Ernst Otto Gumpert
*20.1.1920 in Parchim; ✡ 2.4.1945 in Bergen Belsen
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Leo Eliezer Lippmann Gumpert*16.6.1877 in Parchim; ✡24.3.1945 in Bergen Belsen
Heirat der Eltern 26.6.1912
Mutter Anita Burchard *31.7.1890 in Hamburg; ✡19.12.1930 in Schwerin
Stiefmutter Trude Schreiber *13.4.1903 in Annen (Witten); ✡2.5.1945 in Tröbitz
Onkel
Rudolf Schreiber *19.4.1899 in Annen; ✡ 12.10.1941 in Zasavica
Otto Schlomann Gumpert *31.12.1881; ✡ 24.1.1917 Schwerin
Rudolf Gumpert*21.4.1880 in Parchim; ✡29.12.1940 in Parchim
Paula Gumpert *10.4.1879 Parchim; ✡ 23.5.1961 Brasilien; oo Robert Baumgarten
Tante Margarete Gumpert geb. Sawatzki *11.1.1888 in Rummelsburg; ✡vor 1945 in Auschwitz
Schwester
Frieda Gumpert *6.4.1913 Parchim; 1939 Bendorf-Sayn (Psychiatrie) ✡18.6.1942 Sobibor
Cousin Ernst Günter Growald *1.11.1926 in Berlin; ✡ ?; Sao Paulo
Beruf Volontär, Schmiedelehrling
Adressen Parchim, Buchholzallee 7; Winterswijk, Morgenzonweg 38; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen); Amsterdam,
Heirat ledig
Kinder –
Weiterer Lebensweg

24.1.1917 Onkel Otto Gumpert – 3. Kompagnie des Infanterie-Regiment 171 – erliegt im Lazarett in Schwerin seinen schweren Verwundungen
Werkdorp Nieuwe Sluis

4.5.1936 Ernst Gumpert zur Hachschara ins Joodse Werkdorp Wieringermeer
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.
Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs
Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

Im Werkdorp arbeitet Ernst Gumpert in der Schmiede „oude smederij“

20.9.1936 kehrt Ernst Gumpert nach Deutschland zurück
15.12.1936 Ernst Gumpert offiziell abgemeldet
Novemberpogrom
10.11.1938 Verhaftung des Vaters Leo Gumpert, KL Sachsenhausen
10.11.1938 Verhaftung von Onkel Rudolf Gumpert
11.11.-12.11.1938 Tante Margarete im Gefängnis Neustrelitz
11.11.-2.12.1938 Onkel Rudolf im Gefängnis Neustrelitz


23.11.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Sachsenhausen
17.5.1939 Vater Leo, Stiefmutter Trude, Onkel Rudolf und Tante Margarete in Parchim, Buchholzallee 7 bei der Minderheitenzählung
12.7.1939 Flucht von Ernst mit den Eltern Leo und Trude Gumpert nach Winterswijk, Morgenzonweg 38, nach dem zuvor Schwester Frieda in der Jüdischen Klinik Bendorf-Sayn unter gebracht worden war
Onkel Rudolf und Margarete bleiben in Parchim
29.12.1940 Tod von Onkel Rudolf in Parchim
Kamp Westerbork
18.11.1942 Ernst Gumpert, Vater Leo und Trude Gumpert eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork
20.2.1943 Verlegung in das KL Vught
19.10.1943 Rückverlegung ins Kamp Westerbork
Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.
11.-12.1.1944 Ernst Gumpert, Vater Leo und Trude Gumpert auf dem dritten Transport von 1037 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen
24.3.1945 Tod von Leo Gumpert im Sternlager von Bergen Belsen
2.4.1945 Tod von Ernst Gumpert im Sternlager von Bergen Belsen
Verlorener Zug
10.4.1945 Evakuierung der Austauschjuden von Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt
23.4.1945 Ankunft von Stiefmutter Trude in Tröbitz, Fahrt endet an der gesprengten Elsterbrücke
Eintreffen der Roten Armee, General Tschukow; Befreiung
Fleck-Typhusepidemie
Notlazarett der Roten Armee in Tröbitz Nordfeld
7.5.1845 Tod von Stiefmutter Trude in Tröbitz; beerdigt im Massengrab Tröbitz Nordfeld
12.11.-29.11.1942 Tante Margarete Gumpert im Sammellager Große Hamburgerstraße
29.11.1942 Tante Margarete Gumpert auf dem Osttransport nach Auschwitz
Gedenken
9.8.2011 Stolpersteine für Ernst, Trude und Leo sowie Rudolf und Margarete Gumpert in der Lindenstr.38, Parchim
Quellen
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1244514
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de881606
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de881636
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de881623
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1063786
http://www.werkgroeplvdo.com/whzag/persoon/105/
https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer