Gumpel Kurt

Kurt Gumpel

*25.2.1922 in Lemgo; ✡ 29.9.2010

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Gustav Gumpel *29.4.1883 in Harth, Büren; ✡6.1.1937 am Lemgoer Bahnhof (Herzinfarkt)

Mutter Rosalie Mosberg *19.2.1883 in Lemgo; ✡ 1942/43 in Riga

Geschwister

Herbert Mordechai Gumpel *14.2.1912 in Lemgo; ✡ 7.6.2009 in Maoz Zion, Jerusalem

Die Zwillinge

Grete Gumpel *20.5.1914 in Lemgo; ✡ 25.2.1915 in Lemgo

Hans Gumpel *20.5.1914 in Lemgo; ✡ ?

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant; Hausmeister, Techniker

Adressen Lemgo, Mittelstraße 82

Heirat 17.3.1952 in Odense Grete Pedersen *10.12.1922 im Reichshospital Kopenhagen; ✡1985

Kinder –

Weiterer Lebensweg

Ostern 1928 Einschulung

1935-1936 Bruder Herbert Gumpel als Stipendiat der Rothschild-Stiftung zur Ausbildung beim jüdischen Maler Hermann Lissmann im Studio für Bildende Kunst des Kulturbundes Deutscher Juden in Frankfurt

1936 Aufgabe des elterlichen Wäschegeschäftes in Lemgo

1936 Herbert Gumpel mit der gesamten Frankfurter Hechaluz- Gruppe zur Hachschara ins Landwerk Neuendorf im Sande. Hans Gumpel kommt später nach. Die „Provinzialstelle für jüdische Wirtschaftshilfe“ Westfalen bewilligte für ihre Ausbildung in Neuendorf einen monatlichen Zuschuss. Ihr jüngerer Bruder Kurt folgte ihnen, er lernte von 1937 bis 1939 in Neuendorf.

1936 gibt es bereits eine Gruppe des Makkabi Hazair auf dem Gut.

Ebenfalls ist eine Habonim-Gruppe durch das Bundeszeugnis für Nathan Langmann (*1920) belegt.

2.2.1937 Kurt folgt seien Brüdern zur Hachschara ins Landwerk Neuendorf im Sande

Erna und Alex Moch (mit Krawatte) (Mitte) 1936/37 in Neuendorf
Städtisches Museum Lemgo/Gedenkstätte Frenkel-Haus, Nachlass Kurt Gumpel (unten rechts)

1937 Bruder Herbert zur Hachschara nach Dänemark

27.9.1938 Ankunft von Bruder Herbert (גוסטב-רוברט גומפל) in Haifa (unten)

28.12.1938 Polizeiliches Führungszeugnis

20.1.1939 Ausstellung des Reisepasses

Anfang 1939 Bruder Hans nach Dänemark

17.5.1939 Mutter Rosalie alleinstehend in Lemgo bei Minderheiten-Volkszählung 1939

26.6 1939 Zeugnis für Kurt aus Neuendorf

1939 Bruder Herbert Gumpel von Dänemark auf Alija nach Palästina

Bruder Hans schreibt aus Helsingör (Dänemark)Brief an Herbert

5.11.1940 erfasst in Ønslev bei Dänischer Volkszählung als „Kerl“ in der Familie des Bauern Jorgen Christiansen

13.12.1941 Mutter Rosalie auf dem Transport Münster Bielefeld nach Riga Skirotawa

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

Sommer 1939 Emigration nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

30.12.1939 Brief von Hans Gumpel aus Helsingör in Dänemark an Bruder Herbert in Palästina

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem treffenden mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

10.10.1943 Kurt gerettet von Bakkegaarden, Herfölge in einer von ihm als dramatisch beschriebenen Rettungsaktion bringen ihn mutige dänische Fischer über den Öresund mit einem Boot nach Hälsingborg, Schweden

10.10.1943 Bruder Hans gerettet von Kopenhagen nach Hälsingborg

2.-5.10.1943 Transport XXV/1 von 21 Chaluzim der Jugendalija in Dänemark, insgesamt 83 in Dänemark Inhaftierten nach Theresienstadt

Kurt Gumpel Arbeit in der Landwirtschaft in Schweden

Oktober 1944 körperlich schwere Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich

31.5. 1945 Kurt von Schweden nach Dänemark zurück

1948 Besuch bei Bruder Mordechai in Palästina

17.3.1952 Heirat mit Grete Pedersen in Odense

Hausmeister und Techniker in einem Forschungsinstitut bei Kopenhagen

Gedenken

Gedenkstätte Frenkel-Haus in Lemgo

2022/2023 „3 Brüder – Der Überlebensweg der Lemgoer Gebrüder Gumpel“,  Ausstellung in Lemgo

Bilder

Copyright Dr. Lange, Lemgo

Quellen

https://www.gedenkenswert.de/gedenkseite/kurt_gumpel/2010/bild_745

https://www.nicolai-lemgo.de/page/138/schweden

Volkszählung in Dänemark von 1940

https://safe-haven.dk/fileadmin/user_upload/P.M._Gumpel__Kurt.pdf

https://safe-haven.dk/fileadmin/user_upload/P.M._Gumpel__Hans.pdf

BILDER & DOKUMENTE – הכשרות החלוץ בגרמניה – דור המשך (hachshara-dor-hemshech.com)

https://yvng.yadvashem.org/ad

Harald Lordick, Das Landwerk Neuendorf: Berufsumschichtung – Hachschara – Zwangsarbeit; in Pilarczyk, Ulrike (Hrsg) Hachschara und Jugendalija, Schulmuseum Steinhorst, 2019

Lore Shelley (Editor), The Union Kommando in Auschwitz, Lanham, New York, London, 1996

Wiehn Erhard (Hrsg) Wer hätte das geglaubt, 2010, Hartung Gorre Verlag

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Harald Lordick, Landwerk Neuendorf in Brandenburg, in: Kalonymos, 2017, Heft 2

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert