Heilbrun Kurt

*24.7.1913 in Nordhausen; ✡ 12.10.1941 Massenerschießung in Zasavica

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Bruno Heilbrun *5.2.1882 in Nordhausen; ✡17.4.1967 in Ithaka, USA

Mutter Grete Selly Löwenthal *11.6.1890 in Behrungen; ✡17.6.1967 in New York

Geschwister

Hans Heilbrun *16.3.1917 in Nordhausen, Thüringen; ✡15.1.1973 in Placer, Kalifornien

Ruth Heilbrun *13.2.1925 in Nordhausen; ✡Dez.2012 USA; oo Hans Windmüller

Onkel Leon Heilbrun *13.5.1883 in Nordhausen; ✡ August 1942 in Drancy

Tante Erna geb. Heilbrunn *12.6.1897 in Eisenach; ✡ August 1942 in Drancy

Cousine Ingeborg Heilbrun *24.5.1925 in Nordhausen; ✡ August 1942 in Drancy

Beruf Landwirtschaftlicher Volontär

Adressen Nordhausen; Groß Breesen; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen); Amsterdam,

Heirat 9/1945 in Hendon, Middlesex mit Hannelore Heilbrun *7.11.1924 in Nordhausen; ✡15.10.1971 in San Francisco

Sohn

Peter Brian Heilbrun *25.5.1946 in New York; 4.3.2008 in Surprise, Arizona; oo Berg

Weiterer Lebensweg

1.Weltkrieg

Kriegsgefallen aus Nordhausen

Julius Heilbrunn * 31.12.1888 in Nordhausen, vor 1914 in Pforzheim; ✡14.6.1915

Leutnant Erich Heilbrunn * 22.7.1890 in Nordhausen, vor 1914 in Nürnberg; ✡21.3.1918

Julius und Erich Heilbrunn waren Onkel

1939 Hannelore Heilbrun mit Kindertransport aus Nordhausen nach England

atzlager.

Groß Breesen wurde vor 1933 vom Hechaluz genutzt, erst ab 1936 wurde die Ausbildungs-Stätte von nicht-zionistischen Organisationen für landwirtschaftlichen Umschichtungen reaktiviert.

Mai 1936 Eröffnung des nichtzionistischen Übersee-Gruppenwanderer Lehrgutes Groß Breesen; im Gegensatz zu anderen Lagern ist Groß Breesen nicht an jüdische Organisationen gebunden, war jedoch stark geprägt vom Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (C.V., assimiliert, liberal, national)

Bruder Hans Heilbrun zur Hachschara ins Überseeauswanderer Lager Groß Breesen

10.11.1938 Überfall der SA auf den Hof in Groß Breesen, alle über 18-Jährigen Männer werden mit einem Bus abgeführt und ins KL Buchenwald gebracht, auch Curt Bondy, der als Homosexueller besonders gefährdet war; die Frauen und Jungen bleiben auf dem Hof zurück.

Novemberpogrom

10.11.1938 Fünf Männer der Familie Heilbrun verhaftet und interniert im KL Buchenwald

Hans und Kurt interniert im KL Buchenwald, Häftlingsnummer für Hans 20889, Kurt Heilbrun 20864, später 10641

22.12.1938 Kurt Heilbrun entlassen aus dem KL Buchenwald

Gut Winkel

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Frühjahr 1939 Kurt Heilbrun zur Hachschara nach Gut Winkel

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.

Bei der Minderheitenvolkszählung am 17. Mai 1939 wurde Kurt Heilbrun mit 210 jüdische Bewohner von Gut Winkel erfasst.

September 1939 Kurt Heilbrun auf der Belegungsliste von Gut Winkel

Von Juni 1941 bis Februar 1943 (Fabrikaktion) war Gut Winkel Arbeitseinsatzlager

Werkdorp Nieuwe Sluis

13.2.1939 Bruder Hans zur Hachschara ins Werkdorp Wieringen

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

1.5.1940 Offizielle Abmeldung von Bruder Hans in die USA

26.4.1940 Einschiffung von Hans Heilbrunn auf der SS PENNLAND in Antwerpen; als Kontakt gibt er seine Großmutter H. Löwenthal an

16.5.1940 Ankunft von Antwerpen über Southampton in New York

Zieladresse Hyde Farmlands

Die Irrfahrt der St. Louis Mai-Juni 1939

Von der Familie Heilbrun sind auf der St.Louis eingeschifft:

Vater Bruno, Mutter Grete, Schwester Ruth, Onkel Leon, Tante und Cousine Ingeborg

13.5.-17.6.1939 die Irrfahrt der St. LOUIS ab Hamburg nach Kuba und zurück; trotz gültiger Visa werden 937 jüdische Emigranten von Kuba, USA und Kanada abgewiesen, müssen nach Europa zurück

17.6.1939 Ausschiffung in Antwerpen; die Niederlande übernehmen 218 Emigranten; weitere werden in England, Belgien und Frankreich als Asylanten aufgenommen.

Die Familie Heilbrun kommt in das Internierungslager Nexon in Frankreich.

Die Eltern können mit Schwester Ruth über Marseille und Casablanca in die USA emigrieren.

7.6.-25.6.1942 beide Eltern mit Schwester Ruth auf der SS SERPA PINTO von Casablanca nach New York

August 1942 Gemeinschaftlicher Suizid der Familie von Leon Heilbrun vor der Deportation von Drancy nach Auschwitz

Hyde Farmlands

Die Thalhimer-Farm „Hyde Farmlands“

William B. Thalhimer, Warenhausbesitzer in Richmond, kaufte die Farm „Hyde Farmlands“ in Nottoway County, Virginia zur landwirtschaftlichen Ausbildung jüdischer Jugendlicher für die „Virginiagruppe“ der Breesener (Chawerim aus dem Hachscharalager Groß-Breesen)

Ende 1941 nach Erkrankung von Thalhimer wird die Farm geschlossen; bei Kriegseintritt der USA gehen viele Chawerim in die US Army;

23.10.1940 Registrierung von Bruder Hans US-Army

11.4.1941 Bruder Hans eingeschrieben als Soldat der US Army

September 1945 Heirat in Hendon, Middlesex

18.1.1948 Ankunft Bruder Hans in New York

15.1.1973 Tod Bruder Hans in New York

Der Kladovo-Transport

Kurt Heilbrun entschließt sich zur Teilname an der vom Hechaluz Österreich organisierten Alija beth, Sonderhachschara SH-5 mit dem Plan über die Donauroute, Schwarzes Meer, Mittelmeer letztlich Palästina illegal zu erreichen.

19.11.1939 mit etwa 15 Chaluzim aus Ahrensdorf zunächst von Trebbin mit der Bahn nach Berlin: Martin Hirsch, Madrich in Ahrensdorf, begleitet die Chaluzim und war einer der Leiter der Sonderhachschara 5.

21.11.1939 von Berlin Bahnfahrt nach Wien.

24./25.11.1939 mit 822 von Wien nach Bratislava; dort kamen weitere 130 aus Berlin, 50 aus Danzig, 100 aus Prag

Anfang Dezember auf die SS URANUS zunächst nach Gyor; dann wieder zurück nach Bratislava

12.12. 1939 weiter nach Bezdan

14./15.12.1939 in Budapest auf drei jugoslawischen Schiffen SS Kraljica Marija, Car Dusan and Car Nikola zur jugoslawisch-rumänischen Grenze. Die Rumänen verweigern die Einreise

18.12.-30. 12.1939 in Prahovo

31.12.1939 die Schiffe liegen im Winterliegeplatz in Kladovo, die Flüchtlinge bleiben an Bord

Januar 1940 ein umgebauter Schleppkahn wird angehängt, um mehr Platz zu haben

Mai 1940 die Schiffe fahren ab, die Flüchtlinge suchen bei Bauern Unterkunft

19. 9.1940 die Flüchtlinge werden auf dem Kahn nach Sabac geschleppt

Unterbringung in Sabac in einer alten Mühle und einem Getreidespeicher

März 1941 in Kladovo treffen 140 Studentenzertifikate von der WIZO für weibliche Jugendliche unter 18 Jahren ein (BIII Studentenzertifikate mit der Verpflichtung die Ausbildung fortzusetzen)

März 1941 verlassen einzelne Familien, 200 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Sabac mit legalen Visa, so auch Ursel Marcuse, Netty Lychenheim und Irmgard Höchster -letztere kurz vor ihrem 18. Geburtstag; über Griechenland, Istanbul, das syrische Aleppo und Beirut

30.3.1941 Ankunft in Haifa; 4 Wochen in Atlit interniert

6.4.1941 Einmarsch der Wehrmacht in Serbien

August 1941 Juden von Sabac und die Flüchtlinge in einer alten Festung Camp Sabac interniert

11.10.1941 Jüdische Männer, Zigeuner und manche Serben verlegt in das Seniak Camp

Januar 1942 die Frauen und Kinder werden ins KL Sajmiste deportiert

19.3. -10.5.1942 jede Woche werden Frauen unter Herbert Andorfer während eines vorgeblichen Transportes in einem Gaswagen ermordet.

Quellen

Namensverzeichnis von im Oktober 1941 im Dorf Zasovica bei Schabac erschossenen Juden

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/71076338

https://collections.arolsen-archives.org/en/search?s=Zasovica

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1003754

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278089

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6635); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6467); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://yvng.yadvashem.org/ad

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Artur Wolff, Damit es nicht vergessen wird, Bericht in zwei Teilen, 1991

https://archive.org/details/jdischesausb001f022/page/n2/mode/1up?view=theater

https://zeitgeschichte-hamburg.de/files/public/FZH/Publikationen_digital/Werner%20T%20Angress%20Generation%20zwischen%20Furcht%20und%20Hoffnung.pdf

https://www.yumpu.com/de/document/read/3840614/21-brief-19-p745-54-gross-breesen-silesia

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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