Winters Walter

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Walter Winters


*31.12.1893 in Krefeld; † 22.10.1956 in Krefeld-Uerdingen

Beruf Kupferschmied

Heirat Elisabeth Spinnes

Tochter Anneliese Winters

Sohn Walter Winters

Adresse Krefeld, Hindenburg-Siedlung 42 b

Lebensweg

Erster Weltkrieg

Oktober 1914 bis März 1915 Musketier der 2. Kompanie des I. Bat. 255. Res.-Inf. Regiments

31.3.1915 als vermisst gemeldet inn den Preußischen Verlustlisten
Meldung vom 31.1.1916 „in Gefangenschaft“

März 1915 bis Dezember 1920 russische Kriegsgefangenschaft

 

1921 Mitglied der KPD und kommunistischen Organisationen, wie der ›Roten Hilfe‹, der „proletarischen Freidenkerbewegung“ und dem Erwerbslosenausschuss

In den 1920er Jahren als Monteur in der Nähe von Gelsenkirchen

1925 und 1928 Stadtverordneter der KPD in Krefeld

März – September 1933 in »Schutzhaft« zusammen mit seinen Genossen Plum und Billstein

Sein Freund und Genosse Heinrich Plum beschreibt ihn so:
„Walter Winters! Der Kumpel, mit dem ich innerhalb der Bewegung am meisten zusammenarbeitete und ich darf wohl sagen, mit viel Erfolg. Oft hörte ich, dass die Arbeiter ihn einen Draufgänger nannten. Nicht zu Unrecht, denn er ist wirklich ein Mensch, der gerne mit dem Kopf durch die Wand will. Durch diese seine Eigenschaft hat er es im Leben, besonders aber in den Zuchthaus- u. K.Z.- Jahren, immer recht schwer gehabt. Einmal erlebte ich, dass er einen S.A. Mann, der mit geschultertem Karabiner dastand, an den Hals sprang. In Buchenwald ging ich mit ihm mal einen verbotenen Weg, wobei wir von einem S.S. Mann erwischt wurden. Die Folge, wir mussten strammstehen und schon spürte ich die Faust des S.S. Mannes in meinem Gesicht. Walter erging es genauso. Aber während ich, wenigstens äußerlich, nicht darauf reagierte, schnellte er gleich beim ersten Schlag, wie von einer Schlange gebissen hoch. Seine Augen sprühten Feuer und man sah deutlich wie schwer es ihm wurde, an sich zu halten. Ich kam mit einem Schlag davon, er musste wie immer mehrere einstecken. Nie habe ich ihm in den Jahren mißmutig oder voller Verdruss gesehen. Er war immer froh und heiter und jeder Zeit bereit draufzuschlagen.“

Mit Heinrich Plum und Aurel Billstein bilden die neue illegale Parteispitze von Krefeld

Juni 1934 erneut verhaftet, verbotener Wiederaufbau der Partei
7.-9.2.1935 Großprozess gegen 25 KPD-ler vor dem Krefelder Landgericht wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“, Urteil 5 Jahre Zuchthaus

Verbüßung der Haftstrafe in Lüttringhausen (Remscheid) und Siegburg,

21.6.-22.8.1939„Schutzhaft“ in Moorlager 5 und 1

22.8.1939 mit Heinrich Plum ins Konzentrationslager Buchenwald überführt; Block 38

Erst Stubendienst, ab August 1942 Arbeitskommando 1 Arbeitsstatistik

In Buchenwald Arbeitskommando 1 Arbeitsstatistik unter den kommunistischen Kapos Willy Seifert und Herbert Weidlich;

Jorge Semprun beschreibt ihn:

„Walter ist einer der seltenen alten deutschen Kommunisten bei der Arbeit (Arbeitsstatistik), die nicht verrückt sind. Ich will damit sagen, die nicht aggressiv verrückt sind.“

hier ist er aktiv an Schutzaktionen für Parteigenossen beteiligt.

21.9.1944 ihm werden „Hafterleichterungen“ zugestanden

Karteikarte des HKB Häftlingkrankenbau Buchenwald

Das Ende des KL Buchenwald

5.4.1945 Himmlers Befehl zur Evakuierung von Buchenwald (47500 Häftlinge);

6.-10.4.1945 Die SS beginnt mit der Evakuierung des Konzentrationslagers; etwa 28.000 Häftlinge des Stammlagers und mindestens 10.000 Häftlinge der Außenlager werden auf insgesamt 60 Marschrouten – meist zu Fuß – auf die Todesmärsche getrieben, 12000 (Schätzung) kommen auf diesen Märschen um.

6.4. 1945 von den ca. 6000 Juden im Lager, können etwa 3000 versteckt werden; 3105 Juden werden im Lager zusammengetrieben, in den Werkshallen der DAW (Deutsche Ausrüstungswerke) eingesperrt und Richtung Flossenburg in Marsch gesetzt

7.4.1945 Todeszug nach Dachau verlässt Weimar mit ca. 7000 Häftlingen

10.4.1945 9.280 Insassen haben an diesem Tag Buchenwald in zwei Kolonnen verlassen. Die SS kündigt für den folgenden Tag die vollständige Räumung des Lagers an.

Evakuierung des KL Buchenwald in Güterwaggons nach Theresienstadt, Flossenbürg und Dachau

11.4.1945 Befreiung von Buchenwald durch das 37. Panzerbataillon der 4. US-Panzerdivision

Wiedereintritt in die KPD

10.12.1945 – Okt. 1946 Mitglied der ernannten Stadtverordneten-Versammlung von Krefeld

Vorsitzender des VVN Krefeld

Quellen

Heinrich Plum, Beschreibung Walter Winters, Tagebucheintrag vom 23.2.1948

Jorge Semprun, Was für ein schöner Sonntag, Suhrkamp 1981

https://villamerlaender.de/wp-content/uploads/2020/08/Abbschlussbericht-Heinrich-Plum-Finale-Fassung-FS.doc5412.pdf

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/1-1-5-1_7631000?s=Arbeitsstatistik

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/1-1-5-0_8018504?s=Arbeitsstatistik

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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2 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Wittmann,
    ich bin eine Enkelin von Walter Winters, dessen Lebenslauf Sie auf Ihrer Seite beschreiben, und arbeite mit meinem Großcousin Ralf Winters an einer Biographie meines Großvaters Walter Winters geb. 31.12.1893 in Krefeld.
    Vielen Dank für Ihre Arbeit, denn einige Dinge, die Sie über ihn wissen, wussten wir noch nicht.
    Wäre es möglich mit Ihnen zu telefonieren oder Sie und Ihr Archiv einen Besuch abzustatten?

    Mit freundlichen Grüßen
    Angela Ortmann

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