Nethe Moritz

Moritz Nethe

*14.1.1883 in Brakel; April 1945

Buchenwald – Häftlingsnummer 82649

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Mayer Hans Nethe*20.6.1851 in Brakel; Landwirt

Mutter Bertha David

Geschwister

Riekchen Nethe *18.5.1881 in Brakel;

Julius Nethe *31.5.1885 in Brakel;

Alfred Nethe *31.5.1885 in Brakel; +27.5.1915 im 1. WK, Inf. Reg. 118, 12. Kompanie

Rosalie Nethe *9.3.1888 in Köln; oo Adolf Buchheimer (1880-1941); +8.5.1945 in Kulmhof

Ludwig Nethe *12.9.1890 in Brakel; Lindlar; +3.6.1974

Beruf Klempner, Dachdecker

Adressen Brakel; Köln, Altenburger Straße 11

Heirat Anna Windesheim *19.6.1896 in Unna; +12.1.1945 in Stutthof

Kinder

Alfred Robert *14.12.1923 in Brakel (Name zu Ehren des Kriegsgefallenen Onkels); Riga; +22.4.1945 in Schwarzhofen, Oberpfalz

Rudolf Nethe *24.5.1926 in Köln; Riga; +nach dem 10.4.1945

Weiterer Lebensweg

17.5.1939 bei Minderheiten-Volkszählung

6.12.1941 Verhaftung und Verbringung in die Deutzer Messehallen

7.12.1941 Transport Tiefbahnhof Köln-Deutz nach Riga mit den Söhnen und Ehefrau Anna

10.12.1941 Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga

Von Rolf Abrahamsohn erwähnt , im Technischen Dienst im Ghetto Riga tätig

Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung; Kommandant des KL Kaiserwald Sturmbannführer Albert Sauer

6. November 1943 Aufnahme KL Kaiserwald, Riga, Kasernierung im Außenlager

1944 Leistenbruch-Operation

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga und seiner Außenlager

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

6. – 8.8.1944 1. Großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig

9.8.1944 Ankunft in Stutthof mit den Söhnen und Ehefrau Anna

13.8.1944 Deportation mit dem Zug aus Stutthof nach Buchenwald

16.8.1944 Ankunft von Moritz mit den Söhnen in Buchenwald, 1350 Männer aus Stutthof

4 Wochen im Quarantänelager im KL Buchenwald, Unterbringung in Wehrmachtspferdeställen und Zelten im „Kleinen Lager“

16.9.1944 Deportation in das Außenlager des KL Buchenwald an der Brüllstraße in Bochum, angegliedert der Geschossfabrik des Bochumer Verein; mit dem Zug von Buchenwald nach Bochum; 18.9.1944 Unterbringung im Barackenlager auf der Brüllstraße nahe dem Bochumer Verein; 88 mm Panzergranaten-Produktion

4.11.1944 schwerster Bombenangriff auf Bochum mit Zerstörung der gesamten Innenstadt

5.-7.11.1944 Lagerhäftlinge als Bombensuchkommando

18.3.1945 wurden die beiden Bochumer Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald, das AL Bochumer Verein und das AL Eisen- und Hüttenwerke AG geräumt

18.3.1945 Auflösung des Außenlagers Brüllstraße, Rücktransport von 1361 Häftlingen nach Buchenwald

21. März 1945 Ankunft von 1326 Häftlingen im KL Buchenwald; Unterbringung in Zelten im „Kleinen Lager“

10.4.1945 Evakuierung des KL Buchenwald in geschlossenen Güterwaggons nach Theresienstadt, Flossenbürg und Dachau

Gedenken

11.2.1999 Pages of Testimony für Moritz, seine Söhne und Ehefrau von Alex Salm

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Rolf Abrahamsohn, Was machen wir, wenn der Krieg zu Ende ist? Klartext, 2010, Seite 26

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/person/6700963?s=82649&t=222836&p=1

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&s_id=&s_lastName=Nethe&s_firstName=&s_place=koeln&s_dateOfBirth=&cluster=true

Preußische Verlustlisten von 24.6.1915, Seite 7191

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1007940

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1197462

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1000233

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de999188

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411207_29.jpg

http://www.denkmalprojekt.org/verlustlisten/vl_rjf_wk1_orte_k.htm

Gedenkbuch der Opfer der Shoa aus Bochum und Wattenscheid, 2000

Manfred Keller, Spuren im Stein, ein Bochumer Friedhof als Spiegel jüdischer Geschichte, 1997

Ein Bochumer Konzentrationslager – Geschichte des Buchenwald-Außenlagers des Bochumer Vereins. Aufsätze, Fotos, Dokumente, hrsg. v. VVN-BdA (Kreisvereinigung Bochum), Bochum 2019, 112 S., ISBN: 978-3-931999-25-4

Wolfgang Scheffler, Diana Schulle, Buch der Erinnerung, Die ins Baltikum deportierten Juden 2011

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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