Estera Rywka Preger
*5.2.1923 in Bendsburg/Bendin; ✡ 13.1.2005 Israel
Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Icek Preger *10.12.1889 in Bedzin; ✡ 1942 in Bedzin

Mutter Pincza Manela *13.9.1887 in Chęciny, Kielecki, Swietokrzyskie; ✡ ? vor 1944 in Polen
Geschwister
Cyma Preger *2.12.1916 in Bedzin; ✡ 1943 in Bedzin

Chawa Preger *3.3.1921 in Bedzin; ✡ Juni 1984 in Akko; oo Henryk Hersch Reinherz

Perla „Pola“ Preger *7.2.1925 in Bendin; oo 3.8.1952 mit Samek Reinharz
Die Zwillinge Laja und Ruchla Preger *5.1.1927 in Bedzin sind bereits 1928 verstorben
Beruf Arbeiterin
Adressen Bedzin, Zawale 18; Bayreuth; Pregnitz
Heirat 5.12.1950 in Israel mit Edgar Jakob Richter *22.10.1920 in Berlin; ✡ 26.12.2016

Kinder vier
Ruth Richter; oo Benjamin
Tochter Richter; oo Carmi
Weiterer Lebensweg
Das Ghetto von Bedzin/Bendsburg
1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen
3.9.1939 Besetzung von Bedzin; Eingliederung in das Deutsche Reich, Umbenennung in Bendsburg
9.9. 1939 die Große Synagoge und 50 umliegende Häuser werden niedergebrannt, viele Tote unter den jüdischen Bewohnern
Census von Bedzin
Dezember 1939 Estera mit den Eltern Preger und den drei Geschwistern auf von der NS-Verwaltung geforderten Bewohnerliste des Judenrates des Ghetto in Bedzin
Mai 1942 erste größere Deportation aus Będzin;
Vermutlich bereits März 1942 mit anderen Mädchen ins Durchgangslager Sosnowitz zur Zwangsarbeit an wechselnden Arbeitsstellen
August 1942 weitere Selektionen und Deportationen, 23 000 Juden auf zwei Plätzen in Będzin zusammengezogen und 4700 als nichtarbeitsfähig eingeschätzte Juden nach Auschwitz verbracht;
Frühjahr 1943 die im Landkreis Sosnowiec und Będzin verbliebenen Juden werden in ein Ghetto verbracht, das aus den zwei kleineren, miteinander verbundenen Ghettos Środula/Klein Srodula und Kamionka bestand.
März 1943 Auflösung des kleinen Ghettos; 4000 Juden in die Arbeitslager der Rüstungsfabrik HASAG in Tschenstochau
Juli bis August 1943 Räumung des Ghetto Sosnowitz .
25.8.1943 Auflösung des Ghetto Bedzin, die letzten 12000 jüdischen Bewohner werden nach Auschwitz deportiert, über 2000 werden auf den Straßen erschossen.
Frühjahr 1943 die im Landkreis Sosnowiec und Będzin verbliebenen Juden werden in ein Ghetto verbracht, das aus den zwei kleineren, miteinander verbundenen Ghettos Środula/Klein Srodula und Kamionka bestand.
März 1943 Auflösung des kleinen Ghettos; 4000 Juden in die Arbeitslager der Rüstungsfabrik HASAG in Tschenstochau
Juli bis August 1943 Räumung des Ghetto Sosnowitz; 1000 Juden bleiben noch zum Aufräumen werden aber Ende 1943 ebenfalls nach Auschwitz verbracht.
Die Schwestern Preger waren zuletzt noch im KL Mauthausen
Befreiung Mai 1945
Nachkriegszeit
DP- Camp Bayreuth in der amerikanischen Zone
Anfang 1946 auf Betreiben eines jüdischen Militärrabbiners (Rabbi Herschel Schacter ? *1917-2013) werden allein im Landkreis Bayreuth 16 Bauernhöfe beschlagnahmt.
Kibbuz NOHAM in Prebitz

6.3.1946 Die Schwestern Ester und Chawa Preger gehen unmittelbar nach der Gründung in die „Bauernschule Prebitz“. Die Bewohner nennen den Hof „Kibuc Hakowejsch“, später NOHAM.

Noch Jahrzehnte später ärgert sich der Bauer:
„Von März 1946 bis September 1947 waren wir besetzt …. und nur weil mein Vater Kreisbauernführer bei den Nazis war”
Heute noch sichtbare Inschrift am Türbalken eines Hofgebäudes in Prebitz Haus Nr. 6.

מַחסָן Mem, Chet, Samech und Nun: Machsan, zu deutsch Magazin, Lager

Im Dorfgasthaus von Prebitz, Haus Nr. 7 wurden die Verwaltung, der Speisesaal und eine Betstube eingerichtet.

8.5.1946 Kibbuznik aus Prebitz zur Jahresfeier der Befreiung

Zuletzt lebt Ester Preger auf dem Forkenhof, Kibbuz Afikim in Bindlach; er bestand Januar 1946 -Herbst 1947

Auswanderung nach Schweden

Sommer 1947
Alija nach Palästina

15.11.1949 Einreise von Ester Preger von Marseille auf der SS NEGBA

Gedenken
22.1.1957,17.5.1999 und 28.5.2007 Ehemann Jakob Richter schreibt 40 Pages of Testimony u.a. für die Mutter Herta, die Onkel Erich und Herbert Joseph, aber auch für die Familie Preger
Quellen
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://victims.auschwitz.org/victims
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History