Blok Esther

Esther Blok  

*8.5.1919 in Den Haag; ✡ 22.11.2008 in Pittsburgh

Staatsangehörigkeit Niederlande

Religion jüdisch

Vater Michel Blok *26.2.1893 Den Haag; ✡5.3.1943 in Sobibor

Heirat der Eltern 5.6.1918 in Den Haag

Mutter Naatje Eijl *31.8.1895 in Rotterdam; ✡14.2.1931 in Den Haag

Stiefmutter Jetje Poons *10.2.1900 Den Haag; ✡5.3.1943 in Sobibor

Geschwister

Klara Blok *12.8.1920 Den Haag; ✡6.3.1992 in Pittsburgh; oo Marcus Haalman

Hendrika Blok *13.4.1922 Den Haag; ✡ 16.7.1943 in Sobibor; oo David Heertjes

Rosetta Blok *8.8.1925 in Den Haag; ✡11.2.1944 in Auschwitz

Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin; Putzfrau

Adressen Den Haag; Rotterdam; Amsterdam; Franeker; Pittsburgh

Heirat  

Erste Ehe 22.3.1943 in Westerbork mit Helmut Wolff *31.3.1912 in Posen; ✡ 26.3.1943 in Sobibor

Zweite Ehe mit Gunter Haas *22.12.1919; ✡Juni 1992 in Pittsburgh

Kinder

Weiterer Lebensweg

26.1.-2.9.1939 in Rotterdam; dann wieder Den Haag

Kibbuz Franeker

Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.

Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath we Eretz“

Das alte Bahnhofsgebäude des Kibbuz Franeker am Harlinger Weg 45 konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10, zuletzt bis zu 30 Chalutzim.

Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.

Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden

Kibbuz Franeker; von links, vorn hockend: Artur Rath, ? Erich Levy, Helmut Wolf; stehend: Regina Drescher, Benno Freimann, Chana de Leeuw, Bernard Hammelburg; Mimi Brandweiner, Esther Blok, Moritz Heller, Hannah Levy, Hans Martin Cohn

6.11.1939 Esther Blok aus Den Haag kommend angemeldet im Kibbuz Franeker

Franeker; vorn links knieend Esther Blok, Helmut Wolff liegend

Sie arbeitet beim Milchbauern Dominicus Hiemstra in Herbaijum

5.8.1940 Rückkehr nach Den Haag Stirumstraat 46

29.8.1940 zusammen mit Willy Hiegentlich nach Amsterdam Pl. Franschelaan 11, bei Hartog Frank; Nachbargebäude des späteren Jeugdhuis Plantage Franschelaan 13 in Amsterdam (ab November 1941)

10.2.1941 Rückkehr zum Vater nach Den Haag Stirumstraat 46

3.11.1941 Verhaftung der Bewohner bei einer Razzia des SD auf Grund einer Verleumdung; laut SS Hauptsturmführer Ferdinand aus der Fünten, Leiter der Zentralstelle für Jüdische Auswanderung in Amsterdam, wurde ihnen unterstellt: Wirtschaftssabotage (Hamstern), unerlaubtes Verlassen des Kibbuz und Abhören von Feindsendern (BBC)

Verbringung ins Gefängnis Blokhuispoort in Leeuwarden; sie sollten zur „Sonderbehandlung“ nach Mauthausen; Levinson, Oberrrabbi in Leeuwarden kann aber erreichen, dass sie „nur“ in das Kamp Westerbork müssen.

Helmut Wolff war am 3.11. 1941 nicht im Kibbuz anwesend; er geht als Onderduiker in ein Versteck, wird aber gefasst und als Strafgefangener nach Westerbork gebracht.

Kamp Westerbork

17./29.12.1941 Verbringung der 10 Franeker Chaluzim aus Leeuwarden in das Vluchtelingenkamp Westerbork: Rachel (‘Mimi’) Brandweiner, Hans Martin Cohn, Benno Freimann, Walter Goldschmidt, Moshe Heller, Hannah Levy, Isidor Malz, , Arthur Rath, Adelheid Rothschild, Otto Zeichner

18.2.1943 Verhaftung von Esther Blok mit ihrem Vater und Stiefmutter Jetje in Den Haag, Einweisung in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork; Unterbringung in Baracke 73

18.3.1943 Helmut Wolff kommt als Strafgefangener in die zusätzlich bewachte Strafbaracke 66.

2.3.1943 Deportation des Vaters und der Stiefmutter von Westerbork nach Sobibor

22.3.1943 Heirat in Westerbork mit Helmut Wolff

23.3. 1943 Helmut Wolff zur Strafe auf den nächsten abgehenden Transport mit 1250 Deportierten von Westerbork nach Sobibor

KL Auschwitz

14.9.1943 Deportation von Esther Blok mit neun weiteren frisch getrauten Chaluzoth von Westerbork nach Auschwitz. Esther Blok kommt als Pflegerin in den den HKB Häftlingskrankenbau von Auschwitz-Birkenau und kümmert sich dort um Frauen, die vom SS-Lagerarzt Mengele medizinischen Experimenten ausgesetzt werden. Sie selber wird auch einmal Opfer dieser sinnlosen Praktiken; Esther Haas-Blok schreibt später:

„Manche wollten nicht sprechen, manche weinten. Ich hatte keine Medikamente. Das einzige was ich tun konnte, war sie zu trösten, zu massieren und sie mit Wasser zu waschen.   …. es war deutlich, dass es keine Ärzte waren, sondern Barbaren.“

27.1.1945 Eintreffen der Roten Armee in Auschwitz, Befreiung

Rückkehr nach Den Haag

1952 Alija von Den Haag nach Israel

Emigration in die USA

Heirat mit Gunter Haas

In den 1990er Jahren arbeitet sie als Esther Haas mit an dem Erinnerungsprojekt „Flares of Memory“

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130402913

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130402972

Esther Blok in „Flares of Memory; Oxford, 1998

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Esther%20Blok%22%7D

https://www.myheritage.de/research

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

https://www.joodsmonument.nl/en/page/226626/malvine-brandweiner

https://danielabraham.net/tree/related/dora

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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2 Kommentare

  1. Hallo Herr Wittstamm,

    darf ich fragen, wie Sie auf Esther Haas gestoßen sind bzw weshalb sie, die ja nie in Recklinghausen lebte, mit auf Ihrer Seite ist?
    Vielen herzlichen Dank für die Information! Ich selbst habe Esther 1998/1999 als Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Pittsburgh kennen lernen dürfen, sie hat mir einiges von ihrer Lebensgeschichte erzählt, aber eben ohne biographische Ordnung, eher einzelne Situationen. Daher freute ich mich darüber,sie heute in ihrem Artikel gefunden zu haben.
    Vielen Dank nochmals, herzliche Grüße, Viola Höll-Schwennen

    1. Guten Abend
      Viola Höll-Schwennen,
      es freut mich, dass Sie die Seite gefunden haben. Esther Haas gehört zu meinem Projekt der Publizierung aller 102 Franeker Chaluzim, die ich auf meiner Webseite präsentiere.
      Ich würde mich sehr freueun, wenn Sie ergänzende Angaben machen könnten.
      Franz-Josef Wittstamm

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