Kalb Helmut

Helmut Hugo Emil Kalb

*8.7.1920 in Sorau; Überlebender

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Salomon Friedrich Kalb *31.7.1889 in Posen; ✡ 1943 in Auschwitz

Mutter Erna Mannheim *18.12.1892 in Sorau; ✡ 1943 in Auschwitz

Tante Rosa Lippmann geb. Kalb *25.10.1885 in Sorau; ✡21.4.1943 in Auschwitz; oo Joachim Lippmann

Geschwister

Werner Kalb *24.2.1924 in Sorau; ✡ USA

Beruf Landarbeiter

Adressen Sorau, Promnitz 4; Schniebinchen bei Sommerfeld; Amsterdam

Heirat Rebecca Gomes de Mesquita *7.7.1925 in Hackney

Kinder

Henry Frederick Kalb

Weiterer Lebensweg

Tante Rosa und Mann Joachim Lippmann in den Hachscharalagern Jessen Mühle, Steckelsdorf und Landwerk Neuendorf; Onkel Joachim war Landwirt, somit wohl als Ausbilder eingesetzt

Hachschara Lehrgut Schniebinchen

1938 Werner Kalb zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen

Kindertransport aus Schniebinchen

4.1.1939 Bruder Werner mit 35 Chaluzim der jüngeren Hachschara

Werkdorp Nieuwe Sluis

1.12.1936 Helmut Kalb aus Berlin zur Hachschara in das Werkdorp Nieuwe Sluis

1.1.1938 formale Ummeldung aller Bewohner von Barsingerhorn nach Wieringermeer

16.11.1939 Werner Kalb zur Hachschara von Eindhoven ins Werkdorp Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ war die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

10.5.1940 Einmarsch der Wehrmacht in die neutralen Niederlande, Überfall auf Holland, Belgien, Luxemburg und Frankreich

Die Schlichim (Plural von Schaliach) aus Palästina mit ihrem Britischen Pässen wurden als „feindliche Ausländer“ verhaftet (Uri Koch, Mosche Katznelson, Zwi Kuttner).

10.1.1941 Beginn der systematischen Registrierung der Juden in den Niederlanden

Auflösung des Werkdorp

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“

27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten;

11.6.1941 Offizielle Abmeldung der 210 Werkdorper aus der Gemeinde Wieringermeer

1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes

2.8.1941 Bruder Werner gemeldet in Amsterdam, Lairessestraat 4

30.9.1941 Helmut Kalb formal abgemeldet nach Hoogwoud

Von 1941 bis 1942 zur Einzelhachschara bei Bauern in der Region in De Gouw, Hoogwoud

April 1942 nach dem Räumungsbefehl für die Juden in der Küstenregion geht eine große Gruppe von Chaluzim nach Deventer zur „Deventer Vereeniging tot Vakopleiding“

13.4.1942 Helmut Kalb zur Deventer Vereniging, von dort wurden sie zur Einzelhachschara verteilt. 20 Chawerim gehen nach Almelo.

26.5.1942 Einzelhachschara in Almelo;

Onderduiker

Im September 1942 ergeht die Anordnung, dass sich männliche Juden in den Werkkampen wie Nunspeet einfinden sollen.

ab Herbst 1942 Helmut Kalb im Versteck; er überlebt die Besatzungszeit als „onderduiker“

Nachkriegszeit

3.8.1945 wieder in Amsterdam gemeldet

Bruder Werner kehrt aus Auschwitz zurück.

19.1.1947 Heirat mit Rebecca Gomes

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4992164

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130315044

http://www.dokin.nl/surviving_children/werner-kalb-born-24-feb-1924/

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kalb%201920%22%7D

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1085340

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1085341

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1109127

www.historischekringlosser.nl

Thea Evers, K.L. Smit-Ooord, Een vakantiehuis in de Losserse Zandbergen, 2013

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Genealogie Website My Heritage

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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