Fritz Wolff

*1.10.1914 in Bingerbrück; ✡ 13.10.1975 Kibbuz Galed in Israel
Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Moritz Wolf *8.9.1880 in Oberheimbach, St. Goar; ✡ nach dem 25.3.1942 in Piaski
Heirat der Eltern 20.6.1912 in Homburg, Saar

Mutter Elisabeth Else Seligmann *16.2.1887 in Homburg ✡ nach dem 25.3.1942 in Piaski
Geschwister
Margot Wolff *10.5.1913 in Bingerbrück; ✡ 2.12.2009 in Hamden, USA; oo Walter Hahn
Ruth Wolff *23.11.1918 in Bingerbrück; 2002 in ; oo Livneh
Beruf Elektriker
Adressen Bingerbrück, Koblenzer Straße 62
Heirat Eva Hirsch *15.9.1916 in Berlin; ✡ 8.10.1990 Kibbuz Galed
Kinder
Michal Wolff *10.10.1945 in Gilead ; ✡ 1990 Kibbuz Galed; oo Shalib
Ammnon Wolff Lahav 1946 in Gilead; ✡2.1.2020 Kibbuz Galed; oo Alexandrowitz
Weiterer Lebensweg
Das Lehrgut Ellguth
Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.
Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.
Polenaktion
28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.
Novemberpogrom
10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen
10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht, Frauen und Jungen wieder entlassen.
12.11.1938 die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert,
Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.

12.11.1938 „Schutzhaft“ in Buchenwald; Häftlingsnummer 10521
Nach der Entlassung flüchten einige wie Erich Heumann in die Niederlande ins Werkdorp
Fritz Wolff in Deurningen, Niederlande bei der „Deventer Vereniging tot Vakopleiding“
76 Werkdorper nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA
Fritz aus Deurningen, Eva Hirsch aus Apeldoorn nach Amsterdam
16.7.1939 Boarding von Eva Hirsch und Fritz Wolff mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina
17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA
17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)
12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

25.3.1942 beide Eltern und Tante Bertha aus Mainz, Hafenstraße 3 auf dem Transport Mainz, Darmstadt nach Piaski
Gedenken
26.8.1998 Pages of Testimony für die Eltern Moritz und Else von Fritz‘ Sohn Amnon Lahav
Quellen
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
http://danielabraham.net/tree/related/dora/
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/7447163
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420324-52.jpg