Weiss Erna

Erna Weiss geb. Falk

*2.7.1893 in Krefeld; ✡6.5.1945 in Tröbitz

Staatsangehörigkeit  staatenlos

Religion jüdisch

Vater Lazarus Falk *22.1.1863 in Krefeld; ✡16.11.1932 in Krefeld

Heirat der Eltern 12.11.1888

Mutter Mina Lieben *3.2.1866 in Münzesheim; ✡8.4.1935 in Krefeld

Geschwister

Selma Falk *27.11.1889 in Krefeld; ✡1968 USA; oo Jakob Köbes Weiss

Betti Falk *30.8.1891 in Krefeld; ✡28.7.1973 in Manhattan; oo David Traub

Beruf Opernsängerin

Adressen Krefeld; Köln Braunsfeld, Wiethasestraße 72; Amsterdam

Heirat 6.8.1922 in Krefeld Josef Jupp Weiss *16.5.1893 in Flamersheim; ✡12.9.1976 Jerusalem

Kinder zwei

Wolfgang Weiss *29.3.1924 in Boich, Kreuzau, Köln; ✡ 27.3.2010 in Jerusalem; oo Josephine Soep

Klaus Albert Weiss/ Aharon Zachor *1928 ; ✡ 8.2.1989; oo Klara Jakubowicz (1939-2006)

Zweite Ehe des Mannes 18.6.1947 in Amsterdam mit Helena Soep (1907-1995)

Weiterer Lebensweg

1929 Gründung der Kölner Ortsgruppe der GEDOK- Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V.; Erna Falk trat auf Kulturveranstaltungen des Vereins auf. Der Kölner Frauenklub engagierte sie u.a. 1931wo sie mit „heiteren Gesängen“ vor den Frauen auftrat.

14.7.1933 Emigration von Erna Weiss mit Ehemann und beiden Söhnen von Köln nach Amsterdam 28.9.1933 Umzug nach Bloemendaal, Aerdenhout, Dahlialaan 44

16.9.1940 Umzug der Familie nach Hilversum

29.1.1942 Einweisung von Erna Weiss mit Ehemann und Sohn Klaus in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

Grußkarte der 22 Schützlinge

Erna Weiss und ihr Mann Josef sind hier verantwortlich für die Baracken mi deutschjüdischen Jugendlichen

Sohn Wolfgang Weiss ist nicht in Westerbork gewesen. Er überlebt im Versteck

Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen

Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

Der erste Transport hatte ursprünglich das Ziel Theresienstadt „Transport XXIV/3“, wird aber zunächst nach Bergen-Belsen umgeleitet, um dann am 27.1.1944 nach Theresienstadt zu kommen.

14.1.1944 Erna Weiss mit Ehemann und Sohn Klaus auf dem zweiten Transport von 1037 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen.

Dezember 1944 Jupp Weiss zum Judenältesten des Sternlagers ernannt, nachdem er zuvor Stellvertreter war. Er nimmt seine Aufzeichnungen über die im Sternlager verstorbenen Häftlinge mit; diese bilden später die Grundlage der „Lijst van Overledenen van het Sternlager te Bergen-Belsen“

Die drei Austausch-Transporte Ziel Theresienstadt

6.-11.4.1945 Die Lager- SS schickt 6800 Austauschgeiseln aus dem Sternlager

Bergen-Belsen auf drei Transportzügen mit dem Ziel Theresienstadt.

6.4.1945 Abfahrt des ersten Transport von 2500 Geiseln, darunter auch die Familie von Josefine Soep

13.4.1945 der Zug kommt in Farsleben in der Nähe von Magdeburg zum Stehen und wird von der US Army befreit.

9.4 – 21.4.1945 der zweite Zug mit 1712 Juden erreicht als einziger das Ziel Theresienstadt

Der Verlorene Zug

10.-23.4.1945 Erna Weiss mit Ehemann und Sohn Klaus auf dem dritten, dem „verlorenen Zug“ mit 2400 Menschen; die Irrfahrt endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz, es wütet ein Fleckfieber-Ausbruch, während der Fahrt sterben 198 Menschen

Befreiung von Josef, Erna und Klaus Weiss in Tröbitz durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow

In den nächsten acht Wochen nach der Befreiung starben in Tröbitz weitere 300 Deportierte am grassierenden Fleckfieber.

6.5.1945 Tod Erna Weiss in Tröbitz (Nr. 49)

Beisetzung der Erna Weiss auf dem Gemeindefriedhof in Tröbitz

Nachkriegszeit

24.8.1949 Ehemann Josef mit der zweiten Frau Helene und deren Tochter Joke Soep abgemeldet nach Haifa

Gedenken

Quellen

https://infocenters.co.il/gfh/list.asp

https://wiki.frauengeschichtsverein.de/index.php?title=Erna_Weiss-Falk

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130398162

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Soep%20Josephine%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Weisz%201893%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Soep%201901%22%7D

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130398106

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130398253

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130376876

https://www.joodsmonument.nl/en/page/735634/bedankkaart-voor-barakkenmutter-erna-weiss-falk-moederdag-1942

Charles Hess, Personal Memoir of Charles Hess, 1946

Geschwister Birnbaum, Die Erinnerungen, wie Pappi sie geschrieben hat, Bergen-Belsen Archiv

Coos Wever, The lost train; Masterarbeit, Universität Haifa, 2020

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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