Joseph Rudolf

Rudolf Joseph

*11.7.1923 in Berlin-Charlottenburg; Tod März 1943 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Alfred Joseph *7.6.1879 in Berlin

Mutter Anna Dresen *15.9.1894 in Klein Strelitz; Nichtjüdin; +Febr. 1972 in Detroit

Geschwister

Egon Joseph *12.12.1920 in Berlin; Überlebender

Beruf

Adressen Berlin, Gothaallee 19

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

17.5.1939 mit den Eltern und Bruder Egon in Berlin bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 in Hamburg, Blankenese-Süd, Hachschara Wilhelmshöhe

8.1.1942 aus dem Hachscharalager Ahrensdorf ins Umschulungs- und Einsatzlager Paderborn, Grüner Weg

27.2.1943 Befehl von Wilhelm Pützer (1893-1945), Leiter des Judenreferats der Gestapo-Außendienststelle Bielefeld, das „jüdische Arbeitseinsatzlager in Paderborn“ aufzulösen und deren Insassen und weitere Juden aus dem Sprengel bis zum 1. März, also zwei Tage später, nach Bielefeld zu bringen, wo sie „spätestens“ bis 13 Uhr im „Saal der Eintracht“ eintreffen mussten.

1.3.1943 Auflösung des Arbeitslagers Paderborn; mit der Bahn nach Bielefeld; mit Bussen ins Sammellager Saal im Haus der Gesellschaft „Eintracht“ am Klosterplatz

Transportliste der „Paderborner vom 3.3.1943

2.3.1943 Transport Bielefeld Auschwitz allen 98 Chawerim aus dem Arbeitslager

3.3.43 abends erreichte der Transport das Konzentrationslager Auschwitz.

3.3.1943 Ankunft und Selektion in Auschwitz; Ernst Michel berichtet:

„Es gab nun zwei Reihen, beide rückten langsam voran. Männer an eine Seite, Frauen an die andere. … Issy schlurfte neben mir. Er war in Paderborn einer der charismatischen und zuverlässigsten Leiter. Er war dynamisch, optimistisch und stets hilfsbereit. Er war stark wie ein Stier. Er hatte Lilo in Paderborn geheiratet einige Wochen vor unserer Deportation. Sie war bereits auf der anderen Seite. Tränen rannen sein Gesicht hinunter. Ich berührte ihn. Er nickte nur.“

Rudolf Joseph steht nicht auf der Liste der als Arbeiter in die Lagerstärke übernommenen Häftlinge. Vermutlich innerhalb weniger Tage in Auschwitz durch Gas ermordet.

24.11.1944  Bruder Egon als „Geltungsjude“ mit 113. Alterstransport nach Theresienstadt

(„Mischling 1. Grades im mosaischen Glauben erzogen“)

Gedenken

5.4.1990 Page of Testimony von Chawer Alfred Ohnhaus

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Margit Naarmann, Ein Auge gen Zion, Paderborn, 2000; ISBN3-89498-087-7

https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1400815&ind=1

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/person/127213295?s=Egon%20Joseph%201920&t=228891&p=0

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT430302-Paderborn2.jpg

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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