Schultz Anna

Anna Schultz geb. Butter

* 10.9.1910 in Köln; + 5.8.1994 in Minden

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Vater unbekannt

Mutter unbekannt

Geschwister

Jakob Butter *13.5.1904 in Köln; 13.2.1945 mit Tr XI/5 Münster-> Theresienstadt ( Mischehen-Aktion) überlebt

Paula Butter *12.8.1907 in Köln; oo Ludwig Fernich

Mathilde Butter *17.3.1909 in Köln; Bielefeld-Riga 13.12.41; +13.8.1987 in Minden

Beruf ?

Adressen Köln;

Heirat oo Herbert Schultz *4.3.1900 Grabow + 4.12.1977 in Minden

Kinder

Josef Schulz *24.11.1936 in Köln; + 22.4.1944 bei der „Kinderaktion“ in Riga-Kaiserwald 

Max Mosche Schulz *9.9.1939 in Köln Buchheim; + 22.4.1944 bei der „Kinderaktion“

Bernd Schulz + nach 1945 in Minden; lebt in Antwerpen

Weiterer Lebensweg

7.12.1941 Transport von Köln Bahnhof Deutz-Tief nach Skirotawa, Riga

10.12.1942 Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga

Anfang Januar 1942 Ehemann Herbert Leiter der jüdischen Zentralarbeitsstelle im Ghetto

Mitte 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

November 1943 vermutlich mit Ehemann Herbert im Gefolge von Roschmann zur Lenta

Wegen Überbelegung von Lenta zahlreiche Rückstellungen ins Stammlager Kaiserwald, auch Schultz

22.4.1944 bei der „Kinderaktion“ in Riga-Kaiserwald werden beide Söhne umgebracht

Ende September 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Der letzte Transport aus Kaiserwald geht nach Libau

29.9.- 3.10.1944 140 Zwangsarbeiter ABA 701 mit dem Frachtschiff „Sanga“ nach Libau, Lettland

SS-Sonderlager Libau in Lettland, Arbeit im Hafen, Be- und Entladen von Schiffen

22.10.1944 Fliegerangriff auf Liebau mit zwei Toten unter den Häftlingen

22.12.1944 schwerer russischer Bombenangriff auf die besetzte Stadt, 14 Lagerinhaftierte kommen um

19. 2. 1945 200 Häftlinge von Libau auf dem mit Granaten- und Patronenhülsen beladenen Kohlefrachter „Balkan“ über die Ostsee erst Richtung Lübeck, wegen Bombenangriffen umgeleitet nach Hamburg

27.2.1945 Ankunft in Hamburg, von der Gestapo in Gefängniswagen vom Hafen nach Fuhlsbüttel

27.2.1945 – 11.4.1945 Polizeigefängnis Fuhlsbüttel „Kola-Fu“, Zuchthaus und Konzentrationslager

12.-15.4.1945 86 km Fußmarsch nach Kiel, ins „Arbeitserziehungslager“ (AEL) „Nordmark“ in Hassee, Außenlager des KL Neuengamme in Kiel.

Rettungsaktion „Graf Bernadotte“ durch das Schwedische Rote Kreuz

Nach Verhandlungen des schwedischen Graf Bernadotte und Norbert Masur vom World Jewish Congress, Stockholm mit Heinrich Himmler nahe Berlin werden 168 jüdische Häftlinge und ihre Kinder nach Schweden freigelassen.

1.5.1945 153 Juden mit weißen Bussen des Roten Kreuz nach Pattburg, Dänemark, Entlausung in der Quarantänestation; weiter mit dem Zug nach Kopenhagen

2.5.1945 mit der Fähre nach Malmö; erste Quarantäne ca. 10 Tage

4.5.1945 Befreiung des AEL Nordmark Hassee durch britische „Royal Army“

13.5.1945 in Smålandsstenar, Schweden in Quarantäne

8.6.1945 IRC-Recreation-Camp, Holsbybrunn Lidingo Schweden

Dez. 1945 nach Ryds Brunn Camp

1946 Suchanfrage von Anna Schultz nach Schwester Paula und Ludwig Fernich beim WJC Stockholm

Quellen

Hans-Werner Dirks und Kristan Kossack, Rigaer Ghetto überlebt und zurückgekehrt, Mindener Tageblatt, 23.2.2008

https://www.statistik-des-holocaust.de/XI5-1.jpg

https://juedisches-leben.kommunalarchiv-minden.de/getperson.php?personID=I3512&tree=jews

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411213_Bielefeld14.jpg

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939  https://www.mappingthelives.org/

Standesamt Minden, Sterbeurkunde Nr. 860/1987

https://collections.arolsen-archives.org/archive/5027473/?p=1&s=Butter%201904&doc_id=5027473

http://www.geschichtsverein-bordesholm.de/Veroeffentlichungen/Jahrbuecher/J06_7_Fentsahm_Evakuierungsmarsch.pdf

Käthe Fries, Schießen Sie mich nieder, Lukas Verlag 2017

Gertrude Schneider, Reise in den Tod, Deutsche Juden in Riga 1941-1944, Laumann-Verlag, 2008

Hilde Sherman: Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/M.-Berlin-Wien, 1984

Aufbau, Nach Schweden gerettet; Ausgabe vom 22.6.1945

Bernd Philipsen, Fred Zimmak, Hrsg., Wir sollten leben, Novalis 2020

Dietlind Kautzky, Thomas Käpernick (Hrsg.), Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden VSA 2020

http://www.deutschland-ein-denkmal.de/ded/database/detailView;jsessionid=B799C8FA5C85EA93BFDDE066422DA575?selectDetail=Auswahl+abschicken&reqEntryId=1782&cat=kz.rik&hasMenu=true

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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