Auerbach Siegfried

Siegfried Auerbach

*7.10.1917 in Berlin; ✡ 9.6.1989 Israel

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater Aron Leib Auerbach *10.3.1885 in Stryjowka; ✡1943 in Auschwitz

Mutter Hedwig Knopf *1.1.1895 in Brelau; ✡ 1943 in Auschwitz

Geschwister/Cousins

Heinz Auerbach *25.12.1920 Berlin; Alija; Israel

Georg Auerbach *14.2.1923 in Berlin; ✡1945 in Buchenwald

Cousine

Helga Auerbach *10.12.1926 in Berlin; ✡Auschwitz

Beruf  

Adressen Berlin; Urfeld; Nürnberg

Heirat Eva Auerbach *1914; ✡1990

Kinder

Weiterer Lebensweg

Hachschara in Urfeld

13.12.1935 Siegfried Auerbach zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für ca 60 Jugendliche über 18 Jahren. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

23.9.1936 Siegfried Auerbach abgemeldet aus Urfeld nach Nürnberg

Minderheitenzählung

17.5.1939 Die Eltern Leib und Hedwig, Onkel Jakob und Frau Ester Auerbach, sowie die Geschwister oder Cousins Heinz, Georg, Helga

3.8.1939 abgemeldet zur Emigration nach Argentinien

Fabrikaktion

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz deportiert, um den Arbeitskräftebedarf im Nebenlager Buna zu decken.

3.3.1943 beide Eltern auf dem 33. Osttransport von Berlin nach Auschwitz

5.9.1944 Bruder Georg auf dem 57. Osttransport nach Auschwitz

30.10.1944 Außenlager von Buchenwald; No= Niederorschel „Langenwerke AG“ Zwangsarbeit für die Junkerswerke

18.2.1945 Außenlager von Buchenwald in Halberstadt-Zwieberge II; Mal=Malachit

April 1945 ermutlich umgekommen auf dem Todesmarsch nach Auflösung von Halberstadt-Zwieberge

Nachkriegszeit

23.5.1986 Siegfried Auerbach in Askelon

Gedenken

14. und 23.5.1986 Pages of Testimony für Eltern, den Bruder Georg, sowie für Onkel Jakob Tante Hedwig und Cousine Helga Auerbach von Siegfried Auerbach

Grabstein für Siegfried und Eva Auerbach auf dem Nir Yitskhak Cemetery

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1047980

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1047854

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1047859

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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