Hönlein Gustav

Gustav Ephraim Hönlein

*8.11.1914 in Ermreuth; ✡12.8.1991 Philadelphia

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Hermann Hönlein *16.5.1878 in Ermreuth; ✡ 1944 KL Stutthof

Mutter Sofie Erlanger *9.1.1888 Ichenhausen; ✡ 1944 KL Stutthof

Geschwister

Minna Hönlein*18..1.1912 in Ermreuth ; ✡ 23.2.2014 in Upper Darby; oo Fritz Nachmann

Frieda Hönlein *11.10.1913 in Ermreuth; ✡nach 1942 Izbica; oo Walter Simon Dachauer

Onkel Gustav Hönlein *22.9.1882; ✡ 1942? Riga Jungfernhof

Tante Frida Hönlein-Götter *11.9.1886; ✡ 1942? Riga Jungfernhof

Cousin Arnold Erlanger * 22.7.1916 in Ichenhausen; ✡ 11.2.2007 in Melbourne

Beruf Landwirtschaftlicher Volontär

Adressen  Ermreuth; Celerina; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen);

Heirat 1940 in Philadelpia Erna Simon *31.10.1915; 14.3.2010 Philadelphia

Kinder

zwei

Weiterer Lebensweg

17.5.1939 beide Eltern bei der Minderheitenzählung in Ermreuth Nr. 98, Onkel Gustav und Frau Frida  Nr. 40 b

Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

Anfang 1937 Offizielle Eröffnung der nun fertiggestellten Anlage.

29.10.1937 Gustav Hönlein aus Celerina/Tessin/Schweiz kommend ins Werkdorp

2.1.1938 formale Ummeldung von Barsingerhoorn nach Wieringermeer

Emigration in die USA

13.-25.4.1940 Gustav Hönlein auf der SS WESTERNLAND von Antwerpen nach New York; er reist als Begleiter von Wolfgang Ebertsheim, zuvor von 1939-1940 im Joodse Werkdorp Wieringermeer

Ebenfalls an Bord die Zwillingsschwestern Lieselotte und Ursula Ebertsheim, deren Vater Heinrich steigt in Southampton auf der SS WESTERNLAND zu

Registrierung für die US Army

Deportation Nürnberg-Riga

Die Eltern und vier weitere Verwandte wohnen zuletzt im Judenhaus Zufuhrstraße 6 in Nürnberg

23.11.1941 Deportationsbefehl der Gestapo für die Juden in Franken

27.11.1941 Verbringung ins Sammellager Langwasser, Reichsparteitaggelände in Nürnberg

29.11.1941 Fünf Familienmitglieder deportiert aus Nürnberg nach Riga;

Sigmund, Josef und Dr. Erwin Hinlein sind fälschlich als „Hönlein“ notiert; sie sind im Buch der Erinnerung richtig unter dem Namen „Hinlein“ aufgeführt.

überlebt hat nur Sigmund Hinlein;

2.12.1941 Ankunft in Riga-Skirotawa; Fußmarsch in Fünferreihen entlang der Dünaburger Landstraße ins provisorische Lager Jungfernhof

Vier Transporte im Dezember 1941 zum Jungfernhof

30.11.1941 -2. 12.1941 1008 Personen aus dem Sammellager Langwasser in Nürnberg

1.-4.12.1941 Stuttgarter Transport von 1013 Juden aus dem Sammellager Killesberg in Stuttgart

3.-6.12.1941 aus Wien 1001 Juden zum Jungfernhof

6.-9. 12.1941 Transport von 964 Personen aus Hamburg, Lübeck und Danzig (Ziel zuvor Minsk)

13.12.1941 200 (-500) junge Männer aus dem Jungfernhof zum Aufbau nach Salaspils

4.1.1942 Lagerleiter Seck schickt ca. 200 junge Frauen ins Ghetto Riga

10.1.1941 Transport aus Wien in den Jungfernhof

19.1.1942 80 junge Männer aus dem Jungfernhof nach Salaspils

26.3.1942 „Dünamünde-Aktion“ im Jungfernhof; 1800 Juden im Wald von Bikernieki erschossen

Ende März bleiben nur 450 kräftige Arbeiter im Jungfernhof zurück; die übrigen werden ins Ghetto Riga eingewiesen.

Gedenken

Grabsteine für Ephraim und Erna Hönlein auf dem Har Jehuda Cemetery, Upper Darby, Pennsylvania

1958 Ephraim Hönlein schreibt sieben Pages of Testimony bei Yad Vashem

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Wolfgang Scheffler, Diana Schulle, Buch der Erinnerung, Die ins Baltikum deportierten Juden 2011

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Nuernberg4.jpg

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de940117

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de940109

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de940111

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de940110

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6461); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://yvng.yadvashem.org/ad

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

“My