Brandweiner Malwine

Malvine „Mimi“ Rachel Brandweiner

*20.8.1921 in Wien; ✡ 28.8.1942 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater Heinrich Brandheimer *16.3.1889 in Wien; ✡?

Mutter Margit Pollack *24.2.1893 in Mattersburg; ✡ 26.5.1942 Maly Trostinez bei Minsk

Geschwister

Adrian Brandheimer *17.2.1916; ✡ 2002 Winchester; oo 1938 Toni Drucker

Alfred Brandheimer *10.12.1919; ✡29.7.1943 in Hackney (Hodenkrebs, Teratom)

Lyane Brandheimer *7.1.1927; ✡26.5.1942 Maly Trostinez bei Minsk

Beruf Hauswirtschaftliche Praktikantin

Adressen Wien, Hornergasse 22/14

verlobt mit Menachem „Piefke“ Erich Levy *7.12.1919 in Hamburg; ✡1.8.1942 in Auschwitz

Kinder

Weiterer Lebensweg

Kibbuz Franeker

Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.

Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath we Eretz“

Das alte Bahnhofsgebäude des Kibbuz Franeker am Harlinger Weg 45 konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10, zuletzt bis zu 30 Chalutzim.

Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.

Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden

Winter 1938-1939 in Franeker; von links; stehend: Horst Schelasnitzki, Benno Freimann, Lina Ruth Levy, Carel Hammelburg, Ernst Förder, Esther Wechsler, Judith Wolff, Sara Dünner, Chaim Bekker
sitzend: Wilhelm Benjamin, Mimi Brandweiner, Eli Asscher, Bernard Hammelburg

20.3.1939 Rachel Brandweiner von Wien kommend angemeldet im Kibbuz Franeker

1939 Sie ist auch im zweiten Filmchen von Dr. Bramson zu sehen.

3.11.1941 Verhaftung der Bewohner bei einer Razzia des SD auf Grund einer Verleumdung; laut SS Hauptsturmführer Ferdinand aus der Fünten, Leiter der Zentralstelle für Jüdische Auswanderung in Amsterdam, wurde ihnen unterstellt: Wirtschaftssabotage (Hamstern), unerlaubtes Verlassen des Kibbuz und Abhören von Feindsendern (BBC).

Piefke Levy ist zu der Zeit wegen einer Erkrankung zur Behandlung in Amsterdam

Verbringung ins Gefängnis Blokhuispoort in Leeuwarden; sie sollten zur „Sonderbehandlung“ nach Mauthausen; Levinson, Oberrrabbi in Leeuwarden kann aber erreichen, dass sie „nur“ in das Kamp Westerbork müssen

Kamp Westerbork

17./29.12.1941 Verbringung der 10 Franeker Chaluzim aus Leeuwarden in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork: Rachel (‘Mimi’) Brandweiner, Hans Martin Cohn, Benno Freimann, Walter Goldschmidt, Moshe Heller, Hannah Levy,  Isidor Malz, Arthur Rath, Adelheid Rothschild, Otto Zeichner

Hannelore Grünberg-Klein erinnert sich an 1942 in Westerbork als ihre Gruppenleiterin:

„Rachel war mit der Hachschara Franeker nach Westerbork gekommen. Sie war als Leitern nicht besonders geschickt, aber sie war doch ein sehr nettes Mädchen.“

12.5.1942 steht sie mit Isidor Malz und mit vielen anderen auf der Liste derer, die sich nach Amsterdam begeben sollen, um ihre Vermögensverhältnisse anzugeben, als Vorbereitung auf die schon geplanten Massentransporte ab Juli1942. Moritz Schnitzer versuchte noch, sie von der Rückkehr abzuhalten. Aus Sorge vor Repressalien gegen die Gruppe kehren sie und Malz wieder nach Westerbork zurück.

15.7.1942 Malwine Brandweiner zusammen mit Hans Cohn, Walter Goldschmidt, Isidor Malz und Otto Zeichner auf dem ersten Transport von Westerbork nach Auschwitz. Hans Cohn wird von Kommandanten Schol als sein Gärtner von der Liste genommen.

28.8.1942 Tod in Auschwitz

Gedenken

2022 Joods monument Kibboets Franeker Harlingerweg mit 24 Opfernamen

Quellen

https://www.myheritage.de/research

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

https://www.joodsmonument.nl/en/page/226626/malvine-brandweiner

https://danielabraham.net/tree/related/dora

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130266643

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de/research

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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