Inge Ruth Löwenherz
* 9.5. 1930 in Göttingen;
Vater Georg Löwenherz
Mutter Käthe Rosenberg *22.8.1908 in Bochum; ✡2.7.2005 in Oakland
Die Ehe wurde 1932 geschieden
Stief/Adoptivvater John Wurtenberg
Großvater Albert Rosenberg *28.11.1874 in Soest;✡ Ort und Datum unbekannt
Großmutter Emilie Rosenberg geb. Schmitz*11.2.1878 in Bornheim; 30.4.1942 nach Zamosc, ✡ Ort und Datum unbekannt
Onkel Bruno Rosenberg *18.7.1905 in Bochum; ✡11.4.2001 in Broward, USA; oo 1938 Senta Wassermann (1910-2008)
Urgroßvater Isaac Schmitz *26.4.1839 in Bornheim; ✡19.11.1903 in Bornheim
Urgroßmutter Johanna Israel *3.7.1845 in Alfter; ✡24.1923 in Bornheim
Staatsangehörigkeit deutsch
Geschwister –
Beruf –
Adressen Bochum, Neustraße 17;
Heirat Meyerson
Kinder
Enkelin
Weiterer Lebensweg
Ab 1894 Großvater Albert Rosenberg Verkäufer bei Ferdinand Koppel
1904 Albert Rosenberg und Siegmund Heymann übernehmen die Leitung des Geschäfts
1910 Käuflicher Erwerb der Ferdinand Koppel GmbH durch Albert Rosenberg und Siegmund Heymann; der Name„Ferdinand Koppel GmbH“ wird beibehalten
1916 Tod von Ferdinand Koppel
1922 Verkauf des Hauses an Arthur Kronheim, Gustav und Hermann Blumenthal
Umbenennung in „Gebrüder Blumenthal“
23.7.1929 Tochter Käthe heiratet Georg Löwenhardt; Scheidung 1932
Bis 1930 Albert Rosenberg im Unternehmen leitend tätig
1930 Verkauf des Geschäfts an Adolf Heymann, welcher das Grundstück von Albert Rosenberg anmietet; Umbenennung der Firma in „Heymann & Co.“
1930 bis zur „Arisierung“ 1936 im Unternehmen als Einkäufer und Abteilungsleiter
1936 Entlassung; arbeitslos ohne geregeltes Einkommen, Zuschuss 150 RM von der SG
1938 Übernahme durch die nicht-jüdische Firma Suren („Spezialhaus für Textilwaren“)
17.-24- 9.1938 Onkel Bruno mit Frau Hilde auf der SS NIEUW AMSTERDAM von Rotterdam nach New York
9.-10.11.1938 Großvater Albert Rosenberg im Novemberpogrom verhaftet; Polizeigefängnis Bochum
80% der Wohnungseinrichtung wird zerstört, Schmuck gestohlen
11.11.1938 Großvater Albert Rosenberg zur Steinwache Dortmund; Transport mit dem Zug nach Oranienburg
12.11.1938 Ankunft im KL Sachsenhausen; Häftlingsnummer 11802; Block 38
28.11.1938 Entlassung des Großvater Albert Rosenberg aus der „Schutzhaft“ im KL Sachsenhausen
Bericht des Sparkassendirektors Kunzke (rückblickend im Jahre 1948):
„Nach der Zerstörung der Synagoge und Schule bot die Jüdische Gemeinde – vertreten durch Herrn Rosenberg, Neustraße, und Dr. Rosenbaum, Rechtsanwalt und Notar – der Sparkasse das Grundstück an. Sie brauchten Geld für ein neues Heim. Den Preisforderungen der Gemeinde wurde entsprochen. Die Sparkasse erlaubte Versammlungen der Gemeinde in dem noch erhaltenen Raum der Schule, der jüdische Hausmeister durfte bis auf weiteres im Haus wohnen.“
Der erste Kindertransport aus Westfalen

Inge Löwenherz steht zunächst auch auf der Transportliste; die Mutter Käthe nimmt sie aber wieder herunter, da die Emigration in die USA feststeht. Inge war für die Unterbringung im Heim K.L. Smitoord in Oldenzaal geplant.
31.1.-9.2.1939 Mutter Käthe und Tochter Inge Ruth Löwenherz ( 8Jahre) auf der SS WASHINGTON von Hamburg nach New York
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 die Großeltern Albert und Emilie Rosenberg in Bochum, Neustraße 17
4.8.1939 Zwangsverkauf des Hauses Neustraße 17 an Zahnarzt Dr. Emil Struwe
28.4.1942 Deportation der Großeltern in die Turnhalle des Sportvereins „Eintracht“ in Dortmund
30.4.1942 Deportation mit 791 Juden vom Sammellager zum Dortmunder Südbahnhof am Heiligen Weg deportiert nach Zamosc
3.5.1942 Ankunft in Zamosc
Tod der Großeltern nach dem 3.5.1942, Ort und Datum des Todes unbekannt
Gedenken
20.8.2008 Stolpersteine für Emilie und Albert Rosenberg in Bochum, Neustraße 17
19.2.2009 Pages of Testimony für Albert und Emilie von der Enkelin Ruth Meyerson Wurtenberg
Quellen
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de951724
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de928376
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de951713
Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6282); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85
Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6282); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85
Ralf Piorr / Peter Witte (Hg.) Ohne Rückkehr. Die Deportation der Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg nach Zamość im April 1942; Klartext, Essen 2012
Hubert Schneider, Die Entjudung des Wohnraums: Judenhäuser in Bochum; Münster, 2010
Hubert Schneider, Leben nach dem Überleben: Juden in Bochum nach 1945; LIT Verlag 2014
Gedenkbuch der Opfer der Shoa aus Bochum und Wattenscheid, 2000
Manfred Keller, Spuren im Stein, ein Bochumer Friedhof als Spiegel jüdischer Geschichte, 1997