Frieda „Friedel“ Johanna Sommer
*22.2.1905 in Homburg vor der Höhe; ✡1998
Religion jüdisch
Staatsangehörigkeit deutsch
Vater Isidor Sommer *18.4.1865 in Homburg; ✡17.11.1942 in Theresienstadt
Mutter Johanna Fürst *28.9.1860 ✡ 27.7.1927
Großvater Abraham Sommer
Großmutter Vogel „Fanny“ Schnadig oder Lina Amschel
Geschwister unbekannt
Beruf Praktikantin
Adressen Bad Homburg, Haingasse 21; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer
Heirat 23.10.1936 in Rishon LeZion James Carle *3.7.1899 in Frankfurt; ✡ 15.11.1950 in Tel Aviv
Kinder
Gil Carle *18.10.1947 in Tel Aviv; ✡1.9.2015 in New Jersey
Weiterer Lebensweg
1912 Homburg v. d. Höhe erhält den Namenszusatz „Bad“
1917/18 James Carle als Schauspieler am Städtischen Theater in Bad Homburg; hier könnten sie sich kennengelernt haben
Vater Isidor „Gemeinderechner“ (Kassenwart)
4.7.1933 James Carle Passausstellung in München
21.10.1933 Passausstellung für Frieda Sommer in Bad Homburg
Der Aufbau des Werkdorp Nieuwe Sluis
James Carle als Zimmermann zum Aufbau des Werkdorp Nieuwe Sluis


24.4.1934 James Carle und Frieda Sommer angemeldet in Barsingerhorn
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs
Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.
24.12.1935 Frieda Sommer abgemeldet aus Barsingerhorn nach Palästina
1936 James Carle abgemeldet aus Barsingerhorn nach Palästina
27.7.1936 Ankunft von James Carle in Haifa mit einem Kapitalistenzertifikat der Kategorie A(1)
13.1.1936 Ankunft von Frieda Sommer mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
2.12.1936 (?) James Carle offiziell nach San Francisco
23.10.1936 Heirat in Rishon LeZion mit James Carle


31.12.1938 James Carle und Frieda Sommer auf der Palästina-Emigrantenliste des Werkdorps
Frankfurt – Theresienstadt
31.7.1938 schreibt er an seine Tochter Friedel: „Habe bereits vor 14 Tagen 600 M(ark) auf die Genossenschaftsbank gegenüber dem Kurhaus gebracht die das Geld auf die Hauptstelle in Frankfurt in der Bibergasse überweisen.“
1938 Umzug des Vaters in das Altenheim der jüdischen Gemeinde in Frankfurt, Rechneigraben 18-20
17.5.1939 Vater Isidor in Frankfurt, Rechneigraben 18-20 bei der Minderheitenzählung

18.8.1942 Deportation des Vaters mit den Bewohnern des Altenheims nach Theresienstadt

17.11.1942 Tod des Vaters in der Krankenstube L524 in Theresienstadt; Ursache Pneumonia, Lungenentzündung
Nachkriegszeit
31.12.1947 Einbürgerung von James und Frieda Carle in Palästina
15.11.1950 Tod des Ehemanns James Carle in Tel Aviv
26.2.1952 Emigration als Witwe mit Sohn Gil nach New York, USA
Gedenken
10.9.2024 Stolperstein für den Vater Isidor in Bad Homburg,
Quellen
Doris Stennert, Biografie Isidor Sommer, in Stolpersteinverlegung 2024, (Hrsg.) Initiative Stolpersteine Bad Homburg,
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://frankfurter-personenlexikon.de/node/12102
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316