Schlosser Julius

Julius Joel Schlosser

*14.8.1925 in Graz; ✡ 5.3.1996 Broward County Florida

Staatsangehörigkeit Österreich, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Jerachmiel Raimund Schlosser *14.3.1876 in Rawa Ruska; ✡? In Israel

Mutter Miriam Maria Suppan *22.4.1882 in Thal, Graz; ✡22.10.1934

Stiefmutter Feiga Mindel Krüger

Großeltern Heinrich Suppan und Marie Adam

Geschwister

Wilhelm Schlosser * 27.3.1913 in Graz; ✡ 26.6.1914 in Graz

Simon Schlosser *7.4.1903 in Graz; ✡ 1971 Haifa; oo Jolan Porjesz

Max Schlosser * 13.4.1904 in Graz; ✡9.12.1987; oo Sophie Rendelstein

Rosa Schlosser *1906 in Graz; ✡ 1987; oo Bloemendaal

Berta Schlosser *5.1.1915 in Graz; ✡2011 Haifa; oo Jari Hochmann

Moses Schlosser *1919 in Graz; ✡?

Gisela Schlosser * 5.12.1907 in Neu Erla, Wien; ✡24.10.1990; oo Theodor Borgmann

Charlotte Schlosser *16.3.1909 in Graz; ✡25.1.1943 in Auschwitz

Elisabeth Schlosser *22.8.1910 in Graz; ✡?; 1943 nach Auschwitz; oo in Köln Michael Friedmann

Leopold Schlosser *7.1.1912 in Graz; ✡4.10.1989 in Tucson; oo Elisabeth Dick

Regina Rifka Schlosser *9.3.1916 in Graz; ✡23.5.1997 Los Angeles; oo Fritz Drechsler

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Graz; Loosdrecht; Amsterdam;

Heirat Vera Maria Orsi *9.11.1921 Italien; ✡ 9.5.2010

Kinder

eins

Weiterer Lebensweg

22.10.1934 Tod der Mutter Miriam

7.7.1935 zweite Ehe des Vaters mit Feiga Mindel Krüger

13.3.1938 Völkerrechtswidriger „Anschluss“ Österreich

1939 Vater bereits in Palästina

Kindertransport aus Wien

22.12.1938 Quarantaine Amsterdam, Zeeburgerdijk 321, Amsterdam

10.1.1939 I.G.K.R. Liesbosch, Moerdijkse Postbaan 18/Steenmansweg, Leur

3.4.1939 Huize Kraaybeek, Hoofdstraat 63, Driebergen

Jeugdalijah

Im September 1939 eröffnete die Jeugdalijah in Amsterdam die Hachschara Zentren in Mijnsheerenland und „Het Paviljoen Loosdrechtse Rade“, nachdem das Waisenhaus Vondelhof in Amsterdam diese Funktion verloren hatte. Ab 1939 bestand parallel der Jugendalija Hof van Moerkerken in Mijnsheerenland für unter 15-Jährige. Wegen des Räumungsbefehls für alle Juden in den Küstenregionen musste Mijnsheerenland am 16.10.1940 geschlossen und 25 Chaluzim in Loosdrecht untergebracht werden

Het Paviljoen Loosdrechtse Rade

Von September 1939 bis August 1942 fanden hier 99 Bewohner Zuflucht.

21.11.1939 Julius Schlosser in das Heim der Jugendalijah in Loosdrecht, „het Paviljoen“

24.-26.12.1939 Besuch bei seiner Schwester Rosa Bloemendaal in s‘Heerenberg

Nach dem Einmarsch der Wehrmacht am 10. Mai 1940 wurde die Bewohner kurzfristig nach Alkmaar evakuiert.

Loosdrecht Juni 1942; Julius Schlosser vorn Mitte, 6. von links

Überleben im Versteck als Onderduiker

7.7.1942 Aufforderung an die Amsterdamer Juden, sich freiwillig zum „Arbeitseinsatz“ zu melden.

14./15.7.1942 Razzia in Amsterdam; Registrierung in Westerbork und Deportation nach Auschwitz

15.7.-15.8.1942 von den Madrichim Schuschu Simon und Menachem Pinkhof werden Verstecke für alle Jugendlichen gesucht.

12.8.1942 Erica Blüth erfährt beim Joodse Raad und übermittelt mit Codewort per Telefon, dass auch die Chaluzim aus Loosdrecht ins Kamp Westerbork gebracht werden sollen.  Die Madrichim Menachem Pinkhof und Schuschu Simon sowie Miriam Waterman beschließen, die 30 Jugendlichen mit Hilfe des Netzwerks von Joop Westerweel in Verstecken untertauchen zu lassen.

13.8.1942 Ankündigung von Pinkhof und Simon, dass alle Chaluzim im Verstecke gebracht werden. Die ersten werden noch am selben Abend weggebracht.

Karteikarte für die onderduiker aus Loosdrecht Notiz „opgedoken“

Von den 49 „onderduiker“ aus Loosdrecht (Chawe/rim/roth und Madrichim) konnten 34 gerettet werden!

Schwester Elisabeth Friedmann

23.2.1932 Heirat in Köln mit dem Bäcker Michael Jechiel Gabriel Friedmann *23.5.1887 in Kalisz

Flucht mit dem Ehemann nach Antwerpen

8.8.1942 Michael Friedmann in das Sammellager Kaserne Dossin in Mechelen

15.8.1942 Michael Friedmann auf dem III. Transport von Mechelen nach Auschwitz

Transport III war der letzte „Freiwilligen“- Transport in Belgien. Die Zusammen-stellung brauchte sieben Tage, weswegen Sipo und SD an das RSHA berichteten, dass die Juden „alle möglichen Mittel anwenden, um der Einziehung zu entgehen“.
739 Deportierte folgten freiwillig den persönlichen und nummerierten Deportationsbefehlen. 261 Juden wurden bei Razzien festgenommen.

17.8.1942 bei Ankunft in Auschwitz wurden 362 Juden zur Zwangsarbeit, 638 zur Ermordung in der Gaskammer selektiert

Verhaftung und Einweisung von Elisabeth Friedmann in das Sammellager Kaserne Dossin in Mechelen mit der Schwägerin Johanna Simon-Porjesz

4.-7.4.1944 Elisabeth Friedmann und Schwägerin Johanna auf dem XXIV. Transport von Mechelen nach Auschwitz

7.7.1944 Von 626 Juden aus Belgien werden 206 Männer und 146 Frauen zur Arbeit selektiert (Häftlingsnummern 179710-179915 bzw. 76601-76746); von diesen überleben 141: 55 Männern, 83 Frauen und drei Kindern im Alter unter 16 Jahren. Elisabeth Friedmann gehört dazu!

15.11.1946 Elisabeth Friedmann im DP Center Berlin, Team 1027, in der Amerikanischen Zone

Nachkriegszeit

15.12.1947 -8.1.1948 Julius Schlosser auf der SS ROSSIA von Neapel nach New York; er gibt als Heimatkontakt an: Ehefrau Vera in Rom; zuvor war er in Prag

Gedenken

Quellen

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

www.dokin.nl/surviving_children/julius-schlosser-born-14-aug-1925/

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130370972

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/69165777

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/67086946

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

https://kazernedossin.eu/en/research-centre/

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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