
Ernst Schwarz
*24.9.1913 in Cham;✡ 6.7.1997.
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Bernard Schwarz *2.6.1870 in Kosolup, Böhmen; ✡8.4.1933 in Cham
Mutter Camilla Berger *18.12.1879 in Deschowitz Böhmen; ✡1943 in Lodz
Großeltern Abraham und Rosa Berger
Geschwister
Beruf
Adressen Cham; Urfeld; Schlüchtern

Heirat 3.6.1938 in Schlüchtern mit Ursula Neuhof *31.1.1915 in Göttingen; ✡18.7.2001
Schwiegervater Leo Neuhof *13.7.1882 in Schlüchtern, Kassel; ✡1943 in Lodz
Schwiegermutter Rosel Löwenstern; ✡1943 in Lodz

Kinder
Benjamin Arieh Schwarz *24.1.1940 in Petah Tikwa
Doron Schwarz
Weiterer Lebensweg
Hachschara in Urfeld
Ca 1937 Ernst Schwarz und Ursula Neuhof zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling;

Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
Ernst Schwarz und Ursula Neuhof nicht abgemeldet aus Urfeld
13.7.1937 Ausstellung eines Pass für Ernst Schwarz in Bornheim zur Auswanderung

24.7.1937 Ausstellung eines Pass für Ursula Neuhof in Bornheim zur Auswanderung
24.1.1938 Einreise von Ernst Schwarz als Tourist in Palästina
3.6.1938 Heirat von Ernst und Ursula Neuhof in Schlüchtern
10.9.1938 Abmeldung aus Schlüchtern
19.9.1938 Ankunft des Ehepaar Schwarz in Haifa
Minderheitenzählung
17.5.1939 Mutter Kamilla erfasst in Frankfurt, Josef Haydn Straße 57 III
Massenerschießung im Fort IX in Kauen
22.11.1941 Deportation der Mutter von Frankfurt nach Kauen; Einsperrung im Fort IX
25.11.1941 Massenerschießung der 999 Juden aus München zusammen mit den zuvor Eingetroffenen aus Berlin und Frankfurt, insgesamt 2934 Menschen, vom Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD im Fort IX außerhalb der Stadt erschossen.
Nachkriegszeit
Ernst und Ursula Schwarz leben in dem Wüstendorf Kfar Jedidja
Gedenken
29.4.1999 Page of testimony für Camilla Schwarz von Enkel Arie Schwarz
21.10.2020 Stolpersteine für Ursula Neuhof und ihre Eltern Leo und Rosel in Schlüchtern, Weitzelstraße 1
Quellen
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de970465
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History