Werner Rölen
*4.3.1920 in Recklinghausen; ✡ 13.11.1994 in Bordeaux, Frankreich
Vater Josef Rölen * 28.8.1889 in Wickrath; ✡ nach dem 10.12. 1941 in Riga
Mutter Fanny Marx *2.2.1888 in Bonn; ✡ in Riga
Adressen Recklinghausen, Breite Str.26; Kampstraße 3; Köln, Venloer Straße 267
Bruder Helmuth Rölen *15.3.1925 in Recklinghausen, 1941Riga; ✡?
Weiterer Lebensweg
2.11.1933 nach Köln
8.8.1934 Umzug der Eltern nach Köln
Landwerk Halbe
Landwerk Halbe Jüdische Mustersiedlung und Landerziehungsheim Halbe (1919-1926) und Landwerk Halbe (1934-1938) für die Mittlere Hachschara (14-17 Jahre)

26.6.1937 Werner Roelen als Mitglied des Makkabi Hazair Köln zur Hachschara ins Landwerk Halbe

Das zweigeschossige Hauptgebäude verfügte im Erdgeschoss über einen Speisesaal für ca. 60 Personen, die Küche und den Schlafsaal der Mädchen, im Obergeschoss befanden sich Schlafräume und ein Waschraum. Das Haus auf der anderen Straßenseite beherbergte das Büro und Perlsteins Wohnung. In einer weiteren Baracke wohnten die „Umschichtler“ der „Älteren-Hachschara“. Die Felder mit den Ställen waren über einen Kilometer entfernt.
Novemberpogrom in Halbe
Zu den überfallenen Ausbildungsorten gehörten Ellguth/Schlesien, Freienstein/Pommern, der Gehringshof bei Fulda, Groß-Breesen/Schlesien, Grüsen bei Frankenberg, Neuendorf bei Fürstenwalde, das Landwerk Halbe/ Brandenburg, „Jom Tow“ Silingthal/Schlesien, Halberstadt, Jägerslust bei Flensburg, Bomsdorf/Krs.Bitterfeld und Sennfeld/Baden. Hachschara-Stätten wie Urfeld bei Köln, Polenzwerder, der Brüderhof bei Hamburg, der Kibbuz Westerbeck in Westfalen und Einrichtungen wie das Jüdische Jugendheim Essen, das auch für Ausbildungszwecke genutzt werden musste, waren ebenfalls betroffen.
10.11.1938 Novemberpogrom in Halbe; Diplomlandwirt Friedrich Perlstein ist Leiter des Landwerks
Perlstein dazu in einem Brief an das Ausgleichsamt des Kreises Bergstraße vom 7. 2. 1973:
„Am 9. November 1938 erschienen Lastautos, gefüllt mit schwarz uniformierten Sturmtruppen. Sie stürmten in die Gebäude und befahlen uns hinter dem Gebäude anzutreten. Es war stock dunkel und wir wurden mit starken Scheinwerfern geblendet. Untermischt mit Schimpfwörtern wurde uns erklärt, dass wir erschossen würden, aber vor der Hinrichtung sollten wir zusehen, wie sie das ‚Judennest‘ vollständig zerstören würden. Sie stahlen, was sie für sich haben wollten und zertrümmerten alles was in bestialischer Weise zerstört werden konnte.
Zum Schluss gaben sie den Befehl das Landwerk Halbe zu verlassen und erklärten mit grausamen Drohungen, dass sie morgen zurückkommen würden, um sich zu versichern, dass ihr Befehl ausgeführt wurde. Dann bestiegen sie ihre Lastwagen und verschwanden in der Nacht. Das war das Ende des Landwerk Halbe.“
22. 11. 1941 nach Ankündigung der Deportation Flucht in die Schweiz
7.12.1941 Deportation der Eltern und Bruder Helmuth Köln-Riga
26. 9. 1947 Einbürgerung als französischer Staatsbürger
13.11.1994 Tod in Bordeaux, Frankreich
Quellen
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Germany, Jewish Victims of Nazi Persecution, 1933-1945
France Death Index, 1970-2020; Zertifikatsnummer 1058/03
https://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/28644-karoline-roelen/Deutschland, Geburten und Taufen, 1558-1898
Heinz Reuter, Die Juden im Vest Recklinghausen, Vestische Zeitschrift Bd. 77/78, 1978/1979
Werner Schneider, Jüdische Heimat im Vest Gedenkbuch 1983
Werner Schneider, Jüdische Einwohner Recklinghausens 1816-1945, in: 750 Jahre Stadt Recklinghausen. 1236-1986, hrsg. von Werner Burghardt, Recklinghausen 1986
Georg Möllers / Jürgen Pohl: Abgemeldet nach „unbekannt“ 1942, Die Deportation der Juden aus dem Vest Recklinghausen nach Riga, hrsg. von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Recklinghausen, Klartext Verlag, Essen, 2. Auflage 2017
https://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/28643-alexander-roelen/
https://museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/default.aspx?sfrom=1214&s=2460&id=10579&buchstabe=R