Liemann Ruth

Ruth Liemann

*16.2.1923 Berlin; ✡1.1.1954 Beit Shearim;

Staatsangehörigkeit polnisch; staatenlos

Vater Max Mordechai Liemann *30.9.1885; ✡2.4.1933

Mutter Lissy Louise Kornstein *24.6.1895 in Gelsenkirchen; ✡ 1945

Geschwister

Georg „Schorsch“ /Joshua Liemann *12.7.1925 in Essen; ✡12.10.1996 in Jerusalem; oo Ester Ergas *28.4.1928 in Jerusalem; 7.8.1997

Margot Liemann *27.2.1926 in Berlin; oo Kaminski

Alexander „Shandor“ Liemann

Eva Liemann *6.3.1929 Essen; England

Beruf Praktikant

Adressen Berlin; Essen; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen); Amsterdam; Velp

Heirat 8.11.1942 in Weerselo Kurt Moser *3.6.1920 in Wuppertal; ✡ 31.3.1944 in Auschwitz

Kinder

Rudi Reuven Moser *26.12.1942 in Amsterdam; adoptiert von Schwager Hans Moser; ✡2021 in Israel

Kurt Erich Moser *1944 in Velp; lebt in Denver, Colorado

Weiterer Lebensweg

Flucht aus Berlin

1.4.1939 Georg und Ruth Liemann im Burgerweeshuis Gouda, Spieringstraat 1

13.12.1939 Burgerweeshuis, St. Luciensteeg/Kalverstraat 92

1.4.1939 Burgerweeshuis Gouda, Spieringstraat 1, Gouda

2.9.1939 Quarantine Amsterdam, Zeeburgerdijk 321, Amsterdam

29.1.1940 Huis ten Vijver, Dwarsweg 3, Scheveningen

18.3.1940 Huize Kraaybeek, Hoofdstraat 63, Driebergen

21.5.1940 Oostelijke Handelskade 12, Amsterdam

30.5.1940 Mädchenwaisenhaus, Rapenburgerstraat 171, Amsterdam

Minderheitenzählung

17.5.1939 Schwester Margot in der Baruch Auerbach’sche Waisen-Erziehungsanstalt, Schönhauser Allee 162

17.5.1939 Schwester Ruth im Jüdischen Waisenhaus Auguststraße

17.5.1939 Mutter Lissy (Nichtjüdin) in Berlin, Alte Schönhauser Str. 43/44

Werkdorp Nieuwe Sluis

1940 Ruth Liemann zur Hachschara ins Werkdorp; dort lernt sie Kurt Moser kennen.

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit)

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Kurt Erich und sein Bruder Hans und wohl auch Ruth Liemann gehören zu der 60er Aufräumgruppe und bleiben bis Ende Juli

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“

27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten;

11.6.1941 Offizielle Abmeldung der 210 Werkdorper aus der Gemeinde Wieringermeer

1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes

21.7.1941 Kurt, sein Bruder Hans und Ruth Liemann nach Deventer, Papenstraat 45, De Korenbloem

1.8. 1941 Kurt, sein Bruder Hans und Ruth Liemann tretender Deventer Vereniging bei

15.8.1941 zur Landarbeit auf Landgut Leuvelt bei Fam. Sandermann in Weerselo, Hasselo 5

10.11.1941 beide Eltern und Tante Caroline Isaac deportiert ab Düsseldorf nach Minsk

8.11.1942 Heirat in Weerselo die hochschwangere Ruth Sara Liemann aus Berlin; Trauzeugen sind Vater und Sohn Sandermann

Umzug nach Amsterdam

26.12.1942 Geburt von Reuven Moser in Amsterdam

26.8.1943 Festnahme von Kurt Erich in Amsterdam, deportiert nach Westerbork

31.3.1944 Tod von Kurt Moser in Auschwitz

September 1942 Sohn Reuven mit Hilfe des Widerstands bei dem kinderlosen Paar Cornelis und Isabella Pouwer-Ganzevoort in Arnheim mit gefälschten Papieren als „Freddie Pouwer“ untergebracht. Nach dem Krieg wird er von seiner Mutter abgeholt. Dies ist ein traumatisches Ereignis für ihn und seine Pflegeeltern.

Sohn Reuven später als „schwieriges“ Baby bei seinem Onkel Hans untergebracht und wächst in dieser Familie auf. Später wird er von ihm adoptiert.

1943 Ruth Liemann verlässt Amsterdam und taucht in Velp unter,

1944 Geburt des gemeinsamen Sohnes Kurt Erich in Velp

Kamp Westerbork

10.5.1939 Überfall der Wehrmacht auf die Niederlande

10.5.1939 Bruder Georg Liemann eingewiesen in das Vluchtelingen Kamp Westerbork

30.11.1942 Bruder Georg entlassen aus Westerbork, wegen seines Status als „Mischling“

26.8.1943 Festnahme von Kurt Erich in Amsterdam, deportiert nach Westerbork

31.3.1944 Tod von Kurt Moser in Auschwitz

Alija Beth auf der SS TEL HAI

Nach wenigen Tagen werden die internierten Ma’apilim aus Atlith entlassen, nachdem sich die Britische Protektoratsbehörde ein letztes Mal überreden lässt, die Zahl der Ma’apilim auf die ausstehenden Zertifikatskontingente anzurechnen.

Ruth Moser im Joods Invalide (Pflegeheim) in Amsterdam, Weesperplein 1

3.4.1946 Ruth in Amsterdam Eerste Atjehstraat 144

24.4.1946 im DP-Assembly Center 1310; will über Belgien nach Palästina

1.1.1954 Tod in Beit Shearim

Gedenken

Quellen

Josef Weiss Collection, Archiv Ghetto Fighters House

http://www.dokin.nl/surviving_children/georg-schorsch-liemann-born-12-jul-1924/

Ruth Liemann (born 16 February 1923)

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/68053527

http://www.joodsmonument.nl/en/page/226397/kurt-erich-moser

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

https://danielabraham.net/tree/related/dora

Genealogie Website My Heritage

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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