils etwa 30 Chawerim, jugendliche Pioniere des Hechaluz über einige Monate in verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten, in Hauswirtschaft und in Landwirtschaft zur Vorbereitung auf die Alija ausgebildet (Erstausbildung und Mittlere Hachschara für 14-18 -Jährige)
1938 war Wolfgang Berger Leiter von Jessen Mühle
28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Brunhilde Hoffmann, später Dina Cohen kam im September 1938 nach Jessen, sie schreibt:
„In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober 1938 wurden im Rahmen der „Polenausweisung“ auch in Jessen Jugendliche und Erwachsene mit polnischer Staatsangehörigkeit verhaftet. … Wir haben Glück gehabt, denn der Bürgermeister von Jessen war sehr anständig und wir sind unbehelligt geblieben.“
Die Gestapo-Nebenstelle in Forst verlangte die Schließung der beiden nur zwei Kilometer voneinander entfernten Lager in Schniebinchen und Jessen. Vom RSHA in Berlin wurde dem nicht stattgegeben, so dass der Betrieb bis zur Schließung 1941 weitergehen konnte.
6.11.1939 Verlegung der über 14 Jahre alten 23 Schüler aus dem Internat der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem unter der Leitung von Musiklehrer Klaus Glücksmann zur Hachschara nach Jessen-Mühle.
1939 -1941 Hans Wolfgang Cohn als Nachfolger von Wolfgang Berger Leiter des Hachscharazentrums Jessen-Mühle bei Sommerfeld in der Niederlausitz zusammen mit Gertrud Siegemund- Weiß als Madrichim die Leiter von Jessen
17.5.1939 Eltern in Breslau, Sadowastraße 56 bei Minderheiten-Volkszählung
23.6.1939 Vertrag zwischen der RVJD und der Stadt Paderborn zur Errichtung des Umschulungs- und Einsatzlagers Paderborn, Grüner Weg 86;
26.5.1940 aus dem Lager Klein Schnellendorf kommend angemeldet in Paderborn
17.8.1940 abgemeldet aus Paderborn nach Breslau, Viktoriastraße 61
Hachscharalager Landwerk Ellguth, Steinau
5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung „Jüdisches Arbeitseinsatzlager Paderborn“
30.8.1942 Deportation der Eltern mit Transport IX/2 von Breslau nach Theresienstadt
29.9.1942 Deportation der Eltern mit Transport Bs von Theresienstadt nach Auschwitz
November 1942 in Kraft tretendes Gesetz: „Alle im Reich gelegenen Konzentrationslager sind judenfrei zu machen und sämtliche Juden sind nach Auschwitz und Lublin zu deportieren.“
20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“
27.2.1943 Leo Witkowski geht mit seiner Frau in die Illegalität, sie finden Unterschlupf auf dem Hausboot der Familie Zubeil, bis sie in ein weiteres Versteck wechseln können.
März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert
4.3.1943 Georg Witkowski Transport von Breslau nach Auschwitz
Gedenken
27.4.1986 Page of Testimony für Paula ihren Mann Hans und Sohn Dany von Bruder Leo Witkowski
Quellen
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/36620-julius-witkowski/ https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de992581
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de992583
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de992591
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de945891
Margit Naarmann, Ein Auge gen Zion, Paderborn, 2000; ISBN3-89498-087-7
Ernest W. Michel, „Promises Kept – Ein Lebensweg gegen alle Wahrscheinlichkeiten“, 2013
Kurt Salinger, Nächstes Jahr im Kibbutz, Paderborn 1998