
Milton Toni Michael Bram Adler
*13.4.1920 in München; ✡8.1.1948 in Jerusalem
Religion jüdisch
Vater Abraham Albert Adler *2.1.1886 in Aufhausen, Württemberg; ✡ 10.4.1944 Auschwitz
Mutter Theodora Markowicz *8.9.1899 in Murowana Goslina; ✡10.4.1944 Auschwitz
Großvater Baruch Adler *2.4.1856 in Braunsbach; ✡20.3.1925 in Augsburg
Großmutter Clara Rothschild *25.12.1855 in Eschenau, Heilbronn; 23.10.1942 Theresienstadt
Großvater Julius Markowicz *6.10.1868 in Dobrzyna; ✡11.11.1942 Theresienstadt
Großmutter Regina Leszynski *2.5.1874 in Murowana; ✡12.12.1935 in Breslau
Tante Lina Adler *21.3.1884 in Aufhausen; vor 1945 in Polen; oo Adolf Zinner (1884-1943 Auschwitz)
Geschwister

Stefan Adler *15.3.1924 in München; ✡ 1945 in Bergen-Belsen
Marion Adler *26.1.1927 in München; ✡ 10.4.1944 in Auschwitz
Beruf Landwirtschaftlicher Volontär
Adressen Aufhausen; Niederstetten; Augsburg; München; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen);
Heirat 1947 mit Zehava Levit Grossmann 1923 in Polen; ✡2019 Jerusalem; später Fast
Kinder
Michaela Levit Adler *1.7.1948 Jerusalem; oo Ygal Yoeli (1999)
Enkelkinder: Dafne *1970; Dan *1975; Orna*1978
Urenkel von Enkeltochter Dafne: Amit *1997; Gal *1999; Hadar *2003
Weiterer Lebensweg
Die Familie Adler
Bis 1975 Großvater Baruch Adler am Lehrerseminar in Esslingen
1875 bis 1878 in Eschenau als Lehrer in der jüdischen Gemeinde gearbeitet. Daraufhin folgte von 1878 bis 1901 Volksschullehrer in Aufhausen, hier lernt er Clara Rothschild kennen
1901 bis 1919 Baruch Adler Volksschullehrer in Niederstetten
1919 Umzug nach Augsburg

12.12.1935 Tod der Großmutter Regina Markowitz in Breslau
Vater Albert Adler war Bankier in München
17.5.1939 Großmutter Klara und Tante Lina mit Ehemann Adolf Zinner in Augsburg bei der Minderheitenzählung
Hachschara
Milton Adler zur Hachschara im Umschichtungslager Groß Breesen
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.
Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs
Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.
20.12.1936 Milton Adler zur Hachschara ins Werkdorp Wieringen

14.1.1937 Offizielle Anmeldung in Baringerhorn
Anfang 1937 Offizielle Eröffnung der nun fertiggestellten Anlage.

2.1.1938 Formal bedingte Ummeldung nach Wieringermeer
Emigration nach Italien
Die Familie Adler emigriert nach Italien;
sie wohnt in Positano, Salerno, Campania
Letzte Adresse vor der Internierung: Di Luca dei Marsi bei Avezzano (Aquila)
20.5.1943 Internierung der Familie Adler
5.4.1944 Deportation der Eltern und Geschwistern Stefan und Marion aus dem polizeilichen Durchgangslager in Fossoli mit 935 Juden
10.4.1944 Ankunft in Auschwitz II; an der Rampe werden 154 Männer und 80 Frauen zur Zwangsarbeit übernommen, 692 Menschen müssen in die Gaskammern. Zu den Übernommenen zählt auch Bruder Stefan; ihm wird die Auschwitzhäftlingsnummer 179985 in den linken Unterarm tätowiert.
Todesmarsch von Auschwitz
15.1.1945 die Häftlinge in Auschwitz hören den russischen Kanonendonner 30 km aus dem Osten
Die SS-Wachmannschaften verbrennen die Lagerkartei und Transportlisten, sprengten die Krematorien und zünden die Magazine mit dem geraubten Häftlingseigentum an.
18.1.1945 Evakuierung aller drei Auschwitz-Lager; ca. 60 000 Häftlinge; 10000 Männer aus Monowitz
18.1.1945 Beginn des Todesmarsches mit 400 Frauen von Auschwitz- Birkenau nach Loslau
Auschwitz-Überlebende berichten von der Brutalität der SS-Leute während des Todesmarsches:
Asher Aud:
„Wenn wir sind gegangen Totenmarsch, da sind keine Menschen gegangen, da sind nur Skelette gegangen.“
Sigmund Kalinski:
„Wer nicht konnte oder wer zur Seite war, wurde erschossen, bei ungefähr 15 bis 20 Grad minus in unseren Kleidern.“
Isidor Philipp berichtet:
„Wer sich hinlegte, wurde von den SS-Männern, die auf Motorrädern fuhren, erschossen.“
19. – 23.1.1945 Ankunft in den Eisenbahnknotenpunkten Gleiwitz und Loslau. Von Gleiwitz oder Loslau in Güterwaggons zu westlich gelegen Konzentrationslager wie Buchenwald, Ravensbrück, Sachsenhausen
Isidor Philipp berichtet:
„Von dort begann dann – in offenen Kohlewaggons und bei 15 Grad unter Null – die Fahrt durch Polen, Tschechoslowakei und Österreich zurück nach Deutschland.“
Nach Schätzungen starben bei diesen Räumungstransporten von Auschwitz insgesamt zwischen 9.000 und 15.000 Häftlinge.

22.1.1945 Ankunft und Registrierung von Stefan Adler in Buchenwald
24.1.1945 Stefan Adler weiterverlegt ins Außenlager S III Ohrdruf
26.2.1945 Verlegung von Stefan Adler aus Buchenwald in das KL Bergen-Belsen
1945 Tod von Stefan Adler in Bergen-Belsen, Datum unbekannt
Alija
Vermutlich gelangt Milton Adler illegal (Alija beth ) zu einem unbekannten Zeitpunkt nach Palästina, da keinerlei Einwanderungsdokumente vorliegen
Terroropfer
8.1.1948 in Jerusalem:
„Um zwei Uhr nachmittags wurde Michael in der Nähe des Sultansbeckens – neben der staatlichen Druckerei – von bewaffneten Arabern der „Arabischen Nationalgarde“ angehalten und aufgefordert, aus seinem Auto auszusteigen. Kaum war er ausgestiegen, schossen die Araber ihm zwei Mal in den Kopf und töteten ihn auf der Stelle. Beerdigung auf dem Ölbergfriedhof, Jerusalem, Israel“
Gedenken
21.5.1955 Pages of Testimony für Thea, Albert, Stefan und Marion Adler sowie den Großvater Julius Markowicz vom Bruder der Mutter Walter Markowicz
Grabstein für Milton Adler auf der Ölbergfriedhof in Jerusalem
Quellen
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en36748
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de38165
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de828271
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de997544
https://gedenkbuch-augsburg.de/biografien/lina-zinner
https://www.alemannia-judaica.de/aufhausen_synagoge.htm
http://www.yairgil.com/markowicz/michael.html
http://www.yairgil.com/markowicz/tea.html
https://laad.btl.gov.il/Web/He/TerrorVictims/Page/Default.aspx?ID=3…
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer