Dziza Sally

Sally Dziza/Jehoshua Ben-Shlomo

*17.4.1913 in Offenbach; ✡ 4.3.1943 Majdanek

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater Salomon Dziza *25.2.1880 in Warschau

Mutter Helene Kaufmann *10.4.1880 in Riga; ✡ 1.2. oder 12.2.1941 in Gurs

Geschwister

Karl Dziza *23.3.1904 in Lodz; Überlebender; oo Helene Obstfeld

Beruf Angestellter; Gärtner

Adressen Offenbach; Ludwigshafen, Wredestraße 9; Urfeld;

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

Hachschara in Urfeld

31.8.1934 Sally Dziza aus Ludwigshafen zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 150 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

23.1.1935 Sally Dziza abgemeldet aus Urfeld nach Ludwigshafen

Novemberpogrom

10.11.1938 Vater Salomon verhaftet in Ludwigshafen

12.11.1938 Vater wird in das KL Dachau überstellt

21.12.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Dachau

Minderheitenzählung

17.5.1939 beide Eltern und Bruder Karl mit Frau Helene in Ludwigshafen, Wredestraße 9

Die Bürckel-Wagner-Aktion in Baden

22.10.1940 beide Eltern, Bruder Karl und Frau Helene auf einem von sieben Transporten von 6500 Juden des Saarlandes, der Pfalz und Baden, davon 1972 allein aus Mannheim in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich transportiert in der „Bürckel-Wagner-Aktion“.

12.2.1941 Tod der Mutter Anna in Gurs

März 1941 Verlegung verschiedener Gruppen aus Gurs in andere Lager: Betagte Menschen kamen nach Noé, Schwerbehinderte nach Récébédou, Familien in das sogenannte ‚Familienlager‘ Rivesaltes.

12.8.1942 Deportation von Schwägerin Helene Dziza ab Drancy nach Auschwitz

12.8.1942 Ankunft in Auschwitz

1942 Bruder Karl flüchtet in die Schweiz

1943 Vater Salomon in das Durchgangslager Drancy

4.3.1943 Deportation des Vaters von Drancy nach Majdanek

Alija

6.1.1936 Einreise von Sally Dziza auf der SS GALILEA von Triest nach Haifa

Febr. 1941 Eintritt in die Royal Army

Er verliert beim Untergang eines Kriegsschiffes (HMS ERINPURA?) seine Papiere und seine persönliche Habe

Nachkriegszeit

29.12.1946 Einbürgerung von Sally Dziza in Palästina

1950 Bruder Karl emigriert mit seiner zweiten Frau Elsa in die USA

Gedenken

Quellen

StA Bornheim, Slg Zerlett

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de853608

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de853606

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de853609

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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