Jacob Hattenbach
*4.10.1884 in Kassel; ✡11.11.1914 gefallen im WWI in Belgien
Religion jüdisch
Staatsangehörigkeit deutsch
Vater Nathan Hattenbach *23.8.1843 in Hood; ✡4.8.1886 in Kassel
Mutter Jeannette Bloch *11.6.1849 in Borken, Hessen; ✡31.7.1913 in Kassel
Geschwister sechs
Lina, Emma, Minna, Rudolf, Julia, Theodora Hattenbach
Rudolf Reuven Hattenbach *14.9.1878 in Kassel; ✡ 14.4.1944 in Cincinnatti¸oo Bertha Kohlhagen `*2.2.1884 in Homberg a.d. Ohm; ✡ 20.8.1977 Cincinnatti
Beruf Kaufmann;
Heirat 12.3.1914 in Gladenbach Rosa Michel *4.2.1892 in Zimmersroda; ✡ 20.9.1942 Theresienstadt
Tochter
Irmgard Hattenbach *15.2.1915 in Gladenbach; ✡ 4.6.1943 in Sobibor;

1935 Heirat mit Hartog Harry Italiaander *13.5.1905; ✡ 4.6.1943 Sobibor;
Kriegsgefallen in Belgien

Meldung in den Preußischen Verlustlisten vom 6.12.1914: Vermisst
Wehrmann der Kompagnie des Reserve-Infanterie-Regiments 83

31.5.1915 Berichtigung früherer Angaben: bisher vermisst gemeldet, gefallen

16.11.1922 in Gladenbach Zweite Ehe der Witwe Rosa mit Daniel Meier (1883-1927)
Flucht von Irmgard Hattenbach nach Amsterdam

20.3.1935 Heirat Irmgard Hattenbach mit Harry Italiaander in Amsterdam

13.1.1936 Geburt von Enkel Jakob Italiaander in Amsterdam
Minderheitenzählung
17.5.1939 Rosa Meier in Zimmersrode Nr. 86
Kassel-Ghetto Riga
27.11.1941 Schreiben der Gestapo Kassel mit der Ankündigung „der für die Evakuierung in Frage kommende Personenkreis“ von 1035 Juden aus den Städten und Landkreisen des Regierungsbezirks Kassel dem Umland kommenden Menschen wie Rosa Meier
8.12.1941.Transport der Deportierten wie Rosa Meier aus der Region Kassel in Personenzügen nach Kassel in das dort eingerichtete Sammellager Wörthschule ; über Nacht im Sammellager Turnhalle Wörthschule, Schillerstraße

9.12.1941 Fußmarsch durch Kassel zum Bahnhof über die Schillerstraße, Erzbergerstraße, Werner-Hilpert-Straße zum Hauptbahnhof Kassel; Transportzug Da 36 über Berlin, Breslau, Posen, Königsberg, Riga- Skirotawa mit 1022 Juden
12.12.1941 Ankunft Skirotawa; Fußmarsch ins Ghetto Riga bei über 10 Grad minus
Tod von Rosa Meier vermutlich am 15.3.1942 bei der 2. Dünamünde Aktion im Ghetto Riga
Kamp Westerbork
25.5.1943 Familie Italiaander eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

1.6.1943 Tochter Irmgard mit Ehemann Harry und Sohn Jakob Italiaander auf den nächsten abgehenden Transport nach Sobibor gestellt; dieses Vorgehen war typisch für Strafgefangene, die zuvor als „onderduiker“ in ein Versteck gegangen waren, aber verraten und gefasst wurden.
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de886243
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de928741
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130310713
http://www.joodsmonument.nl/en/page/68687/irmgard-italiaander-hattenbach
Die jüdischen Gefallenen des deutschen Heeres, der deutschen Marine und der deutschen Schutztruppen, 1914-1918: ein Gedenkbuch, Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Verlag Der Schild, 1932
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411209-13.jpg
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Hattenbach%22%7D
Wolfgang Scheffler, Diana Schulle, Buch der Erinnerung, Die ins Baltikum deportierten Juden 2011
Gertrude Schneider, Reise in den Tod, Deutsche Juden in Riga 1941-1944, Laumann-Verlag, 2008
Gertrude Schneider, Exile and Destruction, The Fate of the Austrian Jews 1938-1945; Praeger 1995