Mendel Ernst

Ernst Mendel

*28.6.1901 in Coesfeld; ✡ nach 1963 in Israel

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Hermann Mendel *5.5.1864 Coesfeld; ✡19.7.1942 in Hengelo

Heirat der Eltern 26.6.1894 in Barkhausen bei Büren

Mutter Emma Weinberg *12.3.1868 in Rabber; ✡3.7.1947 in Eindhoven

Großvater Moses Mendel *27.2.1823 in Coesfeld; ✡24.2.1907 in Coesfeld

Heirat der Großeltern ca 1862

Großmutter Bella Cohen *10.4.1828 in Castrop; ✡26.5.1893 in Coesfeld

Großvater Jakob Louis Weinberg *1836 in Rabber

Heirat der Großeltern 7.3.1866 in Buer, Melle

Großmutter Emilie Meiersberg *1847 in Rabber

Onkel Isaac Mendel *25.6.1868 in Coesfeld; 23.9.1942 in Treblinka; oo Lina Löhnberg (1858-1942)

Geschwister

Hugo Mendel, Dr. jur. *22.3.1895 in Coesfeld; oo Erika Pfalzer *15.8.1906 in Weineim

Emilie Mendel *7.9.1897 in Coesfeld; oo 14.5.1920 Henri de Jongh

Adele Ada Mendel *29.11.1903 in Coesfeld; ✡8.3.1973 in Hengelo;

oo 14.3.1932 Julius Joep Cohen (1900-1977)

Schwager Max Cohen *16.12.1901 in Hengelo; ✡2.12.1941 in Mauthausen

Cousins

Erich Mendel *14.6.1902 in Gronau; Kantor, Lehrer in Bochum; ✡ 6.2.1988 USA

Wilhelm Mendel *4.6.1899 in Gronau; Wattenscheid; ✡30.12.1943 Riga-

Adressen Coesfeld; Euskirchen, Köln; Hengelo

Lebensweg

Ernst Mendel Mitte der 1920er Jahre als Angestellter nach Köln

2.8. 1933 Ernst Mendel mit den Eltern Hermann und Emma Mendel aus Coesfeld nach Hengelo; Schwester Adele hatte 1932 Julius Joep Cohen aus Hengelo geheiratet

Dr. jur. Hugo Mendel soll zunächst aus Köln nach Metz geflohen sein;

später zu Schwester Milly und Henri Cohn nach Eindhoven, Prins Hendrikstraat 41

11.-25.11.1937 Bruder Hugo Mendel und Frau Erika auf der SS VULCANIA von Triest nach New York

Kontaktperson Schwester Milly de Jongh in Eindhoven, Prins Hendrikstraat 41

27.5.1941 Amtliche Bekanntmachung der entzogenen deutschen Staatsbürgerschaft von Ernst Mendel im Reichsanzeiger

September Razzia in Twente

Im Sommer 1941 und am 12.9.1941, dem Vortag der Razzia in Twente verübte der örtliche Widerstand Sabotageakte, Telefonkabel der Wehrmacht wurden durchtrennt. Die Besatzer reagierten zunächst mit der Androhung von Repressalien, sollten sich die Täter nicht melden.

13./14. September 1941 bei der Razzia in Twente werden über hundert Männer festgenommen und im Lyceum von Enschede eingesperrt (auf einer Nachkriegsliste werden 105 Männer genannt, das Netzwerk „Oorlogsbronnen“ listet 107 auf).

Die Festnahmen erfolgten in: Enschede (66), Hengelo (10), Almelo (10), Oldenzaal (8), Denekamp (3), Goor (3), Delden (2), Haaksbergen (2), Borne (1).

16.9.1941 Deportation der 107 Verhafteten zur „Sonderbehandlung“ in das KL Mauthausen

Durch die Wut der Bevölkerung war die Bereitschaft in Twente besonders groß, Juden beim„onderduiken“ (Untertauchen) zu helfen.

Leendert Overduin

Unter dem Eindruck einer Razzia im September 1941, bei der 105 Juden aus Twente verhaftet und in das KL Mauthausen verbracht wurden, brachte Leendert Overduin (1900–1976), ein Prediger der Gereformeerde Kerken in Hersteld Verband, einer kleinen reformierten Kirche, eine Gruppe von etwa 50 Judenrettern zusammen.[3] Der Groep Overduin (niederländisch: Gruppe Overduin) gelang es, etwa 1000 Juden aus Twente vor ihrer Deportation zu bewahren, indem sie diese auf landwirtschaftlichen Betrieben der Umgebung versteckten oder weiter fortbrachten. So überlebten etwa 500 der rund 1300 Juden, die 1940 in Enschede lebten, die deutsche Besatzung.

15.7.1942 erste große Massentransporte aus dem Kamp Westerbork nach Auschwitz

19.7.1942 Tod des Vaters in Hengelo

Ab 1942 als „onderduiker“ in diversen Verstecke in der „Illegalität“ in Twente

23.12.1942 registriert als VOW „vertrokken onbekend waarhen“; dies war die Standard-Notiz für „onderduiker“; derselbe Eintrag bei seiner Schwester Adele und Mann Julius

Insgesamt sind in den Niederlanden etwa 24000 Juden untergetaucht, 8000 wurden gefasst und zur Strafe über Kamp Westerbork auf dem nächsten Transport nach Auschwitz und Sobibor deportiert. 16000 erlebten das Kriegsende im Versteck.

April /Mai 1943 zwei Rot-Kreuz-Briefe von Bruder Hugo Mendel aus New York und Henri de Jongh aus Bethlehem, Penyslvania

Bis zur Befreiung im April 1945 versteckte sich Ernst Mendel u.a. in Wäldern, unter Fußböden und in Erdlöchern.

Am 1. April 1945 erobern die britischen Truppen die Städte Enschede und Hengelo

Miriam Roos auf dem „Verlorenen Zug“

Miriam Roos war mit Naphtali Hartog de Vries in erster Ehe verheiratet; über Westerbork und KL Bergen Belsen kommen sie mit den Söhnen David und Simon als „Austauschjuden“ auf den verlorenen Zug Richtung Theresienstadt. Naphtali Hartog de Vries stirbt am 18.4.1945 im Zug an der grassierenden Fleckfieber-Seuche; Mirjam und die Söhne überleben und kehren im Juni 1945 zurück nach Haarlem.

Nachkriegszeit

29.10.-6.11.1947 Schwester Emilie und Mann Henry de Jongh auf der SS NIEUW AMSTERDAM von Rotterdam zu Sohn Henry nach New York

Am 29.03.1950 heiratete Ernst Mendel in Haarlem Mirjam Davida Roos verw. de Vries. 

Erst 1957 wurde Ernst Mendel in den Niederlanden eingebürgert.

20.2.1963 abgemeldet aus Hengelo zur Auswanderung nach Israel

Paul Jonas aus Borken

1965 wiederholte Arolsen-Suchanfragen von Hugo Mendels Kompagnon und Freund aus Borken Paul Jonas, die aber ergebnislos verlaufen.

Paul Jonas hatte 1921 zusammen mit Hugo Mendel in Dorsten ein Haus gekauft. Hugo Mendel bezeichnet er als Kompagnon, so dass sie wohl zeitweilig eine gemeinsame Kanzlei/Unternehmen hatten.

Ein weitere Jugendfreund war Benno Pinchas Bendix (1893 in Coesfeld), Vater von Karl Bendix.

Quellen

Alphabetische lijst van Joden, geregisteerd in het bevrijde Ned. gebied (Enschedé, Neede, Ommen, Eibergen, Haaksbergen, Groenlo en Winterswijk)

Alphabetische lijst van opgedoken Joden, geregistreerd in het reeds vroeger bevrijde Ned. gebied.

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de929547

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130340233

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/82663958

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6081); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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