Cletsoway Berta

Berta Cletsoway geb. Broch

*27.8.1897 in Brünn, Slowakei; + 1944 in Stutthof

Staatsangehörigkeit Tschechoslowakei

Vater Moritz Broch *24.3.1866 in Boskowitz, Raitz, Slowakei; Althändler; + 13.6.1942 Jüd. Krankenhaus Hannover, Ellernstraße

Mutter Gesella Katharina Donnebaum *12.12.1868 in Pohrlitz, Reckowitz, Slowakei; jüdisches Altenheim Bielefeld, Schloßhofstraße 73 a; +15.7.1943 in Theresienstadt

Geschwister

Leon Broch * 29.12.1894 in Rakowitz, Slowakei; nach Berlin; Gurs; Drancy; 12.8.1942 Auschwitz

Frieda Broch * 14.4.1896 in Rakowitz, Reckowitz Slowakei; 30.4.1942 nach Zamosc

Hilda Broch *8.11.1898 in Brünn, Slowakei; *30.9.1940 in Bochum; jüd. Friedhof

Kurt (Karl) Broch *20.8.1902 in Bochum; 27.1.1942 deportiert nach Riga; Tod in Riga

Charlotte Broch *11.12.1906 in Bochum; oo Ernst Jachmann; beide 4.3.1943 nach Auschwitz, 43. Osttransport

Karl Broch *31.7.1909 in Bochum; 30.4.1942 nach Zamosc

Walter Broch * ca 1911 in Bochum; 1939 nach London

Erich Broch* ca. 1914 in Bochum; oo Erna Eisenberg; 1939 nach London

Onkel Gustav Donnebaum *10.4.1867; +13.7.1933; Grab jüdischer Friedhof an der Wasserstraße

Onkel Hugo Broch *8.4.1872 in Raitz; Gelsenkirchen; Riga; +5.11.1943 in Auschwitz

Beruf Näherin; zeitweilig eigener Schneider-Betrieb auf der Dorstener Straße

Adressen Bochum, wechselnde Adressen, Dorstener Straße 6 a, Kleine Beckstraße 1

Heirat Artur Cletsoway *11.7.1894; +18.4.1945 in Stolp Außenlager des KL Stutthof

Weiterer Lebensweg

1896/97 Umzug der Familie nach Brünn

Ca. 1900 Zuzug der Familie nach Bochum

1938 Umzug in die Kleine Beckstraße Eigentümer Artur und Siegfried Cletsoway

9./10.11.1938 Novemberpogrom Ehemann in „Schutzhaft“ KL Sachsenhausen

16.12. 1938 Artur Cletsoway Entlassung aus „Schutzhaft“ im KL Sachsenhausen

Frühjahr 1939 die Brüder Erich und Walter fliehen nach London

Kurt arbeitet als Notstandsarbeiter; Zwangsarbeiterlager in Borghorst Duhme

17.5.1939 Mit Ehemann Artur in Bochum bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Eltern, Geschwister Frieda, Hilda und Kurt in Bochum bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Bruder Kurt Broch wird in Borghorst erfasst, zusammen mit Fritz Nussbaum aus Bochum im Zwangsarbeitslager Borghorst, Dumte ; Regulierungsarbeiten an der Steinfurter Aa

Jan. 1942 Deportationsbefehl der Gestapo, sich am 23.12.1942 am Bahnhof Bochum einzufinden

24.1.1942 deportiert aus Bochum nach Dortmund, Saal der Gaststätte Zur Börse Nähe HBF
27.1.1942 Transport Dortmund nach Riga-Skirotawa mit Ehemann, Bruder Kurt und Onkel Hugo

1.2.1942 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga

Schwester Frieda und Bruder Karl haben sich der Deportation entzogen; April 1942 nach Zamosc

13.6.1942 Vater Moritz verstirbt im Jüdischen Krankenhaus Hannover, Ellernstraße

30.9.1942 Mutter Gesella geht ins jüdische Altenheim Bielefeld, Schloßhofstraße 73 a; 12.5.1943 nach Theresienstadt; dort verstorben 15.7.1943

Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

6.8-9.8.1944 1. Großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Libau nach Danzig

9.8.1944 Ankunft in Stutthof

1944 Tod in Stutthof, laut Siegfried Vollmann am 7.11.1952 „tödlich verunglückt“

Gedenken

2.11.2007 Stolpersteine für Gisela, Frieda, Kurt und Karl Broch in Bochum, Dorstener Straße 6

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de899551

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de899550

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de848601

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1590852

https://www.bochum.de/C125830C0042AB74/vwContentByKey/W289697Q551BOLDDE/$FILE/067_070_Broch_Familie.pdf

https://collections.arolsen-archives.org/archive/70654762/?p=5&s=Broch&doc_id=70654762

https://collections.arolsen-archives.org/en/archive/12649909/?p=1&doc_id=12649909

Hubert Schneider, Die Entjudung des Wohnraums: Judenhäuser in Bochum; Münster, 2010

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_wfn_420127.html

https://www.holocaust.cz/de/datenbank-der-digitalisierten-dokumenten/dokument/97389-broch-katharine-todesfallanzeige-ghetto-theresienstadt/

https://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/79581-josef-broch/

Wolfgang Scheffler, Diana Schulle, Buch der Erinnerung, Die ins Baltikum deportierten Juden 2011

Gertrude Schneider, Reise in den Tod, Deutsche Juden in Riga 1941-1944, Laumann-Verlag, 2008

Hilde Sherman: Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/M.-Berlin-Wien, 1984

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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