Spiegel Ruth

Ruth Spiegel

*27.6.1924 Mülheim; ✡1999 Santiago de Chile

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Moses Max Spiegel *23.12.1891 in Dinslaken; ✡ 2.7.1943 Sobibor

Mutter Gertrud Ruzka bat Jehuda Wohrizek *1903; 7.9. 1928 in Diemen

Stiefmutter Paula Stern *19.1.1895 in Recklinghausen

Großvater Louis Spiegel *27.3.1863 in Drensteinfurt; 6.6.1940 in Gennep; oo Regina Aron

Großmutter Regina Spiegel Abraham *16.4.1857 in Eitorf; ✡ 27.4.1919 Dinslaken

Großmutter Meta Wohrizek geb Sternheim *12.4.1880 in Ergste; ✡14.5.1943 in Sobibor

Großvater Theodor Wohrizek

Onkel Kurt Wohrizek *25.12.1900 in Hagen; ✡nach 1941 in Riga

Onkel Adolf Spiegel*12.12.1890 in Dinslaken; oo Marta Wolf (*6.1.1899)

Onkel Siegmund Spiegel *27.10.1893 in Dinslaken; ✡4.12.1933 Dinslaken

Tante Elise Berghausen *25.2.1904 in Petershagen; ✡ 25.11.1889 in Santiago de Chile

Alfred Spiegel oben 2. v. re.

Bruder Alfred Spiegel *17.3.1931 Hamborn;

Cousins

Edith Spiegel *25.4.1928 in Dinslaken; ✡ ?; oo Kurt Altstädter

Fritz Spiegel *21.4.1932 in Dinslaken; ✡ 25.7.2020 New Jersey; oo Yael

Beruf

Adressen Dinslaken, Bismarckstraße 61; Dinxperlo, Polstraat A 349

Heirat Levy

Kinder drei

Weiterer Lebensweg

24.12.1918 Siegmund Spiegel, Unteroffizier 2. Batterie des Feldartillerieregiments 84 in den Preußischen Verlustlisten „leicht verwundet“ gemeldet

20.5.1933 Vater Moses mit Frau Paula und Bruder Alfred von Dinslaken nach Dinxperlo¸

Datum der Emigration von Ruth und Großmutter Meta Wohrizek von Ergste nach Dinxperlo ist unsicher

Vater Mose betreibt in Dinxperlo eine Wechselstube

17.12.1936 Flucht von Onkel Adolf (später Chile) mit Alice Spiegel in die Niederlande;

Novemberpogrom

10.-11.11.1938 Großvater Louis in Dinslaken inhaftiert

25.11.1938 Flucht von Edith und Fritz zu Onkel Adolf nach Gennep

4.12.1938 Edith und Fritz, Gennep, Spoorstraat bei Onkel Abraham Spiegel

20.12.1938 Flucht von Louis Spiegel zu seinem Sohn Adolf nach Gennep

1939 Flucht der Mutter Elise von Dinslaken nach England

29.9.1939 Mutter Elise in The Hawes, Southport als Köchin der Famiie Roy

1940 Cousine Alice verstirbt im Isr. Ziekenhuis in Amsterdam

21.1.1941 Edith und Fritz werden von Onkel Max Spiegel in Dinxperlo, Polstraat A 349 aufgenommen

9.4.1943 Einweisung von Max Spiegel, Paula Ruth und Alfred in das KL Vught

10.4.1943 Einweisung von Edith und Fritz Spiegel in das KL Vught

KL Vught – PHILIPS Deportation – Auschwitz – Ravensbrück -Eidelstadt

29.7.1943 Ruth Spiegel aus dem Kamp Westerbork wieder in das KL Vught, zur Zwangsarbeit im Außenlager der Fa. Philips in Eindhoven

Juni 1944 Schließung des KL Vught

3.6.1944 Cousine Ruth Spiegel 1944 mit 496 Philips-Gefangenen bei der „PHILIPS Deportation“ auf der Transportliste vom KL Vught nach Auschwitz „PHILIPS Deportation“

Lilly Klafter aus Amsterdam berichtet:

„They told us that we were being sent East, to work.  They put us on passenger trains in good condition.  We didn’t know where we were going.  Two days later we reached the camp [Auschwitz-Birkenau]… They got us off the trains with screams and deadly blows.  They stood us in a line… they brought us to the „sauna“.  We smelled something dreadful, and asked the veteran inmates what the strange smell was.  „That’s scorched human flesh.“  We didn’t believe our ears.  What did that mean? „Yes, here, human beings are burned.“  When they brought us to the „sauna“, we saw chimneys belching out thick smoke…“

Nach etwa sieben Wochen wird die Gruppe der „Philips-Facharbeiterinnen“ verlegt nach Reichenbach in die Telefunken-Fabrik

Bereits August 1944 kamen 2.500 Frauen aus dem KL Ravensbrück in das Außenlager Helmstedt-Beendorf zur unterirdischen Rüstungsproduktion. Die Bergwerke „Marie“ bei Beendorf und „Bartensleben“ bei Morsleben erhielten die Decknamen „Bulldogge“ und „Iltis“. Anfang Dezember 1944 kommen die Frauen der Diamantgroep hinzu.

Am 10. April 1945 erfolgt die Räumung beider Lager in Eisenbahnwaggons über Magdeburg, Stendal und Wittenberge in das Auffanglager Wöbbelin bei Ludwigslust, wo die Männer bis zu ihrer Befreiung durch amerikanische Streitkräfte am 2. Mai 1945 bleiben. Die Frauen werden nach Hamburg weitertransportiert, wobei zahlreiche an Erschöpfung, Hunger und Durst starben.

20./21.4.1945 in das am erst 7. April geräumte Außenlager Hamburg Eidelstedt werden erneut mehrere hundert Frauen eingewiesen. Anfang Mai kamen weitere Häftlinge aus den Hamburger Frauenaußenlagern Langenhorn/Ochsenzoll und Wandsbek hinzu.

1.5.1945 Ruth Spiegel auf einem Rote-Kreuz-Rettungstransport mit vielen Frauen nach Dänemark oder Schweden gerettet.

5.5.1945 die 158. Brigade der Royal Army erreicht das Frauenaußenlager des KL Neuengamme; aus dem Kriegstagebuch der des Hauptquartiers 158. Brigade der Royal Army

480 Frauen – sehr schlimme Zustände, wenig oder keine Lebensmittel, Durchfall, Krankheiten / Deutsche Kriegsgefangene zu Aufräumarbeiten herangezogen. Brot ist knapp. 319 Deutsche, 3 Russinnen, 2 Polinnen, 1 Belgierin, 1 Niederländerin, 4 Italienerinnen, 99 Jugoslawinnen, 18 Tschechinnen, 5 Ungarinnen“

Kamp Westerbork

8.5.1943 Einweisung von Großmutter Meta in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

21.5.1943 Verlegung von Edith und Bruder Fritz in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork, Baracke 61

29.6.1943 Deportation von Vater Moses, Stiefmutter Paula und Alfred Spiegel von Westerbork nach Sobibor;

3.6.1944 Cousine Ruth Spiegel von Vught nach Auschwitz

Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

Edith und Bruder Fritz Spiegel auf dem zweiten Transport mit 1037 „Austauschjuden“ von Westerbork nach Bergen Belsen

Der gestrandete Zug – Befreiung in Farsleben

6.-11.4.1945 Evakuierung von 6800 Austauschjuden von Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt

6.4.1945 Der erste von drei Transporten mit 2500 Menschen verlässt Lagerbahnhof in Bergen-Belsen. Auf dem ersten Transport befinden sich weit überwiegend ungarische und griechische Juden aus Saloniki. Die Fahrtroute verläuft südwestlich der Elbe über Uelzen, Salzwedel, Stendal.

7.4. 1945 Ein weiterer Transport mit 179 Menschen wird an den ersten angeschlossen

12.4.1945 Der Zug stoppt auf freier Strecke am Moortalsee, Farsleben, nahe Magdeburg; Flucht der Wachmannschaften

13.4.1945 Befreiung durch das 743. Panzerbataillon der US Army

Edith und Bruder Fritz sind Überlebende des gestrandeten Zuges, in Farsleben

6.5.1945 die in Farsleben Befreiten werden einquartiert im Nachbarort Hillersleben

Nachkriegszeit

1945 Edith mit Bruder Fritz im Kinderheim der Bergstichting in Laren

Edith Spiegel zur Mutter nach Leeds

Fritz beginnt eine Ausbildung in in Puntenburg, Utrecht

7.12.1945 Suchanzeige von Onkel Adolf Spiegel Nieuwe Israelitisch Weekblad

1961 Emigration von Fritz nach Rio de Janeiro

1969 Einwanderung USA

1970 Einbürgerung in New Jersey, dann Fred Spiegel

21.4.2012 die NRZ gratuliert zum 80. Geburtstag des Bruders Fritz: „seit 1989 besucht er jährlich seine Geburtsstadt“

Gedenken

Stolpersteine für Familie Moses Spiegel in Dinxperlo

23.2.2013 Sieben Stolpersteine für Edith, Fritz, Elise Spiegel, den Großvater Louis sowie Onkel Moses, Paula und Alfred Spiegel in Dinslaken, Bismarckstraße 61

9.7.1955 Page of Testimony für Paula, Moses und Alfred Spiegel von Stieftochter Ruth Spiegel de Levy

Gedenkstein für Paula, Moses und Alfred Spiegel in Dinxperlo

Quellen

https://www.joodsmonument.nl/en/page/138920/moses-spiegel

Edith Spiegel (born 25 April 1928)

http://dokin.nl/surviving-children/Fritz-Spiegel-born-21-Apr-1932

https://www.stolpersteinedinxperlo.nl/Stolpersteine/Familie-Spiegel/Familie-Max-Spiegel/#:~:text=Moses%20Spiegel%20hertrouwde%20met%20Paula%2Cvanuit%20Gennep%20bij%20het%20gezin.

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/409645

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130378485

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130378528

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

“My