Philip Werner

Werner Siegfried David Hermann John Philipp

*14.2.1910 in Hamburg;

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater William Philipp *4.8.1874 in Hamburg; Pfandleiher; + 1942 Minsk

Mutter Hedwig Dombrowski

Großeltern Saly Shmuel Philip und Julie Glickel Wolfsohn

Geschwister

Susi Philip *24.9.1903 in Hamburg; oo Herbert Weiss (1899-1943);

Nichte Inge Weiss *31.8.1926 in Hamburg; + in Minsk

Beruf

Adressen Hamburg, Bei den Hütten 97, Binderstraße 13

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

17.5.1939 mit dem Vater in Hamburg bei Minderheiten-Volkszählung

16.8.1939 aus Frankfurt ins Umschulungs- und Einsatzlager Paderborn, Grüner Weg

10.8.1940 mit dem Zug von Paderborn nach Wien, Ziel über die Schwarzmeerroute nach Haifa

30.8.1940 mit einer Gruppe von 29 Chawerim aus Paderborn offiziell abgemeldet nach „Paraguay“

Zwei bis drei Wochen in Wien, in einer jüdischen Schule

Mit dem Zug von Wien an die Donau;

Nach einer Woche auf einem Ausflugsdampfer über Bratislava nach Tulcea am Schwarzen Meer; 1000 Flüchtlinge werden auf die drei Schiffe SS PACIFIC, SS MILOS und SS ATLANTIC verteilt, Deutsche auf die PACIFIC, Tschechen auf die MILOS.

31.10.1940 von britischer Marine aufgebracht und in den Hafen von Haifa geleitet

1.11.1940 Ankunft der SS PACIFIC in Haifa. Die Passagiere der SS PACIFIC werden auf die SS PATRIA umgeschifft, dem von den Briten beschlagnahmten, als Truppentransporter umgebauten, großen französischen Frachtschiff (18 000 t)

5.11.1940 Ankunft der tschechischen Emigranten auf der SS MILOS

8.11.1940 Registrierung im Camp Atlith; gibt als Referenz an

zunächst auch zur Deportation nach Mauritius vorgesehen

25.11.1940 Ankunft zweier weiterer Schiffe in Haifa

25.11.1940 Sprengstoff-Anschlag der Haganah im Maschinenraum der SS PATRIA

Walter Steinitz, ebenfalls aus dem Umschulungslager Paderborn kommend, berichtet:

“ Am 25.November morgens um neun Uhr mussten alle auf die Reling, denn der Colonel hatte die Instruktion gegeben, aber um 9.12 Uhr hatte ein Kommando von 60-80 jungen Leuten ins Wasser zu springen, um die Engländer abzulenken, die mit kleinen Booten die Menschen auffischten. Zeitentsprechend zündete einer von uns eine Bombe, keine Zeitbombe, und ist mitgetötet worden. Es war der zweite Transportleiter – Hans Wendel. Niemand hatte von dieser Aktion gewußt – außer acht Leuten. Innerhalb von ein paar Minuten neigte sich das Schiff zur Seite. … Von den 4000 auf der SS PATRIA zusammengedrängten Menschen verloren etwa 260 ihr Leben.“

Die ins Wasser gesprungenen werden als Schiffbrüchige der SS Patria von den Briten an Land gebracht. 25.11.1940 Die Schiffbrüchigen der SS PATRIA werden mit Bussen in das Internierungscamp Athlith verbracht, wo sie z.T. über ein Jahr verbleiben, da immer nur kleine Gruppen freigelassen werden.

Die noch auf die Umladung wartenden 1581 Emigranten auf der MILOS und ATLANTIC werden als „Detainees“ mit holländischen Frachtschiffen nach Mauritius deportiert. Dort trafen sie am 26.12.1940 ein und wurden in das das Zentralgefängnis von Mauritius nahe Beau Bassin verbracht. Es sollte noch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges dauern, bevor die 1.310 überlebenden Flüchtlinge endlich am 12.8.1945 auf der SS FRANCONIA in das ersehnte Eretz Israel gebracht werden konnten.

8.11.1942 Schwager Herbert Weiss deportiert von Hamburg nach Minsk

18.11.1942 Vater in Wohngemeinschaft mit Schwester Susi , Nichte Inge aus dem jüdischen Mädchen-Waisenhaus Hamburg, Laufgraben 37; alle drei deportiert von Hamburg nach Minsk

Rückkehr nach Hamburg, Binderstraße 13

Gedenken

25.4.1980 Page of Testimony für den Vater, die Familie seiner Schwester Susi Weiss von Werner Philip, Hamburg

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Margit Naarmann, Ein Auge gen Zion, Paderborn, 2000; ISBN3-89498-087-7

Manfred de Vries, Mauritius – Insel des Lebens, BtJ-Magazin, April 2019

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411118-16.jpg

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411118-19.jpg

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de865531

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de989673

https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=568752&ind=2

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_view.php?PersonId=9969979

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_advance_search.php?SourceId=19584

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert