Rosenzweig Ursula

Ursula Eva Rosenzweig

*10.2.1919 in Berlin; ✡ 27.1.2005 in Haifa

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Max Moses Rosenzweig *22.4.1879 in Gostynin; ✡ vor 1945

Mutter Rosa Warschawski *3.8.1887 Gostyczin; ✡1943 in Auschwitz

Geschwister

Horst Henry Rosenzweig/Roger *29.7.1913 in Berlin; ✡1986 Hamburg; oo Anneliese Nordheimer

Evt. verwandt, ebenfalls zur Hachschara in Gut Winkel

Liesel Rosenzweig *29.3.1920 in Köln; Unklar

Eva Rosenzweig *10.2.1919 (!) in Berlin; von Spreenhagen nach Köln; 1939 Palästina; ✡1/2003 in Kibbuz Hasorea

Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin

Adressen Berlin; Spreenhagen; Urfeld; Tenterden; Haifa

Heiraten

Hans Gert Samson *22.10.1916 in Berlin; ✡29.11.1979 in Israel

Günter Wolff *5.2.1918 in Schlesien; ✡2012

Kinder drei

Eine Tochter aus der Ehe mit Gert Samson

Zwei Töchter; oo Hadar; oo Inbar

Weiterer Lebensweg

Ausschluss 1933 als Jüdin aus der „Minna Cauer“ städtischen Mittelschule in Berlin

Hachschara Gut Winkel

Ursula Rosenzweig zur Hachschara im jüdischen Lehrgut Schocken Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.

Hachschara in Urfeld

1938 Ursel Rosenzweig zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von 1933 bis 1938/39 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für ca 60 Jugendliche über 18 Jahren.  Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg), finanziert von dem jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

Anfang 1938 auch mittlere Hachschara für 15–17-Jährige Chaluzim.

Emigration nach England

29.9.1939 Ursula Samson beim britischen Census auf der Refugee Training Farm, Great Engham Manor, Tenterden unter der Leitung von Herbert Schlesinger mit zahlreichen weiteren Trainees

Alija auf der SS GUINEE

Oktober 1944 erhielten die Palästina-Pioniere in Spanien von der britischen Mandatsregierung erteilte Einwanderungszertifikate für Palästina. 

27. Oktober 1944  55  Hechaluz- Mitglieder gehen  in Cadiz an Bord des Schiffes „Guinée“ und erreichten am 4. November den Hafen von Haifa.

Seit Mai 1943 soll insgesamt 150 Palästina-Pionieren die Flucht aus den Niederlanden über Belgien bis Frankreich geglückt sein. Etwa 80 von ihnen überquerten in von der Toulouser Sektion der AJ organisierten Gruppen seit Februar 1944 die Pyrenäen und gelangten von Spanien aus in das unter britischem Mandat stehende Palästina

27.10.-4.11.1944 Ursula und Hans Samson mit Arbeiter-Zertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS von Cadiz nach Haifa; Internierung im britischen Camp Athlit

14.11.1944 Entlassung der Chaluzim aus dem britischen Camp Athlit

Fabrikaktion

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert

Die Eltern Max und Rosa Rosenzweig auf dem 31. Osttransport von Berlin nach Auschwitz

„Wiedergutmachung“

1957-1960; Bescheid des Regierungspräsidenten vom 18.7.1957 über die Gewährung der Ansprüche für Schaden in der Ausbildung; Bescheid vom 1.8.1960 über die Ablehnung der Ansprüche für Schaden an Vermögen durch Auswanderung mangels ausreichender Auswanderungskosten.

Gedenken

Quellen

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB) – 07630 – 24

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1144483

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1144497

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212397

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History; Link:

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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