Hilkowitz Willy

Willy Hilkowitz

*14.5.1912 in Delmenhorst; ✡ 12.10.1941 in Zasavica

Staatsangehörigkeit deutsch, staatlos

Religion jüdisch

Vater Harry Hirsch Hilkowitz *25.2.1884 in Garsden, Litauen; ✡ ?

Mutter Rachel Leah Lina Sussmann *8.4.1879 in Memel; ✡ ?

Tante Zelda Hilkowitz *1879 in Litauen; ✡ 22.7.1947 Johannesburg; oo Aron Isserow

Geschwister

Erwin Benzion Hilkowitz *18.3.1915 in Delmenhorst; ✡1974 oo Ilse Schachne *12.11.1914

Beruf

Adressen  Delmenhorst; Berlin; Hamburg; Gut Winkel

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

10.11.1938 verhaftet im Novemberpogrom, „Schutzhaft“ in Sachsenhausen; Häftlingsnummer 10873

21.12.1938 Entlassung aus dem KL Sachsenhausen mit der Auflage, Deutschland zu verlassen

Gut Winkel

15.5.1939 Willy Hilkowitz zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.

Bei der Minderheitenvolkszählung am 17. Mai 1939 wurden 210 jüdische Bewohner erfasst.

17.5.1939 Willy Hilkowitz in Hamburg Blankenese bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Erwin Hilkowitz in Gut Winkel bei Minderheiten-Volkszählung

1939 Emigration der Eltern nach Palästina

1.9.1939 Willy Hilkowitz auf der Liste der „Ausländer“ des Kreises Beeskow-Storkow

Der Kladovo-Transport

Vom Hechaluz Österreich organisierte Alija beth, Sonderhachschara SH-5 mit dem Plan über die Donauroute, Schwarzes Meer, Mittelmeer letztlich Palästina illegal zu erreichen.

19.11.1939 Willy Hikowitz mit etwa 10 weiteren Chaluzim aus Gut Winkel (ca.10 ) und Ahrendorf (ca. 15)) zunächst mit der Bahn nach Berlin: Martin Hirsch, Madrich in Ahrensdorf, begleitet die Chaluzim und war einer der Leiter der Sonderhachschara 5.

21.11.1939 von Berlin Bahnfahrt nach Wien.

24./25.11.1939 mit 822 von Wien nach Bratislava; dort kamen weitere 130 aus Berlin, 50 aus Danzig, 100 aus Prag

Anfang Dezember auf die SS URANUS zunächst nach Gyor; dann wieder zurück nach Bratislava

12.12. 1939 weiter nach Bezdan

14./15.12.1939 in Budapest auf drei jugoslawischen Schiffen SS Kraljica Marija, Car Dusan and Car Nikola zur jugoslawisch-rumänischen Grenze. Die Rumänen verweigern die Einreise

18.12.-30. 12.1939 in Prahovo

31.12.1939 die Schiffe liegen im Winterliegeplatz in Kladovo, die Flüchtlinge bleiben an Bord

Januar 1940 ein umgebauter Schleppkahn wird angehängt, um mehr Platz zu haben

Mai 1940 die Schiffe fahren ab, die Flüchtlinge suchen bei Bauern Unterkunft

18.8.1940 Ausstellung eines Pass für – in Kladovo

19. 9.1940 die Flüchtlinge werden auf dem Kahn nach Sabac geschleppt

Unterbringung in Sabac in einer alten Mühle und einem Getreidespeicher

März 1941 in Kladovo treffen 140 Studentenzertifikate von der WIZO für weibliche Jugendliche unter 18 Jahren ein (BIII Studentenzertifikate mit der Verpflichtung die Ausbildung fortzusetzen)

März 1941 verlassen einzelne Familien, 200 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Sabac mit legalen Visa, so auch Ursel Marcuse, Netty Lychenheim und Irmgard Höchster -letztere kurz vor ihrem 18. Geburtstag; über Griechenland, Istanbul, das syrische Aleppo und Beirut

30.3.1941 Ankunft in Haifa; 4 Wochen in Atlit interniert

6.4.1941 Einmarsch der Wehrmacht in Serbien

August 1941 Juden von Sabac und die Flüchtlinge in einer alten Festung Camp Sabac interniert

11.10.1941 Jüdische Männer, Zigeuner und manche Serben verlegt in das Seniak Camp

Massenerschießung in Zasavica von 2100 Geiseln als Racheaktion für 21 tote deutsche Soldaten; Willy Hilkowitz mit Kurt H. aus Königsberg und dessen Frau Irma

Januar 1942 die Frauen und Kinder werden ins KL Sajmiste deportiert

19.3. -10.5.1942 jede Woche werden Frauen unter Herbert Andorfer während eines vorgeblichen Transportes in einem Gaswagen ermordet.

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de883243

http://luckauer-juden.de/hachschara.html

Namensverzeichnis von im Oktober 1941 im Dorf Zasavica bei Schabac erschossenen Juden

https://collections.arolsen-archives.org/en/search?s=Zasovica

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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