Horst Heymann
*17.6.1921 in Neukölln, Berlin
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Max Heymann *4.6.1884 in Soldau; ✡ 1943 in Auschwitz
Mutter Alma Stargardter *21.1.1891 in Elbing; ✡ 1943 in Auschwitz
Geschwister
Ruth Heymann *24.6.1915 in Neukölln; ✡ 1943 in Auschwitz; oo Zwirn
Schwager Hermann Zwirn *26.4.1911 in Berlin; ✡ 1943 in Auschwitz
Beruf Schreiner
Adressen Berlin, div. Adressen zuletzt Kaiser-Friedrich-Straße 55
Heirat–
Kinder–
17.5.1939 bei Minderheiten-Volkszählung
Weiterer Lebensweg
Ostern 1927 Einschulung in die 7.Volksschule in Tempelhof

15.10.1933 Wechsel auf die Richard Wagner-Schule
29.3.1935 Ausschulung
Waldgehöft Havelberg
Horst Heymann zur landwirtschaftlichen Hachschara ins Waldgehöft, auch Jagdgehöft Barella, Damlacker Weg, nördlich von Havelberg (1934-1941), Träger bis zum Pogrom November 1938 war der Hechaluz, dann die RVJD. Die frühere Jagdpacht gehörte dem jüdischen Rechtsanwalt Siegfried Freund, er war zunächst auch der Leiter. Es umfasste acht Hektar Land, eine kleine Villa, zwei Wohnhäuser, eine Werkstatt, einen Stall, Gewächshäuser und Schuppen. Bis zu 50 Chaluzim waren hier untergebracht.
16.11.1936 Richard Horn eingestellt als Betriebsleiter in Havelberg; in dieser Funktion bleibt er bis September 1939.
30.6.1937 Auf der Belegschaftsliste von Havelberg finden sich neben den angestellten Leitern Horn und Hans Cohn 13 Chaluzim und sieben Chaluzoth.
Juni 1938 Günter Timendorfer im Team mit Leo Lippmann, Norbert Klein und Schreiner Ludwig Weiss beim Bau eines Gewächshauses in Havelberg
Im Novemberpogrom 1938 wird das Gehöft verwüstet. Die jungen Männer über 17 Jahre werden ins örtliche Polizeigefängnis gebracht.
Verhaftet wurden der Leiter Richard Horn und Madrich Werner Weitzfelder sowie die Chaluzim Heinz Budwig, Herbert Gotthilf, Gross Walter, Lutz Rosenberg, Norbert Klein, Arno Lewy, Leo Lippmann, Janus Nadler, Heinrich Stern, Günter Timendorfer, Heinrich Timendorfer, Ludwig Weiss.
Die Chaluza Annette Eick berichtet:
»Die Frau unseres Leiters (Johanna Horn) war auf der Farm geblieben und stand vor der Entbindung. Das Kind blieb im Bauch, sie hat furchtbar gelitten und ist daran gestorben.«
Johanna Horn ist auf dem jüdischen Friedhof unweit vom Waldgehöft begraben.
12.11.1938 Entlassung der älteren Chaluzim aus dem Polizeigefängnis.
Dezember 1938 Viele aus der Haft Entlassene gehen zum Hachschara-Trainingskurs im Lager Schlosshofstraße in Bielefeld zusammen mit der aus Buchenwald entlassenen Gruppe aus Ellguth.
Januar 1939 eine Gruppe der Havelberger geht nach Holland z.T. zur Einzelhachschara der „Deventer Vereniging“ oder ins Werkdorp Wieringen.
Nach dem September 1939 waren Nachfolger von Richard Horn als Betriebsleiter in Havelberg Siegfried Freund, Artur Posnanski, Alfred Selbiger, Heinz Berg und Hilde Nathan.
Minderheitenzählung
17.5.1939 Horst Heymann in Havelberg; insgesamt sind dort 56 Jugendliche und Personal gemeldet.
17.5.1939 beide Eltern in Berlin, Kaiser-Friedrich-Straße 55
Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2
12.10.1939 Bahnfahrt von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; Horst Heymann mit der zweiten Hälfte des Transportes von Breslau nach Wien
14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest
6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen
26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA
15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert
22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa
24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung
29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung
29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht
18.2.1940 Registrierung von Horst Heymann im Camp Athlit
Er gibt Dr. Fritz Friedenthal, Berlin als Referenz an , als Gemeindeältesten Rabbi Nussbaum (Dokument D/1242/40/CHU)

Kontaktadressen von Horst Heymann in Palästina
18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager
29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit
Fabrikaktion
20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“
März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert.
1.3.1943 Vater Max und Schwester Ruth auf dem 31. Osttransport von Berlin nach Auschwitz
2.3.1943 Schwager Hermann Zwirn auf dem 32. Osttransport von Berlin nach Auschwitz
3.3.1943 Mutter Alma auf dem 33. Osttransport von Berlin nach Auschwitz
Gedenken
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1072652
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1072289
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1186787
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1186747
https://www.ushmm.org/online/hsv/person_view.php?PersonId=9982526
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11210594
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12658211