Nordheim Rika

Rika Rifka Nordheim

*24.3.1913 in Amsterdam; ✡ 15.10.1999 in Kfar Chassidim

Staatsangehörigkeit Niederlande

Religion jüdisch

Vater Simon Nordheim *25.11.1886 in ASD; ✡23.12.1965 in Ramat Gan

Heirat der Eltern 11.4.1912 in Zaandam

Mutter Elisabeth Cohen de Lara *18.11.1886 in ASD; ✡13.8.1959 in Ramat Gan

Geschwister

Rachel Nordheim *24.12.1914 in ASD; ✡ 25.6.2011 in Ramat Gan; oo 10.5.1933 David Nordheim (1904-1945)

Schwester Rahel heiratet in zweiter Ehe Alexander Cohen (*2.10.1912-13.7.2004) aus der berühmten Rabbiner Familie Carlebach aus Lübeck

Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin

Adressen Amsterdam, Den Texstraat 33

Heirat 7.4.1938 in Palästina Josef Hirsch Dinner *6.3.1915 in ASD; ✡ 18.2.2006 in Kfar Chassidim

Kinder fünf

Chaja; Jehuda; und drei weitere

Weiterer Lebensweg

24.3.1912 Zu ihrer Geburt gibt es die kuriose Geschichte, dass ihre hochschwangere Mutter nächtlich durch Amsterdamer Straßen irrt, um Hilfe für den mit hochfieberhafter Otitis zu Hause liegenden Vater zu holen. Letztlich landet der Vater noch in dieser Nacht im OP des Nieuw Israelitisch Ziekenhuis, während im selben Krankenhaus Rika zur Welt kommt.

Sie wächst im ärmlicher Umgebung auf.

Schwester Rahel und sie können aber die jüdische Mittelschule besuchen.

Rika und Jo Dinner lernen sich kennen, da er als Verkäufer im Bekleidungsgeschäft ihres Vaters arbeitet.

Kibbuz Franeker

Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.

Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath we Eretz“

Das alte Bahnhofsgebäude des Kibbuz Franeker am Harlinger Weg 45 konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10, zuletzt bis zu 30 Chaluzim.

Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.

Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden

23.1.1935 Rika Nordheim von Amsterdam kommend angemeldet im Kibbuz Franeker, wohnt noch im ersten Kibbuzhaus Noorderbolwerk 13

Stehend Hartog Naftali Asscher 4. v.l.; sitzend Rika Nordheim 2. v.l., Josef Dinner 3. v.l.

22.10.1935 Sara Dinner von Amsterdam kommend angemeldet im Kibbuz Franeker

18.11.1935 Josef Dinner von Amsterdam kommend angemeldet im Kibbuz Franeker

20.1.1936 Sara Düner von Franeker in den Kibbuz Beverwijk

29.5.1936 Rika Nordheim abgemeldet aus Franeker nach Palästina

9.9.1936 Ankunft von Rika Nordheim in Haifa mit dem Kapitalisten-Zertifikat A(I)

1937 Josef Dinner präsentiert sich im Film von Bramson über den Kibbuz als glänzender Reiter; im Kibbuz fungiert er als Chasan (Vorsänger) bei religiösen Feiern

27.10.1937 Josef Dinner abgemeldet aus Franeker

19.7.1938 bis Mai 1939 Sara Dinner noch einmal im Kibbuz Franeker

28.2.1938 Ankunft von Joseph Dinner in Haifa mit dem Kapitalisten-Zertifikat A(I)

7.4.1938 Heirat von Joseph Dinner und Rika Nordheim in Palästina

März 1939 die Eltern Simon und Elisabeth emigrieren nach Palästina

14.5.1940 Einbürgerung von Josef und Rika Dinner in Palästina

Kamp Westerbork

17./29.12.1941 Verbringung der 10 Franeker Chaluzim aus Leeuwarden in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork: Rachel (‘Mimi’) Brandweiner, Hans Martin Cohn, Benno Freimann, Walter Goldschmidt, Moshe Heller, Hannah Levy, Isidor Malz, Arthur Rath, Adelheid Rothschild, Otto Zeichner

1942/43 Schwester Rahel und Ehemann David können ihre Kinder Rifka und Simon in einem sichern Versteck unterbringen, wo sie den Krieg überleben

20.6.1943 Einweisung von Schwester Rahel und Ehemann David mit den älteren zwei Kindern Mosjee und Bathsjeva in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

Die sieben Austausch-Transporte von Westerbork nach Bergen Belsen

Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

11.-12.1.1944 Schwester Rahel mit Ehemann und den zwei älteren Kindern auf dem zweiten Transport von 1037 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen

Verlorener Transport

10.4.1945 Evakuierung der Austauschjuden von Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt; Schwester Rahel mit Ehemann und den beiden KIndern auf dem dritten Transport, dem „Verlorenen Zug“

23.4.1945 Irrfahrt des verlorenen Zuges endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz

Befreiung durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow

27.5.1945 Schwager David Nordheim stirbt in Tröbitz

22.6.1946 Ankunft von Schwester Rahel mit den vier Kindern auf der SS KAIRO in Haifa

Gedenken

Quellen

https://www.myheritage.de/research

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Simon%20Nordheim%22%7D

https://historischcentrumfraneker.nl/inwoners

http://danielabraham.net/tree/related/dora/

Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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