Rosenthal Ernst

Ernst Jitzchak Rosenthal

*16.7.1920 in Friesheim

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Jakob Rosenthal *10.7.1889 in Niederstetten; ✡1942 in Majdanek/Sobibor

Mutter Jeannetta Franken *27.2.1887 in Friesheim; ✡1942 in Majdanek/Sobibor

Tante Regina Franken *14.9.1885 in Friesheim; ✡1942 in Majdanek/Sobibor

Geschwister

Regina Rosenthal *25.1.1925 in Friesheim; ✡1942 in Majdanek/Sobibor

Bernhard Rosenthal

Ruth Rosenthal

Beruf

Adressen Friesheim, Hochstraße 211; Havelberg;

Heirat Henja Groß

Kinder

Weiterer Lebensweg

Waldgehöft Havelberg

Havelberg Belegungsliste vom 31.12.1937

3.2.1937 Ernst Rosenthal zur landwirtschaftlichen Hachschara ins Waldgehöft, auch Jagdgehöft Barella, Damlacker Weg, nördlich von Havelberg (1934-1941), Träger bis zum Pogrom November 1938 war der Hechaluz, dann die RVJD. Die frühere Jagdpacht gehörte dem jüdischen Rechtsanwalt Siegfried Freund, er war zunächst auch der Leiter. Es umfasste acht Hektar Land, eine kleine Villa, zwei Wohnhäuser, eine Werkstatt, einen Stall, Gewächshäuser und Schuppen. Bis zu 50 Chaluzim waren hier untergebracht

Im Novemberpogrom 1938 wird das Gehöft verwüstet. Die jungen Männer über 17 Jahre werden ins örtliche Polizeigefängnis gebracht.

Verhaftet wurden der Leiter Richard Horn und Madrich Werner Weitzfelder sowie die Chalutzim Heinz Budwig, Herbert Gotthilf, Gross Walter, Lutz Rosenberg, Norbert Klein, Arno Lewy, Leo Lippmann, Janus Nadler, Heinrich Stern, Günter Timendorfer, Heinrich TimendorferLudwig Weiss.

Die Chaluza Annette Eick berichtet:

»Die Frau unseres Leiters (Johanna Horn) war auf der Farm geblieben und stand vor der Entbindung. Das Kind blieb im Bauch, sie hat furchtbar gelitten und ist daran gestorben.«

Johanna Horn ist auf dem jüdischen Friedhof unweit vom Waldgehöft begraben.

12.11.1938 Entlassung der älteren Chaluzim aus dem Polizeigefängnis.

Dezember 1938 Viele aus der Haft Entlassene gehen zum Hachschara-Trainingskurs im Lager Schlosshofstraße in Bielefeld zusammen mit der aus Buchenwald entlassenen Gruppe aus Ellguth

Alija

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 4

12.10.1939 Bahnfahrt von Ernst Rosenthl abBerlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft von Ernst Rosenthal inHaifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

Juli 1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

Kontaktadresse bei Entlassung

Koblenz-Aachen – Köln-Düsseldorf nach Majdanek und Sobibor

15.6.1942 beide Eltern mit Schwester Regina Rosenthal und Tante Regina Franken auf dem Transport Koblenz-Aachen – Köln-Düsseldorf nach Majdanek und Sobibor

Nachkriegszeit

1994 lebt er in Kiryat Motzkin, Israel; beschäftigt in einem Chemie-Unternehmen

Gedenken

30.9.1955 Pages of Testimony für die Eltern und Schwester Regina Rosenthal von Jitzchak Rosenthal

25.11.1998 Pages of Testimony für Jeannetta Rosenthal von Alex Salm

Quellen

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420615_Koeln7.jpg

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://collections.yadvashem.org/en/photos/collection/13069463

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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