Schade Alfred

Alfred Schade

*22.7.1905 in Dresden; überlebt

Staatsangehörigkeit deutsch

Gruppe BV RD wegen Diebstahl, 13-fach vorbestraft

Buchenwald – Häftlingsnummer 6005/8066

Religion evangelisch

Vater Moritz Schade; Dresden, Am See 48

Mutter

Geschwister

Beruf Hofarbeiter

Adressen Dresden, Am See 48

Heirat unverheiratet

Kinder zwei

Irmgard Peters *12.4.1924; Mutter Hedwig Peters geb Stryjewski; +24.3.2004

Weiterer Lebensweg

1926 erstmals verurteilt wegen Diebstahls zu 6 Wochen

1929 verurteilt zu 6 Monaten wegen Betrugs

1934 verurteilt zu 4 ½ Jahren Zuchthaus wegen Autodiebstahl

5.9.1939 verhaftet durch Kripo Dresden;

11.9.1939 anschließend „Schutzhaft“

Als „wehrunwürdig“ eingestuft, später aufgehoben

Schachtkommando

10.9.1940 Lichtenburg

Nach der Schließung der Lichtenburg als Konzentrationslager im Jahre 1939 fungierte das Schloss als Standort für das Totenkopf-Infanterie-Ersatzbataillon II Bis zu 65 Häftlinge aus dem KL Sachsenhausen standen der SS zur Zwangsarbeit zur Verfügung, untergebracht in Gefängniszellen.

4.10.1940 Kdo. 88, SS-Rüstungsbetrieb Gustloff II in Buchenwald

23.11.1940 Kdo. 27, Häftlingsunterkunft, später Baukommando

10.4.1942 eingewiesen in KL Neuengamme durch Kripo Dresden; dann KL „Arbeitsdorf“ in Fallersleben später Wolfsburg „Stadt des KdF-Wagens“

5.10.1942 verlegt von Fallersleben in das KL Buchenwald

22.10.1943 Kdo.12 „Lagerkommando“

13.7.1944 Kommando 48, Häftlingskrankenbau als Pfleger

15.8.1944 aus Auschwitz 1635 „politische Polen“ nach Buchenwald

21.8.1944 Schade als Funktionshäftling (Pfleger) nach Bochum in das Buchenwald – Außenlager Eisen- und Hüttenwerke Bochum

21.8.1944 Transport 400 polnischer, nicht jüdischer Häftlinge kommt aus Auschwitz nach Registrierung in Buchenwald, nach Bochum, Außenlager EHW, Castroper Straße 228.

Die Unterkünfte des KZ Außenlagers der Eisen- und Hüttenwerke AG Bochum lagen innerhalb der Werksmauern zwischen der Castroper Straße, der Karl-Lange-Straße und der in das Werk führenden Bahnlinie. Die genaue Lage dieser Unterkünfte unbekannt.

Die Bewachung des Lagers übernahm die zum Außendienst nach Bochum abkommandierte SS-Wache des KZ Buchenwald. Lagerkommandant war SS-Oberscharführer Johann Schmidt

4.11.1944 schwerster Bombenangriff des Krieges auf Bochum mit Zerstörung der gesamten Innenstadt, die Eisen- Hüttenwerke bleiben verschont

19. -20.1.1945 Rücktransport von 198 „nicht mehr geeigneten“ Häftlingen nach Buchenwald

18.3.1945 wurden die beiden Bochumer Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald, das AL Bochumer Verein und das AL Eisen- und Hüttenwerke AG geräumt

18.3.1945 Auflösung des Außenlagers Brüllstraße, Rücktransport von 1361 Häftlingen nach Buchenwald; angeschlossen werden 632 Männer aus den E&W-Werken.

21. März 1945 Ankunft von 1942 Häftlingen im KL Buchenwald; Unterbringung als Sanitätspfleger in Block 48

5.4.1945 Himmlers Befehl zur Evakuierung von Buchenwald (47500 Häftlinge);

6.-10.4.1945 Die SS beginnt mit der Evakuierung des Konzentrationslagers; etwa 28.000 Häftlinge des Stammlagers und mindestens 10.000 Häftlinge der Außenlager werden auf insgesamt 60 Marschrouten – meist zu Fuß – auf die Todesmärsche getrieben, 12000 (Schätzung) kommen auf diesen Märschen um.

6.4. 1945 von den ca. 6000 Juden im Lager, können etwa 3000 versteckt werden; 3105 Juden werden im Lager zusammengetrieben, in den Werkshallen der DAW (Deutsche Ausrüstungswerke) eingesperrt und Richtung Flossenburg in Marsch gesetzt

7.4.1945 Todeszug nach Dachau verlässt Weimar mit ca. 7000 Häftlingen

10.4.1945 9.280 Insassen haben an diesem Tag Buchenwald in zwei Kolonnen verlassen. Die SS kündigt für den folgenden Tag die vollständige Räumung des Lagers an.

Evakuierung des KL Buchenwald in Güterwaggons nach Theresienstadt, Flossenbürg und Dachau

11.4.1945 Befreiung durch das 37. Panzerbataillon der 4. US-Panzerdivision

25.4.1945 Entnahme seines Eigentums aus der Effektenkammer

5.5.1945 Entlassung aus Buchenwald von alliierter Kommission

Gedenken

Grabstein auf dem jüdischen Friedhof Bochum, Wasserstraße; Gräberfeld V, Grabstelle

Pages of Testimony für

Quellen

Gedenkbuch der Opfer der Shoa aus Bochum und Wattenscheid, 2000

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/person/7016396?s=Schade%20Alfred&t=0&p=1

Manfred Keller, Spuren im Stein, ein Bochumer Friedhof als Spiegel jüdischer Geschichte, 1997

Ein Bochumer Konzentrationslager – Geschichte des Buchenwald-Außenlagers des Bochumer Vereins. Aufsätze, Fotos, Dokumente, hrsg. v. VVN-BdA (Kreisvereinigung Bochum), Bochum 2019, 112 S., ISBN: 978-3-931999-25-4

Hubert Schneider, Ungarische Juden als Zwangsarbeiter in Bochum, in: Jan Erik Schulte (Hrsg) Konzentrationslager in Rheinland und Westfalen 1933-1945, Paderborn 2004

Rolf Abrahamsohn, Was machen wir, wenn der Krieg zu Ende ist? Klartext, 2010

Kogon, Eugen, Der SS-Staat, 1974, Verlag Kindler

Gedenkstätte Buchenwald (Hrsg.) Buchenwald – Mahnung und Verpflichtung, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften 1983

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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