Neuberger Max

Max Neuberger

*19.6.14 in Sennfeld, Baden

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Salomon Neuberger *27.4.1872 in Sennfeld; +8.11.1941 in Gurs

Heirat 15.8.1912 in Rohrbach

Mutter Johanette Selma Rollmann *23.6.1883 in Sennfeld; +11.8.1942 in Auschwitz

Großeltern Moses Neuberger und Sara Heidelberger

Onkel Siegmund Emil Neuberger *15.9.1874 in Sennfeld; Büren; +2.1.1942 in Gurs

Geschwister

Siegfried Neuberger *5.9.1920 in Sennfeld;

Cousin Kurt Joachim Neuberger*14.4.1914 in Sennfeld; +21.5.1994 in San Francisco

Beruf Mechaniker

Adressen Sennfeld, Kirchstraße 1; Erfurt, Kruppstraße 11; Paderborn, Grüner Weg

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

1932 Vater Salomon 3. Vorsteher der Synagogengemeinde Sennfeld

10.11.1938 Verhaftet in Erfurt im Novemberpogrom,

10.11.1938 – 4.1.1939 „Schutzhaft“ in Buchenwald; Häftlingsnummer 20552; Einzahlungen für „Fahrgeld“ von Adele Feiner, Erfurt

4.1.1939 entlassen aus Buchenwald (nicht 30.11.1938)

17.5.1939 Salomon, Sigmund, Selma und Siegfried Neuberger in Sennfeld bei Minderheiten-Volkszählung

4.7.1939 aus Erfurt ins Umschulungs- und Einsatzlager Paderborn, Grüner Weg

20.6.1940 Bruder Siegfried aus Gut Skaby Friedersdorf ins Lager Paderborn

10.8.1940 mit dem Zug von Paderborn nach Wien, Ziel über die Schwarzmeerroute nach Haifa

30.8.1940 mit einer Gruppe von 24 Chawerim aus Paderborn offiziell abgemeldet nach „Paraguay“

Zwei bis drei Wochen in Wien, in einer jüdischen Schule

Mit dem Zug von Wien an die Donau;

Nach einer Woche auf einem Ausflugsdampfer über Bratislava nach Tulcea am Schwarzen Meer; 1000 Flüchtlinge werden auf die drei Schiffe PACIFIC, MILOS und ATLANTIC verteilt, Deutsche auf der PACIFIC, Tschechen auf der MILOS

die letzten 21 Juden aus Sennfeld nach Gurs

22./23.10.1940 Salomon, Sigmund und Selma Neuberger mit 6530 Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland ins Internierungslager nach Gurs im unbesetzten Frankreich

31.10.1940 von britischer Marine aufgebracht und in den Hafen von Haifa geleitet

1.11.1940 Ankunft der SS PACIFIC in Haifa. Die Passagiere der SS PACIFIC werden auf die SS PATRIA umgeschifft, dem von den Briten beschlagnahmten, als Truppentransporter umgebauten, großen französischen Frachtschiff (18 000 t)

5.11.1940 Ankunft der tschechischen Emigranten

8.11.1940 Registrierung im Camp Atlith; gibt als Referenz an

25.11.1940 Ankunft zweier weiterer Schiffe in Haifa

25.11.1940 Sprengstoff-Anschlag der Haganah im Maschinenraum der SS PATRIA

Walter Steinitz, ebenfalls aus dem Umschulungslager Paderborn kommend, berichtet:

“ Am 25.November morgens um neun Uhr mussten alle auf die Reling, denn der Colonel hatte die Instruktion gegeben, aber um 9.12 Uhr hatte ein Kommando von 60-80 jungen Leuten ins Wasser zu springen, um die Engländer abzulenken, die mit kleinen Booten die Menschen auffischten. Zeitentsprechend zündete einer von uns eine Bombe, keine Zeitbombe, und ist mitgetötet worden. Es war der zweite Transportleiter – Hans Wendel. Niemand hatte von dieser Aktion gewußt – außer acht Leuten. Innerhalb von ein paar Minuten neigte sich das Schiff zur Seite. … Von den 4000 auf der SS PATRIA zusammengedrängten Menschen verloren etwa 260 ihr Leben.“

Die ins Wasser gesprungenen werden als Schiffbrüchige der SS Patria von den Briten an Land gebracht. 25.11.1940 Die Schiffbrüchigen der SS PATRIA werden mit Bussen in das Internierungscamp Athlith verbracht, wo sie z.T. über ein Jahr verbleiben, da immer nur kleine Gruppen freigelassen werden.

Die noch auf die Umladung wartenden 1581 Emigranten auf der MILOS und ATLANTIC werden als „Detainees“ mit holländischen Frachtschiffen nach Mauritius deportiert. Dort trafen sie am 26.12.1940 ein und wurden in das das Zentralgefängnis von Mauritius nahe Beau Bassin verbracht. Es sollte noch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges dauern, bevor die 1.310 überlebenden Flüchtlinge endlich am 12.8.1945 auf der SS FRANCONIA in das ersehnte Eretz Israel gebracht werden konnten.

10.8.1942 Mutter von Drancy nach Auschwitz deportiert; Tod in Auschwitz

 Gedenken

19.4.1956 Pages of Testimony für die Eltern und Onkel Siegmund

Stolpersteine in Sennfeld für die Eltern und Onkel Siegmund

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Margit Naarmann, Ein Auge gen Zion, Paderborn, 2000; ISBN3-89498-087-7

https://www.statistik-des-holocaust.de/FR401022-11.jpg

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de935599

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de935600

https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1032989&ind=1

https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1526596&ind=2

https://collections.arolsen-archives.org/en/search/person/6702153?s=Neuberger%201914&t=0&p=0

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_view.php?PersonId=9968853

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_view.php?PersonId=9969529

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_advance_search.php?SourceId=19584

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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