
Heinz Raphael Raf Raffie Silberberg
*4.12.1920 in Berlin; ✡10.11.1942 in Mauthausen
Staatsangehörigkeit deutsch; ab 1933 Niederländer
Religion jüdisch
Vater Ludwig Silberberg *5.11.1886 in Grätz; ✡3.1.1945 Bergen-Belsen

Mutter Ilse Silberberg geb. Plaut *3.5.1895 in Siegen; ✡ 6.5.1945 in Tröbitz
Großvater Arnold Aron Plaut*11.1.1861 in Frankenhausen; ✡ 27.4.1939 in Köln
Großmutter Jeanette Oestreicher *7.1.1872 in Achaffenburg; ✡ 2110.1937
Großvater Marcus Max Silberberg *4.12.1852 in Bojanowo; 27,2,1935 in Berlin
Großmutter Cäcilie Jacoby *1858 in Grätz
Onkel Hans Plaut*1.7.1899 in Siegen; ✡ 4.1.1952 in Sydney
Schwester
Hanna Silberberg *18.10.1928 in Arnheim; ✡ 4.10.1947 in Arnheim
Beruf Student
Adressen Berlin; Arnheim, Apeldoornscheweg 62, Steijnstraat 29 (1928, Roëllstraat 13 (1935), Bovenbrugstraat 9 (1941)

Heirat 14.4.1942 in Amsterdam mit Jette Rachel Hoogstraal * 29.7.1920 in Assen; ✡8.11.1998 Givat Brenner
Jette Silberberg heiratet in zweiter Ehe David Lanir (*16.1.1918 Lemberg; ✡2009 Givat Brenner)
Kinder
Weiterer Lebensweg
19.10.1927 Emigration von Heinz Silberberg mit den Eltern nach Arnheim

10.11.1928 nach Geburt von Schwester Hanna sucht die Familie eine Haushilfe; Anzeige in Arnhemsche Courant
Ilse Silberberg dort Leiterin des Waisenhauses für Jungen
Ludwig Silberberg ist Mitglied im Vorstand des Altenheims; Diplomingenieur
Heinz Silberberg besucht in Arnheim die Lagere und Gem. Hoogere Burgerschool in der Schoolstraat 33-35
1.12.1933 Naturalisation als niederländischer Staatsbürger
1939 Hans Silberberg Mitglied im Maccabi Hazair; Sekretär des Vorstandes der Organisation
20.9.1939 Umzug von Hans Silberberg von Arnheim nach Amsterdam
15.4.1942 Heirat mit Jette Hoogstraal in Amsterdam

7.5.1942 Bezug der gemeinsamen Wohnung in Amsterdam, Dintelstraat 96
Erste Massentransporte nach Auschwitz
1.7.1942 Übernahme des von der niederländischen Regierung errichteten Vluchtelingen Kamp Westerbork durch die SS; danach geführt als Polizeiliches Judendurchgangslager Westerbork
15.7.1942 Erster Massentransport aus den Niederlanden in das KL Auschwitz
Jette und Heinz Silberberg gehen nach Arnheim, um dort unterzutauchen
Heinz Silberberg war aktives Mitglied des Makkabi Hazair; als er nach der Hochzeit mit seiner Frau in Arnheim untertauchen will, vermittelt ihm ein von früher bekannter Chawer aus Arnheim eine Versteckadresse.
Mauthausen 1942
Alle bei Razzien verhafteten Juden und Strafgefangene wurden zur „Sonderbehandlung“ Mauthausen deportiert.

5.11.1942 Einweisung von Heinz Silberberg als Strafgefangener in das KL Mauthausen, es muss sich hier um einen Einzelstraftransport gehandelt haben. Der einzige in dem fraglichen Zeitraum dokumentierte Transport ging am 9.11.1942 mit 236 Gefangenen aus dem SS-Lager in Breendonk in Belgien in das KL Mauthausen
Die Einweisung in das als Stufe III kategorisierte Lager Mauthausen bedeutete dabei faktisch eine Verurteilung zur „Vernichtung durch Arbeit“ im dortigen Steinbruch.
(Laut Erlass von Reinhard Heydrich: „Stufe III: Für schwer belastete, insbesondere auch gleichzeitig kriminell vorbestrafte und asoziale, d. h. kaum noch erziehbare Schutzhäftlinge, das Lager: Mauthausen.“)
In Mauthausen werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch, oftmals tödliche medizinische Experimente und Giftinjektionen ermordet.

10.11.1942 Tod des Sohnes Heinz Silberberg in Mauthausen; offizielle Diagnose Lungenentzündung

Ehefrau Jette überlebt im Versteck; 1947 ist sie wieder in Arnheim gemeldet. Sie emigriert nach Israel, geht in den Kibbuz Givat Brenner; Jette Silberberg heiratet in zweiter Ehe David Lanir (*16.1.1918 Lemberg; ✡2009 Givat Brenner)
Kamp Westerbork
4.8.1943 Schwester Hanna und Eltern Ilse und Ludwig Silberberg aus Arnheim eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork
Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.
11.-12.1.1944 Familie Silberberg auf dem zweiten Transport von 1037 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen
Sternlager Bergen-Belsen
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.
3.1.1945 Tod des Vaters Ludwig Silberberg in Bergen-Belsen
„Verlorener Zug“
10.4.1945 Evakuierung der Austauschjuden von Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt
23.4.1945 Die Irrfahrt des verlorenen Zuges endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz,
Befreiung durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow
6.5.1945 Tod der Mutter Ilse Silberberg in Tröbitz
31.5.1945 Einreise von Hanna Silberberg in die Schweiz (TBC?)
17.9.1945 Hanna kehrt als Überlebende des Verlorenen Zuges in die Niederlande zurück
4.10.1947 Tod von Schwester Hanna Silberberg in Arnheim
Gedenken
Grabstein für Onkel Hans Plaut in der Rookwood Necropolis: Section G, Sydney; Inschrift: His Duty Fearlessly & Nobly Done. Ever Remembered.
17.7.1955 Page of Testimony für Rafael Silberberg von seiner Frau Jael Lanir
Quellen
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1567358
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1160615
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Hoogstraal%22%7D&page=3
Charles Hess, Personal Memoir of Charles Hess, 1946
Geschwister Birnbaum, Die Erinnerungen, wie Pappi sie geschrieben hat, Bergen-Belsen Archiv
Coos Wever, The lost train; Masterarbeit, Universität Haifa, 2020
https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130373622
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130373643
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130373631
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/1761602
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130373639
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer