Wächter Walter

Walter Michael Wächter

*26.3.1913 in Hamburg; ✡ 15.11.1983 in Örebro, Schweden

Staatsangehörigkeit deutsch; staatenlos; schwedisch

Religion jüdisch

Vater Gustav Wächter *24.10.1875 in Hamburg; ✡1942 in Riga Jungfernhof

Mutter Minna Sonnenberg *23.3.1881 in Hamburg; ✡1942 in Riga Jungfernhof

Geschwister

John Wächter *24.9.1902 in Hamburg; ✡1970 in Zürich

Max Wächter *19.6.1904 in Hamburg; ✡1970 in Buenos Aires; oo Dora

Nichte Jessi Wächter *23.3.1935 in Hamburg

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant; Psychologe; Hochschullehrer

Adressen Hamburg, Eppendorfer Weg 40, Scheideweg 35 III

Heirat  

Walter Wächter war dreimal verheiratet

1940 Erna Schwarz *18.8.1918 in Kalisz; ✡2003; später oo Herbert Zeew Gollop

31.8.1946 mit Schontje Ruth Visser *15.2.1921 in Oldenburg; ✡24.2.2020 in Stockholm; (Eltern Eduard Visser und Käthe Rose)

Kinder

Torkel Wächter

Ylva Wächter

Weiterer Lebensweg

Die 1920er Jahre lebt die Familie in Eimsbüttel

Schulabschluss mit Abitur an der Aufbauschule

Walter Wächter ist begeisterter Fußballer, spielt zeitweilig in einer Jugendmannschaft des HSV, später im Arbeitersportverein Fichte; ab 1933 Jüdischer Turn- und Sportverein Bar Kochba

1933 erste Verhaftung wegen politischer Aktivität, Walter Wächter kurze Zeit im Gefängnis

Frühjahr 1935 Walter und kurz darauf auch Bruder John verhaftet; Untersuchungshaft in der Strafanstalt Fuhlbüttel

1936 Walter Wächter verurteilt zu drei Jahren Zuchthaus wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“, in der Regel sind damit illegale Widerstandsaktivitäten der Kommunisten gemeint;

März 1938 Entlassung aus dem Zuchthaus

März 1938 Walter Wächter emigriert zur Hachschara nach Schweden

1.9.1938 Bruder Max emigriert nach Buenos Aires

1939 Flucht von Bruder John nach Rio de Janeiro

17.5.1939 beide Eltern, Dorothea und Jessie Wächter in Hamburg, Scheideweg 35

Januar 1940 Verlobung mit Erna Schwarz

1940 Heirat mit Erna Schwarz

8.9.1944 auf der Liste der Hechaluz-Mitglieder, die eine Passverlängerung brauchen

31.8.1946 Heirat mit Schontje Ruth Visser

Riga Jungfernhof

November 1941 Deportationsbefehl der Gestapo

6.12.1941 die Eltern Gustav und Minna Wächter deportiert aus Hamburg nach Riga

9.12.1941 Ankunft Skirotawa; Fußmarsch in Fünferreihen entlang der Dünaburger Landstraße in das provisorische Lager Jungfernhof

Fünf Transporte im Dezember 1941 zum Jungfernhof

30.11.1941 -2. 12.1941 1008 Personen aus dem Sammellager Langwasser in Nürnberg

4.12.1941 Stuttgarter Transport von 1013 Juden aus dem Sammellager Killesberg in Stuttgart

6.12.1941 aus Wien 1001 Juden zum Jungfernhof

9. 12.1941 Transport von 964 Personen aus Hamburg, Lübeck und Danzig (Ziel zuvor Minsk)

10.1.1941 Transport aus Wien zum Teil in den Jungfernhof und auch ins Ghetto

26.3.1942 „Dünamünde-Aktion“ im Jungfernhof; 1800 Juden im Wald von Bikernieki erschossen

Ende März bleiben nur 450 kräftige Arbeiter im Jungfernhof zurück; die übrigen werden ins Ghetto Riga eingewiesen

Gedenken

2018 Der FC Alsterbrüder benennt seinen Platz in Eimsbüttel „Walter-Wächter-Sportplatz“

Pages of Testimony für die Eltern von Xavier Messalati

Stolpersteine für Minna und Gustav Wächter in Hamburg, Scheideweg 33

Quellen

Holger Frerichs, Biografie der Familie Visser, Varel, 2024

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de984819

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de984817

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411206-33.jpg

https://www.stolpersteine-hamburg.de/?MAIN_ID=7&BIO_ID=1007

https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_W%C3%A4chter

https://www.abendblatt.de/kultur-live/kritiken/article232798603/Auf-den-Spuren-des-schweigenden-Vaters.html

Torkel S Wächter, „Meines Vaters Heimat – Was er mir nie erzählte“, LangenMüller,

Torkel S Wächter, 32 Postcards – last posts from Nazi Germany

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

http://www.32postkarten.com/wachters/wachters.html

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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