Sophie de Vries
*15.9.1915 Amsterdam; ✡ 5.7.2002
Staatsangehörigkeit Niederlande
Religion jüdisch
Vater Gerard de Vries *15.10.1887 in ASD; ✡ 28.5.1943 in Sobibor
Mutter Rebecca Salemon *25.10.1889 in ASD; ✡ 28.5.1943 in Sobibor
Geschwister
David Gerard de Vries *2.4.1918 in Zandvoort; ✡25.3.1943 in Auschwitz; oo Rozine Vromen
Elfrieda de Vries *21.7.1923 in Groningen in ASD; ✡22.8.2010; oo Isaak Hammelburg
Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin
Adressen Amsterdam, Boterdiepstraat 21; Wijk an Zee; Beverwijk; Franeker; Laren
Heirat

1948 Heirat in Zikhron Ya’akov mit Isaac Hassid; Name dann Hadassah Hassid
Kinder drei
Esther Hassid; oo Hadar
Weiterer Lebensweg
Joodsche Zee- en Boschkolonies (Jozeboko) Jüdisches Ferien- und Erholungsheim für Kinder in Wijk an Zee
Kibbuz Dath Waäretz in Beverwijk
Kibbuz DathWaäretz; der Kibbuz bestand von 1937 bis Ende 1940; Hachscharaorganisation des BACAHAD in derorthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß Dath Waäretz.
Die Ausbildung erfolgte bei Bauern und Handwerkern der Umgebung. Zusätzlich wurden Kurse an der Lagere Landbouwschool in Assendelft besucht.
Kibbuz Franeker
Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath Waäretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.
Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath Waäretz“
29.3. 1934 als erster Chaluz von Franeker bezieht Wolf Tempel ein Zimmer an der Dijkstraat 1;
April 1935 Anmietung des alten Bahnhofsgebäude am Harlinger Weg 45 für den des Kibbuz Franeker es konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10-15, zuletzt bis zu 30 Chalutzim. Zuvor wohnten die Chaluzim in den Haus Noorderbolwerk 13.
Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.
Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden
9.6.1936 Sophia de Vries von Beverwijk kommend angemeldet im Kibbuz Franeker; sie ist im Kibbuz als Madricha zur Anleitung der jungen Frauen
1.4.1938 Sophia de Vries abgemeldet aus Franeker nach Amsterdam

Onderduiker- Überleben im Versteck
1943 Sophie de Vries geht ins Versteck, unklar an welchem Ort
15.11.1945 ist sie dort wiedergemeldet, auf dem Doodweg 14 in Laren; dort befand auf das jüdische Kinderheim De Bergstichting, das vor und nach dem Krieg jüdische Kinder beherbergte. Viele jüdische Waisenkinder wurden nach dem Krieg aus den ganzen Niederlanden dorthin gebracht.
Alija nach Palästina
Sie schließt sich dem Kibbuz Kibbuz Maayan Zvi auf dem Berg Carmel an.
1948 Heirat in Zikhron Ya’akov mit Isaac Hassid; Name dann Hadassah Hassid
1951 Wechsel in den Moshav Beit Yitzhak -Sha’ar Hefer
Klinik „Het Apeldoornsche Bosch“
12.7.1942 Bruder David nach seinem Medizinstudium als Arzt in die Psychiatrie Centraal Israëlitisch Krankzinnigengesticht „Het Apeldoornsche Bosch“
20.1.1943 Ankunft des Jüdischen Ordredienst aus Kamp Westerbork in Apeldoorn; Bereitstellung von 40 Güterwaggons am Bahnhof Apeldoorn; die Hälfte des Personals flüchtet
21./22.1.1943 in der Nacht Zwangsevakuierung der gesamten Klinik, „Verladung“ in Güterwaggons 1181 Patienten und 51 jüdischen Krankenschwestern von Apeldoorn nach Auschwitz.
Das in Apeldoorn verbliebene Personal wurde zusammen mit den letzten rund hundert jüdischen Einwohnern Apeldoorns mit einem Linienzug ins Lager Westerbork gebracht und von dort deportiert.
24.1.1943 Ankunft des „Krankensondertransport“ im KL Auschwitz. Bei der Selektion werden 16 Männer und 36 Frauen im Lager aufgenommen, die übrigen 692 Menschen übernommen. 1 004 Menschen werden in die Gaskammern geführt.

9.2.1943 Bruder David und Frau Rosine zusammen mit Chaluz Joseph Cohen deportiert von Westerbork nach Auschwitz
Kamp Westerbork
20.5.1943 beide Eltern vermutlich als Onderduiker verhaftet und als Strafgefangene in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork, Strafbaracke 65 verbracht

25.5.1943 beide Eltern werden auf den nächstmöglichen Transport nach Sobibor gestellt
Alija Beth
15.11.1945 ist sie in Laren wieder offiziell gemeldet
29.7.1946 Einschiffung auf der SS YAGUR (zuvor SAGOLEM)von Sophie de Vries mit 759 Ma’apilim in dem kleinen Hafen von La Ciotat bei Marseille.
13.8.1946 die SS Yagur wird vor Haifa von britischer Marine aufgebracht.
Aufgrund der Terroraktionen des Palmach gegen britische Einrichtungen, entschjließt sich die britische Regierung von nun an alle Ma’apilim auf britischen Marineschiffen nach Zypern in Detainmentcamps zu bringen.
Die Ma’apilim der SS Yagur waren die ersten, die auf diese Weise nach Zypern deportiert wurden.
Dezember 1946 Alija nach Palästina, sie schließt sich dem Kibbuz Beit Yitshak-Sha’ar Hefer an.
Gedenken

Grabstein für Sophie de Vries
Quellen
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22De%20Vries%20Sophie%201915%22%7D
https://www.myheritage.de/research
https://historischcentrumfraneker.nl/inwoners
Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020
Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de