Nussbaum Thea

Thea Nussbaum

*15.2.1909 in Hamburg; ✡ 29.3.1998 in New York;

Staatsangehörigkeit deutsch; niederländisch

Vater Ferdinand Nussbaum*27.6.1874 in Hamburg; ✡ ?

Mutter Ida Katzenstein*24.9.1872 in Rhina; ✡ 6.2.1937 in Hamburg

Geschwister

Gretchen Nussbaum *4.11.1904 in Hamburg, Überlebende; oo Gerd Cohen (*30.4.1907 in Altona; ✡ 2.2.1945 Bergen Belsen)

Hans Nussbaum * 27.3.1911 in Hamburg; ✡ 9.9.1997 in Marco Island, Florida

Beruf Hausfrau

Adressen Hamburg; Rotterdam. Amsterdam;

Heirat

Kinder

Susann Meyer *16. November 1936 in Hamburg

Ruth Meyer *Juni 1938 in Hamburg

Weiterer Lebensweg

Ferdinand und Ida Nussbaum betreiben ab ca 1898 in Hamburg ein Aktionsunternehmen, Kontor: Eimsbüttelerstraße 38

1898 bis 1934 erscheinen in Hamburger Blättern wie „Hamburger Fremdenblatt“, „Hamburger Echo“ und „Hamburger Anzeiger“ regelmäßig Inserate für offenbar wöchentlich in seinem Kontor stattfindende Versteigerungen

24.3.1938 Flucht von Hans Nussbaum von Hamburg nach Amsterdam

Hans Cohen später Chef der Expositur, Expeditie des Joodse Raad; die Expositur war eingerichtet als Verbindungsglied zwischen dem Joodse Raad und der Zentralstelle für jüdische Auswanderung des SD in Amsterdam; Leiter der Zentralstelle war SS-Hauptsturmführer Ferdinand Aus der Fünten; dieser setzt Hans Nussbaum später auf seiner persönliche „Au Be 170-Liste“ der nicht verzichtbaren Mitarbeiter

Werkdorp Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

19.9. 1936 Einstellung von Schwager Paul Cohen als angestellter Buchhalter im Werkdorp

8.3.1939 Schwester Gretchen Nussbaum aus Hamburg ins Werkdorp

1939 Schwägerin Gerda Bergmann aus Ostpreußen ins Werkdorp

Grete Nussbaum erwähnt im Werkdorp-Album von Kurt Reilinger

Emigration nach New York

21.1.-3.2.1939 Thea mit Ehemann Ernst Meyer und den Kinder Susann und Ruth auf der SS GEROLSTEIN von Vlissingen nach New York

Heimatadresse Schwiegervater Sally Meyer

Zieladresse Schwager Fred Meyer

4.4.1940 Thea und Ernst Meyer mit beiden Töchtern erfasst in Queens, New York bei US Census

Au Be 170

Hans Cohen auf der „Au Be 170-Liste“

Abkürzung für ‚Ausnahmebescheinigung‘. Im Sommer 1943 wurde eine Liste aufgestellt, auf der ca. 170 Personen aufgeführt wurden. Sie wurden bis auf weiteres von der Deportation ausgeschlossen. Obwohl ein Großteil der Juden und Jüdinnen zu dem Zeitpunkt bereits deportiert wurde, wollte Aus den Fünten (Leiter der Zentralstelle) den Amsterdamer Judenrat nicht vollständig auflösen.

Befreiung

12.4.1945 Hans Cohen wird nicht deportiert und gehört zu den 883 Juden, die von kanadischen Truppen im Kamp Westerbork befreit werden.

9.5.1945 die überlebenden 883 Juden werden in drei Gruppen aufgeteilt, nach ihrem Eintreffen im Lager

  1. Nach dem 4.9.1944
  2. 10.5.1940-4.9.1944
  3. Vor dem 10.5.1940, dem Einmarsch der Deutschen

Die Gruppen werden nacheinander in der Reihe 1., 2., 3. entlassen.

Auschwitz

16.2.1943 Gerda und Paul Cohen auf dem Transport von Westerbork nach Auschwitz

19.2.1943 Tod von Schwägerin Gerda Cohen in Auschwitz

30.4.1943 Tod von Bruder Paul Cohen in Auschwitz

20.6.1943 Schwester Gretchen und Schwägerin Ilse Cohen in Amsterdam gefasst, vermutlich als „onderduiker“; sie kommen infolgedessen in Westerbork in die Strafbaracke 67

6.7.1943 Schwägerin Ilse als „Strafgefangene“ auf den nächsten, jeweils dienstags abgehenden Transport nach Sobibor; Gretchen wird aber „verschont“ wegen des Ehemanns

14.9.1943 beide Schwiegereltern Cohen auf dem Transport von Westerbork nach Auschwitz

September 1944 Gretchen mit Ehemann Gerd auf dem vorletzten Transport XXIV/7 von Westerbork nach Theresienstadt

29.9.1944 Gerd Cohen auf dem Transport E l von Theresienstadt nach Auschwitz

18.1.1945 Auflösung der drei Auschwitzlager und Außenlager, Todesmarsch nach Gleiwitz; Transport nach Bergen-Belsen

2.2.1945 Tod von Gerd Cohen in Bergen-Belsen

9.5.1945 Befreiung von Gretchen Cohen in Bergen-Belsen

6.11.1945 Witwe Gretchen Cohen in Amsterdam gemeldet

22.11.-2.12.1946 Hans Nussbaum  mit seiner Schwester Gretchen auf der SS GRIPSHOLM von Göteborg nach New York zu ihrer Schwester Thea Meyer

27.5.-1.6.1954 Thea und Ernst Meyer auf der SS QUEEN ELISABETH von Cherbourg nach New York

Gedenken

Grabstein der Mutter Ida auf dem Jüdischen Friedhof Ilandkoppel, Hamburg-Ohlsdorf

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de902859

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1120641

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de928274

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Nussbaum%201904%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Paul%20Cohen%201912%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Nussbaum%201904%22%7D

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6279); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12721251

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130258375

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4966253

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130272091

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130272466

www.werkdorpwieringermeer.nl/en/gerda-suzanne-cohen-bergmann-2/

www.werkdorpwieringermeer.nl/de/paul-siegfried-cohen-3/

www.werkdorpwieringermeer.nl/

www.joodsmonument.nl/nl/page/151045/gerda-cohen-bergmann

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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