Tiefenbrunner Elias

Elias Tiefenbrunner

*1.11.1917 in Köln

Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Chaim Tiefenbrunner *20.7.1884 in Ilmenau, Limanow, Galizien; ✡?

Mutter Rahel Manes *22.2.1884 in Nowy Sacz/Neplewicz; ✡ vor 1944 in Polen

Geschwister  

Lotte Tiefenbrunner *8.1.1910 Limanow; ✡11.1.2007 Jerusalem; oo Orent

Adolf Tiefenbrunner *13.6.1914 in Köln; ✡ vor 1944 in Kosel, Polen

Moshe Tiefenbrunner/Jarden *29.1.1920; ✡1982 Kibbuz Misra oo Ruth Waldhorn (*29.10.1922)

Isi Israel Tiefenbrunner *11.11.1925 in Köln; ✡ 5.1.1944 in den Pyrenäen

Cousin/e, Vater Efraim Tiefenbrunner, Köln

Sala Tiefenbrunner *1912 in Nowy Sacz; ✡vor 1944 in Polen oo Perlman

Beruf

Adressen Köln, Kämmersgasse 13;

Heirat  –

Kinder

Weiterer Lebensweg

3.5.1935 Alija von Bruder Moses Ankunft in Haifa auf der SS GALILEA

Polenaktion

28.10.1938 Vater abgeschoben nach Zbaszyn; ebenso Sala Perlman

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

Vater Chaim Tiefenbrunner auf der Residentenliste von Zbaszyn

Oktober 1939 Auflösung von Zbaszyn; die meisten der noch verbliebenen gehen ihre Heimatorte

Flucht nach Heerlen

Isi Tiefenbrunner vermutlich auf eigene Faust mit dem Zug nach Heerlen

14.12.1938 Quarantine Amsterdam, Zeeburgerdijk 321, Amsterdam

25.12.1938 Koloniehuis Sonsbeek, Schelmseweg 5, Arnhem

Mijnsheerenland

Im Jahre 1939 eröffnete die Jeugdalijah in Amsterdam den Jugendalija Hof von Moerkerken in Mijnsheerenland für unter 14-Jährige und das Hachschara Zentrum „Het Paviljoen Loosdrechtse Rade“, nachdem das Waisenhaus Vondelhof in Amsterdam diese Funktion verloren hatte.

21.11.1939  Isi Tiefenbrunner in Mijnsheerenland

Het Paviljoen Loosdrechtse Rade

Wegen des Räumungsbefehls für alle Juden in den Küstenregionen muss Mijnsheerenland am 16.10.1940 geschlossen und die Chaluzim in Loosdrecht untergebracht werden

7.11.1940 Isi Tiefenbrunner nach Auflösung von Mijnsheerenland in das Heim der Jugendalijah in Loosdrecht, „het Paviljoen“

April 1941 Wechsel von Isi Tiefenbrunner aus Loosdrecht zur Jugendalija-Farm in Gouda

Die Hachschara-Jeugdfarm Catarinahoeve in Gouda

Bruder Isi auf die ab Oktober 1937 bestehende Hachscharalager Catarinahoeve in Gouda

April 1943 erhalten die Chaluzim in Gouda Schreiben, sich in den Arbeitslagern zu melden. Daraufhin taucht Isi Tiefenbrunner viele unter. Er findet ein Versteck als onderduiker bei einem Bauern in Brabant.

In den Pyrenäen umgekommen

Mai 1944 Bei der Pyranäenüberquerung verlieren die Chaluzim den Weg und Bruder Isi stürzt über eine steile Felswand in eine Schlucht, schwerverletzt verstirbt er, bevor die Gefährten ihn erreichen können. Jitzchak Zakai berichtet:

„Er lag sterbend im Schnee, ohne dass wir ihm etwas helfen konnten. Er hat für uns alle bezahlt. Und mit diesem, mir fast unbekannten Kameraden, ist ein Stück von jedem von uns in Schnee der Parenäen geblieben.“

11.5.1944 Tod von Bruder Isi in den Pyrenäen

Ghetto Lodz

Oktober 1941 Deportation der Mutter von Köln ins Ghetto Lodz

Mechelen Kazerne Dossin Kosel

Flucht von Adolf Tiefenbrunner nach Brüssel

30.9.1942 Transport XII aus dem Durchgangslager Caserne Dossin in Mechelen nach Auschwitz;

Arbeitsfähige zuvor aussortiert bei einem Zwischenhalt in  Cosel

Deportation ins Lager Cosel/Kozle, Organisation Schmelt

Im Zeitraum von Juli 1942 bis Februar 1943 wurden in 52 Transporten 46.455 Juden überwiegend nach Auschwitz deportiert. 18 dieser Züge hielten in Cosel, rund 80 Kilometer vor Auschwitz. Dort mussten „arbeitsfähige“ Männer im Alter zwischen 15 und 50 Jahren in Lagern, wie beispielsweise in Blechhammer, schuften. Für die Oberschlesischen Hydrierwerke stellten sie dort synthetisches Benzin her. Nur 181 der 3.540 Menschen, die in Kosel Station machten, überlebten die Zwangsarbeit

Nachkriegszeit

Wie und wo Elias Tiefenbrunner die Shoa überlebte ist nicht bekannt, vermutlich mit gefälschten Papieren auf dem Namen SPRINGER. Er soll nach einer Quelle auch auf der Jeugdfarm Catharinahoeve gewesen sein.

6.8.1947 im DP Center München registriert

22.9.1947 Elias Tiefenbrunner auf der USS MARINE FLASHER von Bremerhaven nach New York mit Sponsorship des „Joint“ AJDC

Gedenken

5.8.1955 Pages of Testimony für die Eltern und Geschwister von seinem Bruder Moshe Tiefenbrunner Jarden

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de981985

https://beeldbank.kazernedossin.eu/portal/published

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

F. van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de29983

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de981987

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de981990

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de981985

Heinz Landwirth, Erlebnisse in den Jahren 1938 bis 1945, Dezember 1955, Wiener Library, Testaments of the Holocaust, P.III.d. No. 197, 050-EA-0703; Bundesarchiv, Namensverzeichnis, Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945.

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7480); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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