Rüssmann Werner

Staatsangehörigkeit deutsch

Werner Rüssmann *6.5.1920 in Würzburg; ✡ 1993

Religion jüdisch

Vater Emil Rüssmann *?; ✡ ?

Mutter Amalie Grünhut *9.5.1888 in Tauberbischofsheim ; ✡ 20.10.1941 in Lodz

Geschwister

Hubert Wolfgang Rüssmann *5.5.1919 in Paderborn; ✡ 29.5.1943 in Amsterdam; oo Grete Oppenheim (26.5.1922 Niederaula, ✡9.7.1943 Sobibor)

Beruf Möbelschreiner

Adressen Würzburg; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen); Amsterdam

Heirat Margarethe Schuhmacher *24.7.1940; ✡Nov.2006

Grete Oppenheim *26.5.1922 in Niederaula; ✡ 9.7.1943 in Sobibor

Kinder

Tochter Rüssmann; oo Spiess

Weiterer Lebensweg

27.2.1937 Grete Oppenheim in die Niederlande

22.6.1938 Bruder Hubert Rüssmann zur Hachschara ins Werkdorp Wieringen

14.3.1939 Werner zur Hachschara ins Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42,

September 1939 Grete Oppenheim zur Hachschara ins Werkdorp Wieringen

Auflösung des Werkdorp und die zweite große Razzia in Amsterdam

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“

27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten; Hubert kommt in die Leonardostraat 6-I in Amsterdam, Werner in die Israelskade

14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam ist Anlass für Verhaftungswelle

Juni 1941 Zweite große Razzia in Amsterdam; der SD geht bei dieser Razzia anders vor als bei der ersten Razzia im Februar 1941, bei der  Juden wahllos auf der Straße aufgegriffen und festgenommen wurden; bei der zweiten Razzia nutzen die Deutschen Adresslisten und gehen gezielt zu den Häusern von dem sie wissen, dass dort Juden leben.

11.6.1941 SS-Obersturmführer Klaus Barbie von der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam“ erschleicht sich durch Täuschung die Adresslisten der „Werkdorper“

11.6.1941 „Vergeltungsmaßnahme“ 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ im Durchgangslager Schoorl inhaftiert; von ihnen werden vier, die keine vier jüdischen Großeltern haben, freigelassen.

22.6.1941 Deportation der 296 in Schoorl Inhaftierten in das KL Mauthausen; dort werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch und oftmals tödliche medizinische Experimente ermordet; keiner überlebt das Jahr 1941

19.10.1941 Hubert einer von 5 Mitarbeitern der Expositur des Joodse Raad, hat deswegen eine „Sperre“

20.10.1941 Mutter Amalie ab Frankfurt ins Ghetto Lodz

Joodse Kunstnijverheidsschool ‚W.A. van Leer‘

Student der Innenarchitekturklasse unten rechts Werner Rüssmann, darüber Manfred Jacobsohn

1941/1942 zusammen mit Manfred Jacobsohn Student der Innenarchitekturklasse der Jüdischen Kunst- und Handwerkerkerschule

Onderduiker

Sommer 1942 mit dem Einsetzen der ersten Massendeportationen nach Auschwitz im August 1942 geht Werner Rüssmann geht Versteck; er bleibt unentdeckt bis zur Befreiung

10.7.1942 Heirat von Hubert Rüssmann mit Grete Oppenheim

15.7.1952 Grete Oppenheim zieht zu Hubert Rüssman in die Milletstraße

29.5.1943 Tod von Hubert Rüssmann in Amsterdam

6.7.1943 Grete Oppenheim ab Westerbork nach Sobibor

Alija Beth auf der SS BIRIA

1946 Werner Rüssmann über Belgien nach Frankreich

22.6.1946 Abreise von Werner Rüssmann aus Port de Sete, einem kleinen Hafen 200 km westlich von Marseille mit 1086 Ma’apilim auf dem von der Haganah gechartertem Schiff SS BIRIA

2.7.1946 Ankunft der SS BIRIA in Haifa; Die Chaluzim werden nach Zypern verbracht und dort in britischen Detentioncamps interniert

14.5.1948 Proklamation der Staatsgründung Israels durch David Ben Gurion

1948 Auflösung der zyprischen Camps

1946-1948 angeblich in Palästina (?); an Malaria erkrankt

Dezember 1948 Umsiedlung in die Schweiz

1.3.1950 Werner Rüssmann stellt in Zürich einen Antrag zur Emigrationsbeihilfe beim Verband Schweiz. Jüd. Flüchtlingshilfen

22.3.1951 in Leysin, Bitte an die IRO um laufende Unterstützung zum Lebensunterhalt

15.10.1951 Werner Rüssmann auf der SS GOYA von Bremerhaven nach Kanada

Gedenken

Quellen

http://www.werkdorpwieringermeer.nl/en/hubert-wolfgang-russmann-3/

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130366540

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/81681081

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/81159784

n2t.net/ark:/85505/collection/11001239

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de940974

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de956600

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22R%C3%BCssmann%22%7D

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/ad

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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