Wechselmann Kurt

Kurt David Wechselmann

*1.4.1924; ✡ ?

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Bruno Bernhard Wechselmann *9.6.1892 in Gleiwitz; ✡29.3.1943 in Auschwitz

Mutter Paula Less *18.8.1898 in Posen ✡ in 1943 in Auschwitz

Schwestern  

Margot Wechselmann *24.2.1921 in Breslau; ✡ 24.7.2003 in Mannheim; verw. Leo Leiter; oo Althausen

Rita Wechselmann*16.6.1930 in Breslau; ✡ 1943 in Auschwitz;

oo Leo Leiter (*30.8.1917 in Binswangen); oo Althausen

Beruf Landarbeiter; LKW-Fahrer

Adressen Breslau; Ahlem; Jessen, Sorau

Heirat

Kind

Weiterer Lebensweg

17.5.1939 mit beiden Eltern in bei Minderheiten-Volkszählung

Umschulungslager Bielefeld

10.6.1940 Leo Leiter angemeldet im Lager in der Schloß­hof­stra­ße 73a

28.8.1940 Schwester Margot zur Hachschara ins Umschulungslager Bielefeld; Anmeldung im Schloßhof aus dem Umschulungslager Kersdorf, Krs. Lebus

27.2.1942 Heirat von Schwester Rita in Breslau mit Leo Leiter; unter Bewachung der Gestapo war es die letzte Trauung, die in der „Weißen Storch-Synagoge“ vollzogen wurde

25.1.1943 Schwester Rita Wechselmann aus Breslau, Antonienstraße 36/38 in den Schloßhof

Die Israelitische Gartenbauschule Ahlem

21.6.1939 Kurt Wechselmann in das Volksschulinternat der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem

Jessen Mühle

Das Hachschara-Lehrgut Jessen Mühle bei Sorau in der Niederlausitz bestand in der Zeit von 1932 – 1943; Träger war die Jüdische Jugendhilfe. Hier wurden für jeweils etwa 30 Chawerim, jugendliche Pioniere des Hechaluz über einige Monate in verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten, in Hauswirtschaft und in Landwirtschaft zur Vorbereitung auf die Alija ausgebildet (Erstausbildung und Mittlere Hachschara für 14-18 -Jährige)

21.8.1939 Berta Englard, Günther Glogowski, Hans Joachim Caminer und Kurt Landmann emigrieren von Jessen ins Werkdorp Wieringermeer

6.11.1939 Verlegung von 22 über 14 Jahre alten Schülern aus dem Internat der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem unter der Leitung von Musiklehrer Klaus Glücksmann und Madricha Gertrud Weil zur Hachschara nach Jessen-Mühle.

1939 -1941 Hans Wolfgang Cohn als Nachfolger von Wolfgang Berger Leiter des Hachscharazentrums Jessen-Mühle bei Sommerfeld in der Niederlausitz zusammen mit Gertrud Weil als Madrichim die Leiter von Jessen.

„Umgestellt auf ‚Arbeitseinsatzbetrieb‘“

5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Um­be­nen­nung der noch bestehenden in „Jü­di­sches Ar­beits­ein­satz­lager“

Mai bis September 1941 Auflösung der Hachscharalager Ahrensdorf, Jessen, Havelberg; Verlegung der Chaluzim in das Lehrgut Neuendorf im Sande; nur ein kleiner Teil darf noch im Landwerk selbst arbeiten, die meisten werden zur Zwangsarbeit bei Unternehmen in Fürstenwalde verpflichtet.

Hachschara-Lager Jessen Mühle: „Einer der wenigen, die im Untergrund bis zur Befreiung überlebten, war der spätere TV-Moderator Hans Rosenthal, zuvor ‚auf Hachschara‘ in Jessen in der Niederlausitz.“

Kurt emigriert nach Palästina

15.3.1940 Passausstellung in Sorau mit Studentenzertifikat der Jugendalijah B (III)

4.4.1940 Ankunft in Haifa mit Klaus Rosenthal auf der SS MARCO POLO

13.11.1942 Eintritt in die Royal Army als Driver

24.3.1943 Einbürgerung Palästina

Gedenken

26.5.1956 Page of Testimony für Rita und die Eltern Wechselmann von David Wechselmann

Quellen

Auszug aus dem Hausbuch Schloßhofstraße des Einwohnermeldeamtes Bielefeld (Signatur: StArchBi, Bestand 104, 3 Einwohnermeldeamt, Nr. 1547)

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de989830

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de989817

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de989829

Daniel Hoffmann, Lebensspuren meines Vaters, Wallstein Verlag 2007

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_wfn_43a.html

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&s_id=&s_lastName=Dessauer&s_firstName=&s_place=Gelsenkirchen&s_dateOfBirth=&cluster=true

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT430302_1.jpg

Margit Naarmann, Ein Auge gen Zion, Paderborn, 2000; ISBN3-89498-087-7

Ernest W. Michel, „Promises Kept – Ein Lebensweg gegen alle Wahrscheinlichkeiten“, 2013

Kurt Salinger, Nächstes Jahr im Kibbutz, Paderborn 1998

www.80jahrepogrom.jgpb.de/erwin-angress/

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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