Augapfel Julius

Julius Jüdel Augapfel

*19.4.1892 in Jaroslawl; ✡ 1.10.1944 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit Österreich, deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Meir Augapfel *1865; ✡1932

Mutter Viktoria Flügel

Geschwister

Beruf Rabbi

Adressen Jaroslawl; Wien; Insterburg; Rotterdam; Amsterdam,

Heirat 14.12.1919 im Stadttempel von Wien mit Rosa Zuckermann *1895 in Kolomya; ✡ April 1967 in New York

Sohn Gideon Augapfel *4.3.1921 in Wien; ✡22.9.1941 in Mauthausen

Weiterer Lebensweg

Rabbi Julius Augapfel (Joods Monument)

Gymnasium in Wien, Abschluss mit der Matura

1910–14 Studium der Orientalistik an der Uni Wien

1914 Promotion zum Dr. phil.

1915–18 Studium Rechtswissenschaften

1919 Promotion zum Dr. iur., 1940 ab- und 1955 posthum wieder zuerkannt

Studium der Israelitisch-Theologischen Lehranstalt in Wien

1914 Julius Augapfel Rabbiner in Salzburg

1914-1918 1. Weltkriegs zeitweilig als Feldrabbiner

14.12.1919 Heirat mit Rosa Zuckermann im Stadttempel von Wien

1926 Umzug nach Insterburg

1926 Rabbiner und Religionslehrer in Insterburg/Ostpreußen, später Gründer und Leiter einer zionistische Gruppe

Mitglied im Allgemeinen Deutschen sowie im Nordostdeutschen Rabbinerverband, erst als stellvertretender Vorsitzender und später als Vorsitzender.

1930er-Jahren vergebliche Bewerbungen auf Rabbinerstellen in Wien.

1934 Kündigung in Insterburg wegen fehlender Staatszuschüsse

1936 Bewerbung auf das Rabbinat in Erfurt.

1938 sein Jugendfreund, der Historiker Salo W. Baron beschafft ein Affidavit

Dezember 1938 Rabbiner Henry E. Kagan schickte ein Affidavit und einen Angestelltenvertrag der Progressive Congregation Anshe Poilin in Coney Island, laut dem er 1.000 $ im Jahr verdient hätte.

März 1939 Visum vom US-Konsulat in Berlin abgelehnt

29.3.1939 Flucht nach Rotterdam; Flüchtlingsquartier Achterklooster 40

19.4.1940 Wechsel von Rotterdam nach Amsterdam, Flüchtlingsquartier Oostenlijke Handelskade

10.5.1940 Einmarsch der Wehrmacht in die Niederlande

15.5.1940 Kapitulation der Niederlande; Besetzung von Amsterdam

24.6.1940 Einweisung der Eltern ins Vluchtelingenkamp Westerbork, „Oude kampbewoners“;

Rabbi Julius Augapfel 1942 in Westerbork

Julius Augapfel dort bis 1944 als Lager-Rabbi

4.9.1944 beide Eltern auf dem Transport XXIV/7 von Westerbork nach Theresienstadt

29.9.1944 Julius Augapfel auf dem Transport E l von Theresienstadt nach Auschwitz

1.10.1944 Tod von Julius Augapfel in Auschwitz

23.8.1945 Rückkehr der Witwe Rosa nach Amsterdam, Hotel Elberfeld

23.4.1949 Ankunft der Witwe Rosa Augapfel in New York

Werkdorp Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

6.8.1939 Gideon Augapfel zur Hachschara ins Werkdorp Wieringen

Auflösung des Werkdorp

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“

27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten;

11.6.1941 Offizielle Abmeldung der 210 Werkdorper aus der Gemeinde Wieringermeer

1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes

Zweite große Razzia in Amsterdam

14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam auf der Bernard-Zweerskade ist Anlass für Verhaftungswelle

Juni 1941 Zweite große Razzia in Amsterdam; der SD geht bei dieser Razzia anders vor als bei der ersten Razzia im Februar 1941, bei der  Juden wahllos auf der Straße aufgegriffen und festgenommen wurden; bei der zweiten Razzia nutzen die Deutschen Adresslisten und gehen gezielt zu den Häusern von dem sie wissen, dass dort Juden leben.

11.6.1941 SS-Obersturmführer Klaus Barbie von der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam“ erschleicht sich durch Täuschung die Adresslisten der „Werkdorper“

11.6.1941 „Vergeltungsmaßnahme“ 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ im Durchgangslager Schoorl inhaftiert; von ihnen werden vier, die keine vier jüdischen Großeltern haben, freigelassen.

22.6.1941 Deportation der 296 in Schoorl Inhaftierten in das KL Mauthausen; dort werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch und oftmals tödliche medizinische Experimente ermordet; keiner überlebt das Jahr 1941

Gedenken

Quellen

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Zuckermann%20Rosa%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Augapfel%22%7D

http://www.joodsmonument.nl/en/page/584386/julius-augapfel

https://yvng.yadvashem.org/ad

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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