Strauss Siegfried

Siegfried „Fred“ Strauss

*23.10.1896 in Seppenrade, + 23.1.1956 Sonoma, California, USA

Gymnasium Petrinum Nr. 3562; von Ostern 1906 VI bis abgegangen 15.3.1911

Wohnt bei Lehrer Tannenbaum, 1906/08 Königswall 9, 1908 – 1911 Westerholter Weg 19 und Nr. 13

Vater Alexander Strauss *13.11.1864 in Seppenrade, Viehhändler; +27.6.1920, Grab in Lüdinghausen

Mutter Julie Jonas *6.7.1867 in Borken; +16.8.1942 Theresienstadt

Adresse Lüdinghausen, Bahnhofstr.5, ab 1938 Olfener Str.10 (später „Judenhaus“)

Brüder

Max Strauss *18.1.1898 in Seppenrade; oo Helene Adler; 1937 nach San Francisco; +26.6.1965

Ernst Strauss *30.8.1901, oo 8.6.1934 Ruth Hamburger *17.3.1911; 1938 San Francisco, 25.12.1976

Beruf Viehhändler

Siegfried Strauss und Hildegard Servos (Archiv Bärbel Zimmer)

Heirat Hildegard Servos *11.8.1900 in Krefeld; + 23.11.1938, Suizid nach Verhaftung im November-Pogrom

Kinder

Alfred Strauss *27.9.1924, Mai 1939 Kindertransport nach England, 1940 San Francisco

Hildegard und Siegfried Strauss mit ihren Söhnen Alfred und Walter (Archiv Bärbel Zimmer)

Walter Strauss *29.7.1931 in Lüdinghausen, 1939 Kinderheim Köln, Lützowstr.35/37; Transport 20.7.1942 Köln Minsk, Tod 24.7.1942 erschossen im Wald von Blagowtschina

Weitere Lebensdaten

Er geht wie seine beiden Brüder Ernst und Max in Lüdinghausen in die Volksschule am Ostwall.

Zeigt am 28.6.1920 beim Standesamt Lüdinghausen den Tod seines Vaters Alex an

1920 nach Lüdinghausen Bahnhofstraße 5 (1920 noch Nr. 429)

8. Juni 1934 Bruder Ernst heiratet in Lüdinghausen auf dem Standesamt die am 17. März 1911in Fürstenau, Kreis Bersenbrück geborene Ruth Hamburger. Die Trauzeugen sind Ernst Bruder Siegfried und der Onkel Hugo Strauss

1938 Verkauf der Jugendstilvilla Bahnhofstr. 5

10. 11.1938 mit Ehefrau Hilde wegen „Devisenvergehen“ inhaftiert im Walkenbrückenturm, Coesfeld

23.11.1938 Ehefrau Hilde „erhängt“ im Walkenbrückenturm

14.12.1938 Arrestbefehl, Vermögensbeschlagnahme

26.1.1938 Strafanzeige gegen Siegfried Strauss und Betty Menco

14.4.1939 Urteil wegen „Devisenvergehen“ zu 6 Monaten Gefängnis und 5000 RM, mitangeklagt ist Betty Menco geb. Hamburger seine Schwägerin

Siegfried Strauss mit Sohn Alfred (Archiv Bärbel Zimmer)

5.5.1939 Sohn Alfred abgemeldet, Kindertransport nach England

24.5.1939 Entlassung aus dem Gefängnis

17.5 1939 Sohn Walter bei Großonkel Hugo Strauß und Tante Regina Frankenstein in Lüdinghausen; ebenfalls dort gemeldet deren Söhne Erich und Fritz Strauß mit seiner Frau Anna Wieler aus Recklinghausen Süd

21.6.1939 Antrag auf Ausreise

23.6.1939 Sohn Walter ins israelitische Kinderheim Köln

12.7.1939 Antrag auf Prüfung des Umzugsgut in der Spedition Schenker Hagen; genehmigt

Emigration nach England

25.8.1939 holt er Sohn Alfred in England ab.

29.9.1939 Kitchener Camp (Volkszählung)

9.3.-21.3.1940 Liverpool-New York mit der SS Lancastria mit Sohn Alfred, Ziel San Francisco

1954 Rückübereignung der Villa Bahnhofstr. 5

Tod 23.1.1956 Sonoma, California, USA

Quellen

Michael Kertelge, Zwischen Ausplünderung und versuchter Wiedergutmachung, Geschichtsblätter des Kreises Coesfeld 41. Jg. 2016

Bärbel Zimmer, Lüdinghauser Stolpersteine, Druckhaus Rademann, Lüdinghausen 2009

Dieter Westendorf, Schicksale der jüdischen Coesfelder zwischen Bedrohung und Ermordung, 2013

Jan Henning Peters, Jüdische Schüler am Gymnasium Petrinum in Recklinghausen, Vestische Zeitschrift Bd 88/89, 1989/1990

Peter Werth, „Schleichende Enteignung jüdischer Vermögen“ Westfälische Nachrichten 7.1.2017

Westfälische Nachrichten „Holzkisten im Schutz der Dunkelheit zur Strauss-Villa gebracht“ 11.5. 2008

Werner Schneider, Jüdische Heimat im Vest Gedenkbuch 1983

Werner Schneider, Jüdische Einwohner Recklinghausens 1816-1945, in: 750 Jahre Stadt Recklinghausen. 1236-1986, hrsg. von Werner Burghardt, Recklinghausen 1986

Georg Möllers, Biografie der Familie Wieler, Moises, Strauss in:

Gedenkbuch Opfer und Stätten der Herrschaft, der Verfolgung und des Widerstandes in Recklinghausen 1933-1945

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945

ITS Arolsen Dokumentenarchiv

1939 Register von England und Wales

NS Dokumentationszentrum Köln

Ellis Island und andere New York Passagierlisten, 1820-1957 Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6452)

Volkszählung 1940 der Vereinigten Staaten

U.S. Social Security Applications and Claims, 1936-2007

U.S. Sterbe-Verzeichnis der Sozialversicherung (SSDI)

Todesfälle in Kalifornien, 1940 – 1997

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Lüdinghausen

http://www.tenhumbergreinhard.de/transportliste-der-deportierten/bericht-transport/transport-20071942-koeln.html

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert