Behar Jakob

Jakob Behar

*21.10.1921 in Berlin; ✡ 1.3.1943 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit türkisch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Elia Behar *4.2.1888 in Istanbul; ✡13.6.1942 in Majdanek

Mutter Lea Hakko *5.5.1890 in Istanbul; ✡13.6.1942 in Majdanek/Riga

Geschwister

Simcha Behar *25.5.1912 in Berlin; ✡1.3.1943 in Auschwitz

Albert Abraham Behar *11.5.1913 in Berlin; Emigration ✡ ?

Jehuda Behar *1915 in Berlin; ✡ ?

Isaak Behar *19.5.1917 in Berlin; ✡ 29.10.2002 Kfar Sava; oo Anneliese Jordan

Sara Behar *20.3.1920 in Berlin; ✡24.4.1889 in Gat, Askelon; oo Lev Deutsch/Dotan

Ester Behar *1925 in Berlin; ✡ ?

Beruf Teppichknüpfer

Adressen Berlin Mitte, Köpenicker Straße 115; Gut Winkel

Heirat ledig

Kinder

Tochter Deutsch/Dotan; oo Tamir

Weiterer Lebensweg

Oktober 1934 Umzug der Familie in Berlin von der Rungestraße 13 in die Köpenicker Straße 115

Novemberpogrom

10.11.1938 Isaak Behar in Frankfurt verhaftet, Polizeigefängnis

12.11.1938 Einweisung in das KL Buchenwald

1.12.1938 Entlassung aus dem KL Buchenwald

Dezember 1938 Isaak Behar von Berlin nach Dänemark

Hachschara Lehrgut Schniebinchen

Ca 1939 Schwester Sara Behar zur Hachschara nach Schniebinchen; Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz

Vor der Besetzung Dänemarks 1940 gingen viele mangels ausreichender Zertifikate für Palästina zur Einzelhachschara auf Bauernhöfe in Dänemark.

März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1

Minderheitenzählung

17.5.1939 Sara Behar erfasst mit 122 Personen in Schniebinchen

17.5.1939 Jakob mit beiden Eltern und Schwester Simcha in Berlin Mitte, Köpenicker Straße

Gut Winkel

10.10.1939 Jakob Behar zur Hachschara in das Lehrgut Winkel

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

23.7.1940 Schwester Simcha zur Zwangsarbeit bei Siemens-Schuckert

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 Schwester Sara Behar auf Bahnfahrt von Breslau nach Wien

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

13.2.1940 Registrierung im britischen Camp Atlith; Sara Behar gibt Rabbi Abraham Avido als Gemeindeältesten an (Dokument D/614/40/CHU);

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

Berlin – Sobibor

13.6.1942 beide Eltern ab Berlin deportiert nach Sobibor; Tod in Majdanek

25.7.1942 Schreiben von Schwester Simcha an die Vermögensverwertungsstelle des Oberfinanzpräsidenten Berlin – Brandenburg mit der Bitte, die Möbel in der elterlichen Wohnung nutzen zu dürfen

20. 8.1942 die Möbel werden dennoch aus der Wohnung geräumt und zu Gunsten des Deutschen Reiches verwertet (in der Regel versteigert)

Fabrikaktion

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“ als Vorbereitung auf die „Fabrikaktion“

Febr./ März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert

1.3.1943 die Geschwister Simcha und Jakob auf dem 31. Osttransport von Berlin nach Auschwitz

Gedenken

13.5.1899 Pages of Testimony für die Eltern und Geschwister von Bruder Itzchak Behar

Stolpersteine für die Eltern, Schwester Simcha und Bruder Jakob in Berlin, Köpenicker Straße 115

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11207137

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.stolpersteine-berlin.de/de/kopenicker-strasse/112/jakob-behar

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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