Steinberg Siegfried

Siegfried Steinberg

*29.12.1904 in Lippstadt; ✡1.6.1945 in Malmö

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Julius Steinberg *25.11.1865 in Mastholte, Wiedenbrück; ✡23.1.1942 in Lippstadt

Mutter Fanny Silberberg *13.7.1873 in Lichtenau, Büren; ✡26.9.1942 Treblinka

Geschwister

Arthur Steinberg *6.2.1892 in Lippstadt; ✡ nach April 1942 in Zamosc

Bertha Steinberg *20.7.1903 in Lippstadt; ✡?; oo Walter Goldschmidt (1904-1970)

Wilhelm Steinberg *3.2.1908 in Lippstadt; ✡25.8.1943 in Riga; oo Lilly Neuhaus

Beruf Religionslehrer

Adressen Lippstadt, Kurze Straße 3; Hannover Ahlem, Harenberger Landstraße 46;

Heirat Edith Lina Hess *20.4.1916 in Kierspe; ✡15.5.2002 in USA

Zweite Ehe von Edith Hess am 14.10.1948 in Manhattan mit Oswald Mayer (*17.4.1908 in Kleinbockenheim; ✡Jan 1980)

Kinder;

Weiterer Lebensweg

Anfang 1925 Siegfried Steinberg angestellt als Religionslehrer durch die jüdischen Gemeinden Arnsberg, Neheim und Hüsten

Oktober 1925 Auflösung des Anstellungsvertrages

1934 Bertha Steinberg von Lippstadt nach Hannover

12.8.1938 Schwester Bertha und Ehemann Walter Goldschmidt abgemeldet aus Hannover

13.-25.8.1938 Schwester Bertha und Ehemann Walter Goldschmidt auf der SS KÖNIGSTEIN von Antwerpen nach New York

Hannover Ahlem

Juni 1937 der spätere Schwager Helmut Hess als Externer aus Hannover zur Schuhmacherausbildung in der israelitischen Gartenbauschule Ahlem

In den Listen von 1937 ist Siegfried Steinberg noch nicht als Lehrpersonal registriert

1938 Umzug nach Hannover Ahlem, vermutlich als Religionslehrer; eventuell gab er auch Unterricht an der jüdischen Religionsschule in der Lützowstraße

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Siegfried Steinberg in der israel. Gartenbauschule Ahlem, Harenberger Landstraße 46

17.5.1939 Edith Hess mit Mutter und Bruder in Hannover, Rote Reihe 7

17.5.1939 Bruder Wilhelm Steinberg und Frau Lilly in Hannover, Josephstraße 16

Aktion Lauterbacher

3./4. September 1941 „Aktion Lauterbacher“ in Hannover; Zwangsumzug von Siegfried Steinberg mit Ehefrau Edith, sowie Else und Helmut Hess ins Juden-Ghettohaus in Hannover, Herschelstraße 31

Bruder Wilhelm und Frau Lilly ins Juden-Ghettohaus in Hannover, Scholvinstraße 12

Ghetto Riga

November 1941 Deportationsbescheid der Gestapo

15.12.1941 morgens Verbringung per Lastwagen aus den Judenghettohäusern über die seit Anfang November 1941 von der Gestapo zur Sammelstelle umfirmierte Israelitische Gartenbauschule zum Bahnhof Fischerhof in Hannover-Linden

15.12.1941 Siegfried Steinberg mit Ehefrau Edith von Bahnhof Fischerhof in Hannover nach Riga deportiert; ebenfalls auf diesem Transport sind Schwiegemutter Else mit Sohn Erich, Bruder Wilhelm mit Frau Lilly Steinberg sowie das Ehepaar Max und Billa Klestadt und deren Tochter Ruth (*1922 in Dortmund).

Bahnfahrt in Personenwagen mit angehängten Gepäckwagen der Deutschen Reichsbahn in das Ghetto Riga vom Bahnhof Fischerhof in Hannover-Linden nach Riga Skirotawa zusammen mit 999 anderen Hannoveraner Juden

18.12.1941 Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga

Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung; Kommandant des KL Kaiserwald Sturmbannführer Albert Sauer

3. 11.1943 Große Selektion bei finaler Auflösung des Ghetto Riga;

6.-9.8.1944 1. Großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig mit 200 Häftlingen aus dem Außenkommando Armeebekleidungsamt ABA 701 in Riga Mühlgaben (Milgravis)

28.9.-1.10.1944 3155 Häftlinge aus Riga Kaiserwald, 300 von der Lenta auf dem Frachtschiff „Kanonier“ von Riga->Danzig

Stutthof -Malmö

Der weitere Weg des Ehepaar Steinberg und von Else und Helmut Hess ist noch nicht gesichert. Möglicherweise kam das Ehepaar Hess mit der MS HOMBERG nach Malmö

Mit der MS HOMBERG nach Schweden gerettet

10.-11.5.1945 fuhr die MS HOMBERG von Flensburg mit rund 1360 jetzt freien Häftlingen der Konzentrationslager Neuengamme und Stutthoff nach Malmö.

Bereits 22. April bis 1. Mai 1945 war die «MS HOMBERG» als Rettungsschiff im Einsatz von Sassnitz über Stralsund nach Nyborg in Dänemark.

1.6.1945 Tod von Siegfried Steinberg in Malmö, wohl Fleckfieber (damals „Flecktyphus“)

Theresienstadt – Treblinka

29.7.1942 Mutter Fanny von Dortmund nach Theresienstadt

23.9.1942 Mutter Fanny auf dem Transport von Theresienstadt nach Treblinka

Nachkriegszeit

29.7.1946 Schwager Helmut Hess Assembly Center Nr. 590 in Bremen

3.10.1946 Edith Steinberg im Assembly Center Nr. 590 in Bremen

28.1.-2.2.1947 Edith auf der USS MARINE PERCH von Bremen nach New York

14.10.1948 Zweite Ehe von Edith Hess in Manhattan mit Oswald Mayer

15.5.2002 Tod von Edith Mayer , letzter Wohnsitz North Miami Beach,

Gedenken

Juni 1945 Beisetzung auf dem Gamla Judiska Begravningsplatsenâ, Malmö

Quellen

Friedel Homeyer; Hrsg. Landkreis Hannover, Gartenbauschule Ahlem 1893-1979; 1980

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de974456

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de974327

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de974225

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5096797

https://www.ushmm.org/media/images/vlpnamelist/EE3467/EE3467.PDF

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6203); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://www.myheritage.de/research

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5058528

https://www.lwl.org/hiko-download/OA_AR/Arnsberg-Neheim_(Gosmann)_147-155.pdf

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_nwd_411215-16.html

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

“My