Berlin Rudolf

Rudolf Rolf  Berkovich Nilbers Berlin

*16.1.1906 in Berlin; + April/Mai 1945

Buchenwald – Häftlingsnummer 82240

Staatsangehörigkeit Lette

Vater Boris Berka Jeruchim Berlin *16.8.1875 in Velizh; +1941 in Riga

Mutter Sophie Lifszyc Khamovna *8.8.1889 in Warschau; +1941 in Riga

Geschwister

Beruf Sänger,Kapellmeister,Schweissergehilfe

Adressen Riga, Sandstraße 5, Tomsona 13-5

Heirat geschieden von Irene Jadwiga Maria Sacharov

Kinder

Weiterer Lebensweg

1932 Sänger, Kapellmeister in Berlin,  Filmmusik zu „Ein blonder Traum“ mit Lilian Harvey

Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

6.8.1943 Aufnahme KL Kaiserwald, Riga, Kasernierung im Außenlager

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga und seiner Außenlager

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

6. – 8.8.1944 1. Großer Transport mit 6382 Juden auf der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig

11.8.1944 Ankunft in Stutthof

13.8.1944 Deportation mit dem Zug aus Stutthof nach Buchenwald

16.8.1944 Ankunft mit 1350 Männern aus Stutthof in Buchenwald

4 Wochen im Quarantänelager im KL Buchenwald, Unterbringung in Wehrmachtspferdeställen und Zelten im „Kleinen Lager“

16.9.1944 mit dem Zug von Buchenwald nach Bochum

18.9. 1944 Eintreffen im Außenlager des KL Buchenwald an der Brüllstraße in Bochum, angegliedert der Geschossfabrik des Bochumer Verein; Unterbringung im Barackenlager auf der Brüllstraße nahe dem Bochumer Verein; Zwangsarbeit in der Panzergranaten-Produktion im Pressbau oder der Geschossdreherei

4.11.1944 schwerster Bombenangriff auf Bochum mit Zerstörung der gesamten Innenstadt und drei Lagerbaracken; 37 Häftlinge sofort und weitere 21 später an den Verletzungen verstorben

19. -20.1.1945 Rücktransport von 198 „nicht mehr geeigneten“ Häftlingen nach Buchenwald

18.3.1945 wurden die beiden Bochumer Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald, das AL Bochumer Verein und das AL Eisen- und Hüttenwerke AG geräumt

18.3.1945 Auflösung des Außenlagers Brüllstraße, Rücktransport von 1361 Häftlingen nach Buchenwald; angeschlossen werden 632 Männer aus den E&W-Werken.

Liste Block 51 Ende März 1945

21. März 1945 Ankunft von 1942 Häftlingen im KL Buchenwald; Unterbringung Baracke 51 im „Kleinen Lager“

5.4.1945 Himmlers Befehl zur Evakuierung von Buchenwald (47500 Häftlinge);

6.-10.4.1945 Die SS beginnt mit der Evakuierung des Konzentrationslagers; etwa 28.000 Häftlinge des Stammlagers und mindestens 10.000 Häftlinge der Außenlager werden auf insgesamt 60 Marschrouten – meist zu Fuß – auf die Todesmärsche getrieben, 12000 (Schätzung) kommen auf diesen Märschen um.

6.4. 1945 von den ca. 6000 Juden im Lager, können etwa 3000 versteckt werden; 3105 Juden werden im Lager zusammengetrieben, in den Werkshallen der DAW (Deutsche Ausrüstungswerke) eingesperrt und Richtung Flossenburg in Marsch gesetzt

7.4.1945 Todeszug nach Dachau verlässt Weimar mit ca. 7000 Häftlingen

10.4.1945 9.280 Insassen haben an diesem Tag Buchenwald in zwei Kolonnen verlassen. Die SS kündigt für den folgenden Tag die vollständige Räumung des Lagers an.

Evakuierung des KL Buchenwald in Güterwaggons nach Theresienstadt, Flossenbürg und Dachau

11.4.1945 Befreiung des KL Buchenwald durch das 37. Panzerbataillon der 4. US-Panzerdivision

April 1945 Tod auf dem Todesmarsch

Gedenken

Schellackplatte digitalisiert, Filmusik zum Film „Un reve blond“ (Ein blonder Traum) mit Lilian Harvey, Rolf Nilbers und dem Parlophon-Orchestra; Drehbuch Billy Wilder; Hauptdarsteller: Willy Fritsch, Willy Forst und Lilian Harvey

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/en/search/person/5523948?s=82240&t=222836&p=1

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&s_id=&s_lastName=Berlin&s_firstName=Rudolf&s_place=Riga&s_dateOfBirth=&cluster=true

https://music.apple.com/in/artist/rolf-nilbers/1446949308

www.youtube.com/watch?v=yBQk4JAqGIo

Ein Bochumer Konzentrationslager – Geschichte des Buchenwald-Außenlagers des Bochumer Vereins. Aufsätze, Fotos, Dokumente, hrsg. v. VVN-BdA (Kreisvereinigung Bochum), Bochum 2019, 112 S., ISBN: 978-3-931999-25-4

Hubert Schneider, Ungarische Juden als Zwangsarbeiter in Bochum, in: Jan Erik Schulte (Hrsg) Konzentrationslager in Rheinland und Westfalen 1933-1945, Paderborn 2004

Rolf Abrahamsohn, Was machen wir, wenn der Krieg zu Ende ist? Klartext, 2010

Kogon, Eugen, Der SS-Staat, 1974, Verlag Kindler

Gedenkstätte Buchenwald (Hrsg.) Buchenwald – Mahnung und Verpflichtung, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften 1983

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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