Jenny Jaffa Franken/Finkelstein/Chalamish
*29.5.1922 in Friesheim; ✡Januar 2025 in Kibbuz Ein Ha‘Naziv
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Salomon Franken *16.3.1890 in Friesheim; ✡ 9.10.1944 in Auschwitz

Mutter Else Weisbecker *16.1.1898 in Fischborn, Hessen; ✡ 9.10.1944 in Auschwitz
Großmutter Lina Weisbecker geb. Stühler *4.2.1865 Untererthal, Bayern; ✡31.3.1944 Theresienstadt
Großvater Jakob Franken *27.10.1857 Friesheim; ✡26.7.1931 Friesheim; oo Henriette Keller (1854-1942)
Großtante Johanna Franken *22.5.1852 in Friesheim; ✡9.2.1917 in Recklinghausen; oo Moses Fröhlich (1857-1884 in Friesheim)
Geschwister
Erna Franken *17.2.1924 in Friesheim, Köln; ✡?
Simon Franken *17.2.1924 in Friesheim, Köln; ✡?

Jakob Franken *10.2.1938 in Köln Buchheim; ✡ 9.10.1944 in Auschwitz
Beruf Landarbeiterin
Adressen Friesheim; Steckelsdorf bei Rathenow im Landkreis Jerichow;

Heirat Bernhard Natan Dov Finkelstein *25.6.1920 in Duisburg; ✡8.3.2019 in Ein Ha‘Naziv
Schwager Nathan Finkelstein *13.10.1923 in Duisburg; ✡ 4.3.2006 in Tel Aviv
Kinder
Shifra Finkelstein *13.9.1943 Rechovot; ✡26.4.2000 Tiriat Zwi; oo 1962 Neubauer
Rafael Joseph Finkelstein *24.2.1945
Weiterer Lebensweg

11.9.1936 Alija von Bernhard Finkelstein mit Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
Das jüdische Umschulungslager Steckelsdorf-Ausbau
Jenny Franken zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Landwerk Steckelsdorf-Ausbau bei Rathenow im Landkreis Jerichow II; Träger ist der Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘;
Träger war zuletzt die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD. Das Anwesen gehörte als Jagdvilla einem Berliner Industriellen, der es einschließlich der dazugehörigen Gärtnerei 1936/37 seiner Jüdischen Gemeinde zur Einrichtung eines Erholungsheims schenkte.
Lagerleiter/Madrichim waren Sigmar Bromberger, Manfred und Schoschana Litten, Dr. Benjamin Abrahamson, Herbert Schönewald, Werner Hoffbauer, Friedrich Löwenthal, ab 1941 Kurt Silberpfennig; ; landwirtschaftlicher Leiter war Joachim Lippmann, später auch in Neuendorf
28.10.1938 4 Chaluzim mit polnischem Pass verhaftet in Steckelsdorf, ausgewiesen in der ersten Polenaktion und nach Zbaszyn deportiert; u.a. Siegfried Frank
10.11.1938 Novemberpogrom in Steckelsdorf, am Abend wurde das Landwerk gestürmt und verwüstet. Alle männlichen Funktionsträger Alle männlichen Funktionsträger wie Betriebsleiter Werner Hoffbauer, Simon Berlinger, Adolf Frohmann, Friedrich Löwenthal und Herbert Schönewald verhaftet ins Polizeigefängnis Magdeburg und später als „Schutzhäftlinge“ nach Buchenwald gebracht.
21.11.1938 Entlassung der Steckelsdorf Madrichim Simon Berlinger, Adolf Frohmann, Friedrich Löwenthal und Herbert Schönewald aus dem KL Buchenwald
1939 Instandsetzung und Übernahme von Steckelsdorf durch die RVJD
Frühjahr 1939 Einstellung von Ludwig Stein als Verwalter und Frau Erna als Leiterin der Küche im Landwerk Steckelsdorf
1.9.1939 Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen
Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2
12.10.1939 Bahnfahrt von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien
14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest
6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen
26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA
15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert
22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa
24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung
29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung
29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht
18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager
20.2.1940 Registrierung in Atlith; Fanny gibt (Joachim) Lippmann, Steckelsdorf als Referenz an , als Gemeindeältesten Dr. Stein in Köln (Dokument D/661/40/CHU);
29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit
Sammellager Bonn-Endenich – Theresienstadt – Auschwitz
Zwangseinweisung und Verbringung der Eltern, Bruder Jakob und Großmutter Lina Weissbecker in das Sammellager Bonn-Endenich
30. 4.1941 Beschlagnahme das Kloster „Maria Hilf“ in Endenich, Bonn, Kapellenstraße 6 durch die Bonner Gestapo in der Aktion „Klostersturm“; 140 Benediktinerinnen des Ordens „Zur ewigen Abetung“ müssen innerhalb von einer Stunde das Kloster räumen.
20.1.1942 Wannsee-Konferenz zur „Endlösung“
April 1942 von 378 Internierten in der „Kapellenstraße 6“ müssen 93 Männer und 57 Frauen Zwangsarbeit leisten
14.6.1942 Verbringung der Juden aus dem Arbeits- und Wohnlager „Much“ in die „Kapellenstraße 6“

15.6.1942 Eltern, Bruder Jakob und Großmutter Lina Weissbecker auf dem Transport III/1 von Köln Deutz nach Theresienstadt
21.3.1944 Tod der Großmutter Lina Weissbecker in Theresienstadt

6.10.1944 Eltern und Bruder Jakob auf dem Transport E o von Theresienstadt nach Auschwitz

Gedenken
Pages of Testimony für die Eltern, Bruder Jakob und die Großmutter von Simon Franken
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de867898
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de867853
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de867868
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4982435
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/13.pdf
Bettina L. Götze, Landwerk Steckelsdorf-Ausbau, in: Hachschara als Erinnerungsort.
<https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/13> [24.03.2024]
Ezra BenGershôm David. Aufzeichnungen eines Überlebenden, Evangelische Verlagsanstalt 1989
Bettina Götze, Rathenow, in: Irene Annemarie Diekmann (Hrsg.), Jüdisches Brandenburg. Verlag für Berlin-Brandenburg 2008. S. 304–328